37.Vom Bildungs-Zivilisations-Kultur-Lernen (Bil-
dungslernprinzip eines alten Zeitalters) zum Kultu-
rations-Entwicklungs-Kultur-Lernen (gotisches
Lernprinzip) eines neuen Zeitalters).
Wir müssen immer lernen und insbesondere
Unsterblichkeitslernen für die "Weiterlebens-
qualität" danach !
l
> Bei der Geburt sind wir schon todgeweihte Menschen.
Der Tod ist unausweichlich, ein natürlicher, selbstverständ-
licher Lebensakt, weil mit dem Lebensanfang immer zu-
gleich auch das Lebensende vorgegeben ist, indem es den Anfang immer nur unter der Voraussetzung eines Endes
geben kann. Wer das verstehen lernt, verliert die Angst vor
dem Tod, ein Bedauern ist ihm fern und akzeptiert diesen
als Teil des Lebens. Erst in der Auseinandersetzung mit der " Totnormalität " als Sterben lernen" beginnend in der Schule,
eine Weiterentwicklung im Erwachsenenleben findet dann im Altenheim und palliativen (Hospiz)betreuung, wo etwas getan wird, wenn wir nichts mehr tun können, ein glück-
liches Sterbende. Die Verdrängung des Todes muss ent-
tabusiert werden, damit das menschliche Sterben als Untserblichkeitslernen zum lebenslangen Lernen dazu- gehörig ist. Dann wird nicht mehr auf den Tod gewartet, sondern dieser erwartet. Der Tod ist ein geweihter Augen- blick, der heiligste Augenblick des Lebens eines Menschen, indem sich die Wirklichkeit endlich offenbart. Wenn ein Mensch stirbt sind die Grenzen des Bewusstseins aufge-hoben und der Geist ist frei und aufnahmefähig wie sonst nie. Dass alles vergeht, weiss man schon in der Jugend; aber wie schnell alles vergeht, erfährt man erst im Alter *.
*I.) Der Tod ist ständig auf unseren Fernsehschirmen und in den Medien präsent, aber es handelt sich um einen unpersönlichen, fernen, anonymen Tod durch Krieg, einen Hurrikan in Haiti, einen Vulkanausbruch in Zaire oder ein Tsunami in Indonesien. Hier gibt
es kein Berichtserstattungstabu und die negativen 20 Uhr-Nach-
richten berühren mich auch direkt nicht, weil ich die Betroffenen
gar nicht kenne und schlechte Nachrichten für die Medien gute Nachrichten sind. Das Schweigen darüber und die Verdrängungs-
angst bezieht sich nur für den persönlichen Tod und anderen nahe- stehenden Verwandten und Freunden.
II.) Das Sterben wurde in künstliche Kliniken und Heime verlegt und der Tod wird verdrängt und immer abstrakter. Mit der Säkularisie- rung und Kostenmanagement der Krankenpflege scheint sich das Krankenhaus entmenschlicht zu haben. Das Krankenhaus ist nur noch ein technischer Reparaturbetrieb. Im Blickfeld steht nicht mehr der einzelne Mensch in seiner Gesamtheit, sondern Organe oder andere Teile seines Körpers und die emotionale Dimension bleibt draussen. Nur Monitorparameter und Blutwerte sind lebensent- scheidend. Früher hat man die Großmutter im Kreis der Familie gehen lassen,jetzt wird sie weggesperrt und medizinisch betreut.
Die Menschen haben es sich nicht leichter gemacht, den Tod zu verstehen. Das Sterben wurde hinter Mauern verschoben. Statistisch betrachtet sterben ca. 50 % der Menschen in Krankenhäuer, 20 Pro- zent in Pflegeheimen, 2-3 Prozent in Palliativstationen und Hospizien. Bleibt nur ein Viertel, was in den vertrauten vier Wänden sterben kann.
III.) Der Tod und die Sexualität können als Urtriebe nicht ausgelebt und überwunden, sondern müssen unterdrückt oder können in schöpferischer Weise sublimiert werden. Sublimare lat. heisst hochheben, Umleitung, Sinnverschiebung und wird durch die Transzendierung als Verwandlungsprozess auf eine höhere Stufe gebracht, um damit der Sinnlichkeit oder der Todesfurcht eine
edlere kulturelle Richtung zu geben. Jetzt heisst es was die Sexua-
lität betrifft, einerseits was der Triebauslebung und der Fort-
pflanzung als Schaffung neuen Lebens und der Lust diente, dient jetzt der Fort- und Höherentwicklung und die Fruchtbarkeit bringt geistiges Leben hervor, weil in der Sexualität eine Kraft steckt,
welche über den Menschen hinausführt. Der Geschlechtstrieb
wird unwichtig, die Lebensschöpfung wird wichtig. Das Leben
pflanzt sich auf höherer Entwicklungsstufe fort. Die Neuschöpfung wird als geistiger Sexualakt verstanden als Individual-Logos-Schlüs-
sel für den Lebenssinn auch über den Tod hinaus. Der Eros als Mittel und Quelle von Lebensenergie wird durch Energieumwandlung in den Dienst der Entwicklungs-Kultivierung gestellt. Die Leidenschaft der Liebesnacht wird bspw. zu einem neuen Roman. Es gibt keine Entwicklung ohne Sinnlichkeit.
IV.) Andererseits wird der Tod unwichtig, weil er nur das Mittel dar-
stellt zur Verwandlung darstellt und nur das Weiterleben danach
wird wichtig. Das Leben geht auf höherer Entwicklungsstufe weiter und dem Tod wird positiv gegenüber getreten. Die Todesangst wird sublimiert und in den Dienst der Dienst der Sterbe-Vorsorge-Kulti-
vierung als sterben lernen gestellt, dass nicht mehr nur auf den
Tod zitternd gewartet, sondern freudig vorbereitet und erwartet
wird. Es bestimmt die Langzeitsicht mein Leben und über " den Tellerrand meines jetzigen Lebens " geschaut, wo jeder einmal durch muss. Es wird lebenslang gelernt, dass der Tod kein Feind, sondern
ein Freund und Helfer ist und dass das ganze Leben nur ein allmäh-
liches Abschied nehmen als eine Vorbereitungsübung für den Tod
ist. Es wird die Angst vor dem Sterben dadurch abgebaut, indem
wir uns schon jetzt um die unerledigten Dinge unseres Lebens kümmern, die beim Sterbeprozess plötzlich an die Oberfläche tre-
ten. Angst hat man immer nur vor dem, was unbekannt und vor
dem man unvorbereitet ist. Wenn ich ihm in die Augen schaue, gibt
es ihn nicht mehr. Der Lebensfluss, der Lebensatem und das Leben selbst bleibt sich gleich, ist endlos, wurzelt in sich selbst, kann nicht getötet werden und kennt kein " Nicht-Leben ", was jedem zwei-
felsfrei einleuchtet. Das Elementare (Leben) siegt immer über das Ephemere (Vergängliche).
> Wenn ich von morgens bis abends Geld verdienen muss interessiert es mich erst einmal überhaupt nicht, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, sondern nur, dass ich meine Rech-
nungen bezahlen kann. Wenn ich mehr Geld verdienen oder billiger einkaufen kann, ist das für mich erst einmal lebens-
naher als ein überzeitliches, potentielles Ideal. In Corona-Pandemiezeiten ging es sogar oft nur ums Überleben und nicht um das Weiterleben nach dem Tod. Im hektischen Sorgenlebensalltag und in der Konsum- und Unterhal-
tungsfreizeit ist kein Freiraum und es besteht kein An-
lass nur annähernd darüber nachzudenken, ein Buch darüber zu lesen oder mit anderen darüber zu sprechen.
Das Sterben und der Tod gelten nicht gerade als " ge-
sprächssexy" und deshalb wird aus Unwissenheit ge-
schwiegen und sich geschämt, als wenn man den Tod verstecken müsste. Auch was die moderne Sterbefor-
schung mittlerweile darüber weiss, ist noch nicht zu einem Allgemein(bildungs)wissen geworden. Der Fehler dabei ist, dass man denkt, man hätte noch genug Zeit sich damit zu beschäftigen, aber das Jetzt ist die Zeit, die wir uns in fünf
oder zehn Jahren und auf dem Sterbebett zurück wünschen
und mein ganzes Geld für eine solche, sich bietende Gelegen-
heit dafür hergeben würde. Wenn nicht jetzt und heute, wann dann, sollte man sich fragen ? Anstatt dem Leben
mehr Tage zu geben (statistische, wachsende Lebenser-
wartung) sollte dem Tag mehr Leben gegeben werden.
Das Leben ist da, um Unsterblichkeit zu lernen oder wer religiös ist, da gilt; Damit sind wir in die Zeit gestellt, dass
wir Gott näher kommen und ihm ähnlicher werden, was ei-
gentlich die Philosophie eines Meister Eckhart ausmacht. Entscheidend ist nicht das Sollen und Müssen, sondern
das Wollen und Können und zwar im hier und jetzt und
das Heute als die beste aller Zeiten. Wenn jemand 15 Jahre
alt ist sagt man, er hat noch das Leben (eins) vor sich.
Und ich muss sterben lernen, weil ich das (Weiter)leben (zwei) noch vor mir habe, obwohl es nur ein Leben gibt.
* " Ich kann mich nicht für den Tod interessieren, hauptsächlich aus dem Grunde, weil ich solange ich lebe, der Tod für mich nicht exis-
tiert"*.
* Lew Nikolajewitsch Tolstoi, Schriftsteller.
> Der Pressemitteilung zur Studien Spiritualität in Deutsch-
land der " Identitiy Foundation " in Düsseldorf April 2007, ist
zu entnehmen, wie Deutsche mit dem Tod umgehen. Im
März 2006 wurden 1.000 Interviewpartner auch zu ihrem Verhältnis zum Tod befragt:
- 68,4% sagen über den Tod soll man nicht nachdenken (und machten es in der Regel nicht).
- 60,7% glauben mit dem Tod ist alles aus (Ganzheitstod-Theorie).
- 31,1% denken öfters über den Tod nach (aber nicht als Sterben lernen).
- 26,6% fühlen sich gestärkt durch ihren Glauben, der sie den Tod nicht fürchten lässt. Eine andere Studie der Bertelsmannsstiftung hat ergeben dass zwei Drittel aller Deutschen an ein Leben nach dem Tod glauben und dieses auch als individuelle Wahrheit akzeptieren.
- 52 % der Deutschen können laut einer anderen Umfrage sich nicht damit abfinden, dass mit dem Tod alles aus sein soll und glauben an die Unsterblichkeit der Seele. Auch wenn die Studien veraltet sind, geben sie das heutige Lebensgrundgefühl und das Verständnis zum Sterben und den Tod wieder.
- Im Westen Deutschlands glaubt jeder Zweite an ein Leben nach dem Tod, in Ostdeutschland aber nur jeder Vierte, bedingt durch die damalige geschichtliche, ideo- logische Zweistaatenentwicklung*.
* I.) Nach einer weiteren Studie glauben mehr als 65 Prozent aller Deutschen aber an Gott, wobei sich die Vorstellungen von Gott sich nicht länger auf die christlichen Glaubensinhalte konzentrieren, sondern viele Menschen haben sich ein eigenes, individuelles Got- tesbild geschaffen. Das Religions- und Gottesverständnis eines Meister Eckhart gilt als die typische, deutsche Wahrheit.
II.) Wer interessiert sich denn wirklich für Sterben und Tod und was als Jenseitsbezeichnet wird ? Eine kurze Cafepause in einer belebten Einkaufsstrasse genügt um dieses zu erkennen.Die Menschen sind vom Leben und von körperlichen Handycaps gezeichnet, haben den Kopf voller Alltagsdinge und die Auseinandersetzungen im Dieseits lassen keine Zeit, über das Jenseits zu spekulieren.Es wird wahr- scheinlich noch Generationen ins Land gehen, bis das Reifeinteresse dafür gegeben ist.
> "Sterben lernen" ist begrifflich negativ belegt und erst einmal eine aussagelose Leerformel und aktuell generell bedeutungslos. Wer lernt schon gerne zu sterben und noch freiwillig dazu ? Damit ist aber nur das lebenslange Lernen im Entwicklungs-Individualisierungs-Sinne des " sich selbst werdens und selbst seins " gemeint, das allmähliche Ab-streifen von Verhaftungen durch Dematerialisierung und eine Trennung von dem, was nicht das Selbst ist als das Abtragen einer Individuations-Bringschuld einer Entwick- lungslosigkeit in der evolutionären, säkularen Nachfolge Christi. Es ist nur eine meta- phorische Chiffre für den Weg zu mehr Innerlichkeit. Es bedeutet in diesem Kontext aus dem Zeitlosen des" Hier und Jetzt " leben und lernen das Höhere und Bessere heute im hier und jetzt zu wollen und sich vom Unwesentlichen immer mehr zu trennen ohne in Askese zu verfallen, was als Überwindung der Sterblichkeit inter- pretiert werden kann. Das Erwachsen und älter werden wird auch mit Recht als lebenslanger Trauerprozess beschrieben. Denn immer wieder gilt es, sich von etwas zu lösen und freier zu werden. Was ich nicht brauche als Frieden und Freiheit ist besser, als wenn ich es mir für viel Geld kaufen kann, was wieder Unfrieden und Unfreiheit ist. Mit jeder Materieüber- windung (z.B. Dinge, Geld, Unterhaltung, Begierden, Reisen, Fremdhilfen als Mittel zum Individualisierungszweck erfolgt eine geistige Höherentwicklung als Befreiung. Materie zu de-und entmaterialiseren erfolgt durch das gotische Schu- lungslernprinzip. Es ist der Lebensimperativ " des stirb und werde". Wenn ich festhalte, habe ich Angst es zu verlieren, wenn ich loslassen kann, bin ich frei von der Angst. Los- lassen kostet weniger Kraft als festhalten aber ist trotzdem schwieriger. Die Frucht vom Loslassen der Vergänglich- keit ist die Geburt von einer neuen Unvergänglichkeit. Jede Überwindung ist Trennung für etwas Besseres. Deshalb verdient allem Vergangenen nur Mitleid. Es muss etwas sterben, damit ich weiterleben kann. Je weniger Anhaftung bedeutet, desto leichter fällt das Sterben, weil man an immer weniger hängt*.
* Sterben lernen will genauso gekonnt sein wie Leben lernen*.
* Christa Schyboll.
> Unsterblichkeitslernen ist für die Lebensqualität danach, ganz gleich ob es dieses Leben in welcher Form auch gibt und ob ich daran glaube.Beim Unsterblichkeitslernen wird nichts anderes getan und sich auch nicht anders verhalten wie bisher. Nur die Sichtweise der Lebensgrundeinstellung hat sich geändert und alles wird nur vorübergehend (abster- bend) betrachtet und getan in der Absicht es einmal zu über- winden. Das gesamte Lebensgeschehen, alle Dinge, jeglicher Besitz, jedes Freizeitvergnügen Umstände, Menschen, Le- benssituationen, Ereignisse, Verantwortlichkeiten, Untugen- den, Leidenschaften, Krisen als dienliche, hilfreiche Erzie- hungslernmittel zu mehr Selbstwerdung als bleibend und unvergänglicher Lebenssinn aufgefasst,was im Begriff De-und Entmaterialisieren als Entsinnlichung säkular und reli- giös zusammengefasst ist.
> In der bisherigen landläufigen Sterbeliteratur, den Webprä-senzen und religiösen Schriften steht in der Regel, wenn von Sterben und Tod geschrieben und gesprochen wird, das Le-bensende im Mittelpunkt. Dieses sind die letzten Wochen und Stunden vor dem Tod, die (palliative), medizinische (Krankenhaus) Betreuung, Nahtod-und Sterbeforschungs-Erfahrungen, Sterben in Würde, Abschied nehmen, Trauer- bewältigung, die Unsterblichkeitshoffnung, die Sterbegeld-versicherung, religiöse Trostaspekte, Sterbestatistiken,die Beerdigungsvorbereitung,eine Graburkunde und Kosten für die medizinische Behandlung dürfen auch nicht fehlen. Aber jedes neue Buch darüber ist nicht (r)evolutionär genug, zu windstill, packt nicht den Tod am Schopfe, ist kein überzeu- gender Vertreter der modernen Todesufklärungssehnsucht, ist nicht ein Ende des Todesschreckens, sondern immer noch ein Todesschrecken ohne Wissens- und Lebenssinnende, erfasst noch nicht das Trauma in ihrer letzten Ursache, führt zu keiner eigenen Er fahrung, öffnet nicht die Augen für ein neues " Unsterblichkeits-Lernen-Auseinandersetzungs-Lebens-Denken ",löst keinen " Wow-Effekt " aus und ist nur ein Buch über " Sterben und den Tod "mehr, ohne dass man nach dem Lesen wirklich (sterbe)klüger geworden wäre. Es wird oft nur allgemeinverbindlich gesprochen und es fehlt in erster Linie " die Individualität des Unsterblichkeitslernens im Sinne von selbst-werde-Lernen als Tat und nicht als Wor- te" und die Erkenntnis-Sensibilisierung für die zweite Lebens- (nach)welt. Was wir in Zukunft brauchen und jeder Einzelne auch tun soll und muss, wirkt zu kathederhaft und verfehlt die motivierende Vorbildwirkkraft.
> Für dieses Essay aber gilt: " Wenn du etwas auf eine neue Art und etwas anderes sagen willst, dann sage bitte ja nichts Neues. Das Neue ist nicht immer das Bessere, aber das Bessere ist immer neu. Es gilt nur die Maxime: Erst wenn ich einem Leben einen Sinn gegeben habe, kann ich auch
meinem Tod einen Sinn geben und habe sterben gelernt,weil nur dass ganze Leben als lebenslanges Lernen eine Vorberei- tung für den Tod ist. Beim Unsterblichkeitslernen bestimmt die Langzeitsicht mein Leben, weil das jetzige Leben nicht als endgültig,nur ein kleiner Ausschnitt des Gesamtlebens und nicht mehr für das Wichtigste ge- halten wird, weil alles dem ewigen Gesetz des Vergehens und Werdens unterliegt. Un- sterblichkeitslernen kann nicht gelehrt werden, sondern muss persönlich entwickelt werden, weil bisher keiner meinen Entwicklungs(individualisierungs)weg gegangen ist, trifft alles Gelehrte und Geglaubte für mich deshalb nicht zu. Wenn erst beim Sterben deutlich wird, wo der Tod die letzte Weltwirklichkeit zerschlägt, dass ein nur auf diesseitiges, sinnlich materiell begründetes Leben und die Dominanz des läppischen Zeitgeistes ohne "sterben zu lernen " sinnlos gewesen und es nichts geblieben ist, dann ist es zu spät und auch alles Geld der Welt gibt mir nicht mehr das Zeitprivileg, sterben zu lernen. Immer nur alt und älter werden wird nie hinterfragt und mit dem Unsterblich- keitslernen in Vebindung gebracht, obwohl ich jeden Tag einen Tag näher dem Grabe zuschreite*.
* Unsterblichkeitslernen ist sich nicht mehr die Frage stellen, wie viel Rente habe ich in meinem Alter zu erwarten,sondern welches Weiter- leben nach dem Tode erwartet mich. Es ist metaphorisch der Lied- text (von Georg Thurmair/Adolf Lohmann) der ersten Strophe "Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh, mit mancherlei Beschwerden, der ewigen Heimat zu".
> Dieses setzt ein lebenslanges Lernen im Entwicklungs-Individuations-Erkenntnis-Sinne voraus, eine evolutionäre Allzeitnutzung,evolutionäres Altjugendlernen, eine Individuations-Bringschuld einer Entwicklungslosigkeit,ein Entwicklungs-Individuations-Lebensentwurf im Beruf und in der Gesellschaft. Nach dem Berufsleben erwartet dann mich nicht mehr das Sterben, sondern ein neuer Lebensabschnitt für eine unsterbliche Lebensleistung und einen Lebenssinn- tod und vieles weitere mehr, bis ich meinen Frieden und Ruhe gefunden habe. Diese Eigenschaften und Attribute des " Unsterblichkeitslernens "sind im gotischen Lernprinzip zusammengefasst, welches ohne ideologischen Ballast als welterobernde Macht der Menschheit einen neuen Begriff vom Leben schenkt und dieses nicht zu kennen einem Lebensverlust gleich kommt.
Alles
- was zu mehr Zeitlosem und Ewigen,
- was die Menschen tiefer und weiter macht,
- was Richtschnur und Weisung ist zu mehr Vollkom- menheit und wie man Gott suchen und finden kann,
- was von der Sehnsucht nach echten Werten getragen ist,
- was zu mehr Unsterblichkeitslernen (Denkmal) führt,
- was zu mehr De-und Entmaterialisierungslernen führt,
für religiöse Naturen was "dem Gottesreich" näher bringt, was wegführend ist auf meinem Entwicklungsweg als evolutionäre, säkulare Nachfolge Christi, was Richt- schnur und Weisung ist zu grösserer Vollkommenheit und wie man Gott suchen und finden kann im Sinne von Gottentwicklung eines Meister Eckhart eines Entwick- lungs-Lebens-Christentums wird als wertvollster (Kultur)- schatz der Menschheit betrachtet*.
* I.) Die Weisheit des lebenslangen Lernens läuft zwar in allen Gas-sen, wird als besonders wichtig “ betont, aber mehr als triviale Bin- sen weisheit darüber geredet als gelebt und hat keinen Lernwert und nachhaltige Wirkung mehr und ist zu einer inhaltsleeren, entwick- lungslosen und nicht ernst zunehmenden Redensart verkommen. Es wird auf eine Sprache beharrt, in der Worte nur kulturlose Hülsen und Sätze nur Floskeln sind.
II.) Das Lernen ist nur ein dazulernen, Schulbanklernen, berufsbe-gleitendes Lernen, Verhaltenslernen, Anwendungs- und Begriffs-wissen lernen wie bspw. Computer-Applikationen), kulturelles Reise-führerwissen, ein berufsfachliches Qualifizieren, ein Museumsbe- such,die nächste, abzugebende Steuererklärung, eine Lebenskrise, jede Problemlösung, mit seiner Kreditkarte besser umgehen lernen, nur ein informiert sein, ein Sozialisierungs- und Wissenslernen.
III.) Entwicklungslernen dagegen ist Evolutionär werden und Evolu-tion ist lebensgesetzliches, lebenslanges lernen, ohne das es als spe- zielles (Bildungs)lernen im Bildungssinne deklariert wird. Es zählt nicht das Wissen, sondern nur, wenn es transzendiert wurde. In dem Moment, wo ich geboren werde, werde ich mit Entwicklung kon-frontiert und habe ich meinen Entwicklungs-Individuations-Lern- weg ein Leben lang schon bejaht. Jeder hat sein eigenes Lebenslern-programm als Individuations-Bringschuld der Entwicklungslosigkeit als " sterben lernen " zu absolvieren. Für religiöse Naturen ist es die evolutionaere, säkulare Nachfolge-Christi. Es sind die Lebensumstän- de und der Lebensdruck, welche mich zum Entwicklungslernen drängen, was ich aus meinem Leben machen kann oder sogar machen werde.
> Verschiedene Lebensalter erfordern verschiedene Lernge- wohnheiten. Unsterblichkeitslernen ist wegen dem Wirk- kraftfeld des Entwicklervorbildes leicht zu lernen und deshalb alles andere als illusorisch. Von dem Grad der Selbstbeherrschung wird der Grad der Gleichwilligkeit der Anderen bestimmt. Die Nachahmungskraft und autorative Ausformung wird erst durch die Vorbildfunktion übertra-gen, welche in die Vorbildform des "Sterbenlernes" reinge- legt wurde, sich selber wirkend ist, die Reife für den Einzel- nen geschaffen hat und den Nachahmungsreiz ausmacht. Weil jeder Mensch ein Teil der Menschheit eines universellen Ganzheitsbewusstseins ist (Interverbundenheit) und wenn es vom Einzelnen realisiert wurde, wirkt es erst vorbildlich für das Ganze als Gemeinschaftsfeld, was als kollektives Gedächtnis bezeichnet wird, aus. Wenn einer seinen Ent-wicklungs-Vorbild-Weg gegangen ist, hat er wirkungsquan- tenphysikalisch den Weg frei gemacht für andere als das wissenschaftliche Spiegelbild der Relativitätstheorie von Albert Einstein. Es wurde (Entwicklungs)raum als physische Realität geschaffen, der vorher nicht da war und erst diese Raumexpansion gibt jedem die Chance, in den (Vorbild)kraft- raum einzutreten, wenn dieser auch das praktische Moment der Veränderung beinhaltet diese schöpferische Möglichkeit (durch Selbstentwicklung) wahrzunehmen. Wenn der End- punkt von einem Menschen verwirklicht wurde, so stellt dieser Mensch stellvertretend auch für seine Gattung das Endprodukt der Evolution dar. Wenn es einer erreicht hat, ist es für alle erreicht und erreichbar gemacht. Der Dichter Frie- drich Schiller würde sagen; " Was einer im Reiche der Wahr- heit erwirbt, hat er für alle erworben. Wenn der Mensch sich durchgerungen und den Vorbildweg freigemacht hat für alle ist das wie ein Tropfen, welcher ins Meer fließt, wo das Meer sich in den Tropfen verwandelt und nicht der Tropfen in das Meer*.
* Roger Bannister, ehemaliger britischer Mittelstreckenläufer und Neurologe schaffte es als erster Läufer 1954 die bis dahin unerreich-te Leistungsgrenze unter 4 Minuten (3.594 Minuten) über eine Meile (1,609,344 Meter zu laufen. Damit war der Weg frei gemacht für nach-folgende Läufer, diese Hürde zu nehmen und noch schneller zu laufen (derzeitiger Meilenweltrekord 3,43,13 Min). Der Weg wird immer ge- öffnet von denen, die voran gingen und für die Nachfolgenden im Bewusstsein aufgeschlossen und Entwicklungs-Raum geschaffen. Jeder Entwicklungsfortschritt eines Einzelnen ist Zunahme und He- raus forderung der Körper-, Geistes- und (Seelen)entwicklungskraft für alle Anderen. Der Erste ist der Überwinder. Ebenso wie Roger Bannister das "M-Feld" der Vier-Minuten-Meile durchbrach,so haben Wesen mit fortgeschrittenem Bewusstsein Marksteine für andere hinterlassen, damit diese ihnen folgen können.
> Unsterblichkeitslernen heisst nachfolgende Gründe, warum wir auch lernen müssen, als Vorbereitung auf den Tod Sterben zu lernen und dieser Begriff nicht mehr negativ sondern alltags-lebens-selbstverständlich belegt ist. Dieses sind u.a.:
- Der Bergsteiger George Mallory wurde einmal gefragt warum er den Mont Everest besteigen will und er antwortete legendär "weil er da ist "(und blieb bei seinem dritten Versuch verschollen. Seine Leiche wurde 1999 von einem Suchtrupp um Conrad Anker am Everest gefunden). So müssen wir uns mit dem Tod beschäftigen, nur deshalb, weil er da ist und es ihn (scheinbar) aber nicht gibt.
- " Es lohnt sich zu sterben, um herauszufinden, was Leben ist "*.
* TS. Eliot (1888-1965) US-amerikanischer britischer Lyriker, Dramatiker, Bühnenschriftsteller, Literaturkritiker, Vertreter der literarischen Moderne, Literaturnobelpreisträger, 1948
- Das Leben ist ein ständiges Abschied nehmen wie die Schriftstellerin Ricarda Huch einmal bemerkte. Je weniger wir haben wollen, desto leichter fällt das Sterben, weil man dann an immer weniger haftet, weil alles nur kulturelles Mittel, Zeichen und Prüfstein ist loszulassen, welches auf Höheres verweist, was verwirklich werden soll. Unser irdisches Leben dient somit dazu, unseren geistigen Körper zu erschaffen. Sterben lernen ist sich lebenslang in den nachstehenden Absterbeüberwindungsübungen auf den Tod vorzube- reiten anstatt ihn ignorierend zu verdrängen. Solange wir etwas in Raum und Zeit festhalten wollen, werden wir es verlieren. Einmal werden wir alles verlieren, was wir besitzen, aber das was letztendlich zählt, kann nicht verloren gehen. Der Tod des Egos (Leidenschaften) ist schmerzlos*.
* I.) "Ich sterbe jeden Tag"*
*Paulus,1 Korinter 15,31 NT
II.) Der Entwicklungslebens-Überwindungs-Transzendierungs-Prozess kann als ein absterben in der Welt verstanden werden. Mit jeder
Überwindung werde ich freier. Das Haben wollen des Materialismus (vom) wird zum Sein wollen (zu) als kultureller Fortschritt. Nur so gelingt die Entstehung von immer komplexeren und höher ent-
wickelten Lebewesen in der inneren Welt.
- Unsterblichkeitslernen heisst je mehr ich den Tod im Leben überwinde, je mehr habe ich Anteil am Leben, was nicht sterben kann. Die Überwindung des Todes ist die Überwindung der zeitweltlichen Todesverfallenheit. Das Leben ist eine endlose Reihe von Wiedergeburten von Metaphormosen. Jedes Wachstum ist ein Gewinn und Verlust zugleich. Auf Kosten des flüchtigen materiellen, sinnlichen erfolgt bleibendes geistliches, spirituelles (Sterbe)wachstum*.
* Das Leben kann nicht sterben oder vernichtet werden, sondern nur seine Form ändern. Der Baum verliert seine Blütenpracht, damit er Frucht bringen kann und die Raupe wird zum hauchdün- nen Schmetterling, was eine Metaphormose eines neuen Geburts- zyklusses dar- stellt. Die menschliche Ruine (Leiche) bekommt wesentlicheren In- halt, als die stolze Körperkultfassade, welche sie vorher war. Es muss etwas sterben, damit ich weiterleben kann. Es gibt nur den Tod, der aber als Fortsetzung das Weiterle- ben ist. Alles Leben ist nur fortgesetztes Sterben und "österliche Auferstehung in der Metaphormose" in einer neuen Lebensform, wo ich meine bisherige Steuer-und Rentenversicherungsnummer nicht mehr brauche. Das Leben kann nicht sterben oder vernichtet werden, sondern nur seine Form durch Transformation ändern.
Nichts geht verloren, Diesem Diktat der ständigen Verwandlung ist auch der Tod unterworfen d.h.,er bringt neues Leben. Jemand der geboren ist,ist der Tod gewiss und der gestorben ist, die Geburt der Verwandlung gewiss. Der Tod des einen (Kaulquappe) ist nur ein Verwandlungsprozess für das Weiterleben des Anderen (Frosch). Es muss etwas sterben, dass ich weiter leben kann. Sterben ist als Verwandelter auf einer höheren Entwicklungsstufe weiter leben.
Es ist bewiesen,wo die Sonne untergeht, geht sie zur gleichen Zeit irgendwo anders wieder auf. Hinter dem Todeshorizont ist wieder Lebensland in Sicht. Unsterblichkeitslernen heisst ein neues Körpergefühl zu entwickeln " von ich bin mein Körper" zu " ich bin nur in meinem Körper "und wenn ich tot bin, bin ich aus meinem Körper " und habe gelernt, meinen Körper loszulassen.
- Lehre uns bedenken (sterben lernen), dass wir sterben müssen auf das wir klug werden*.
* Psalm 90,12
- Unsterblichkeitslernen ist lernen den Tod nicht zu verdrängen, sondern sich mit der modernen Sterbe-und Nahtodforschung auseinanderzusetzen.
- Unsterblichkeitslernen ist Jenseitslernen*.
* Bildungs-Kultur-Lernen kennt nur das Lernen im Diesseits in einer sinnlichen materiellen Lebenswelt.Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird das Jenseits als die allum- fassende Wirklichkeit und das viel Grössere, worin das Diesseits eingebettet ist betrachtet. Insofern ist auch unser gegenwärtiges Leben bereits vom Jenseits umfangen. Jeder Kulturträger will auf etwas (Jenseitiges) hinweisen und die Sehnsucht nach oben wachzurufen, was den Menschen übersteigt, was man noch nicht ist und als Menschenaufgabe verwirklicht werden soll. Das Ende der Evolution wäre, wo Diesseits und Jenseits eins wären und damit der Dualismus, den die Philosophen Platon und Aristoteles in die Welt ge- bracht haben, überwunden.)Aber der Mensch befindet sich nur mit einem Teil seines Wesens innerhalb der natürlichen Schöpfung (Diesseits=Bildungs-Kultur-und existentielles Lernen aber mit einem anderen Teil seines Wesens, was ihn als Men- schen charakterisiert, befindet er sich ausserhalb der diesseitigen Schöpfung (Jenseits=Entwicklungs-Kultur und Unsterblichkeitsler- nen), so dass er in zwei Welten lebt und für beide Welten zum Lernen gezwungen wird.Für die bisherigen Generationen war nur das Dies- seitsbildungslernen denkbar, für die jetzigen Generationen wird das Jenseitslernen zur Selbstverständlichkeit werden.Die Bildungskräfte sind zu schwach und reichen nicht aus für das Jenseitslernen.Das Jenseitige existiert im weltlichen Sein und darf sich nicht damit abfinden, dass Gott nur in der einen Hälfte (Jenseits) zu Hause ist, aber nicht in der alltäglichen, lebendigen Wirklichkeit (Diesseits). Wir befinden uns inmitten einer neuen Weltstunde, in der sich die letzte im Diesseits bereits zu diesem (un)religiösen Ereignis befindet.
- Beim Unsterblichkeitslernen wird in der Einstellung gelernt, als wenn ich noch sechshundert Jahre Zeit hätte meine Ziele zu erreichen und alles andere auch noch zu erledigen, aber es jetzt tue, als wenn ich morgen sterben müsste.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet nicht nur in der Zeit zu lernen, sondern die Zeit zu transzendieren. Dieses setzt die Entwicklung eines neues Zeitverständnisses voraus " von in der Zeit, nach Kalender und der Uhrzeit leben " zu nur im " Hier, Jetzt und Heute" leben. Das Jetzt ist der Platz in meinem Leben, den ich einnehmen muss. Beim Jetzt habe ich nicht mehr die Zeit im Blick, sondern im Griff. Im Leben sind nur die Augenblicke schön. Es gibt nur zwei Tage, welche du im Leben nicht ändern kannst. Der eine ist gestern und der andere ist morgen. Wer ge- lernt hat aus dem Zeitlosen zu leben, weil der Augenblick auch die Ewigkeit mit einschliesst, für den ist der Tod kein Bruch und endgültiges Ende mehr und gilt auch für immer und für die Zeit nach dem Tode *.
* I.) " Gegenwart ist Ewigkeit, denn Gegenwart ist immer " *.
* Oskar Frédéric Gross.
II.) Das " Entwicklungs-Individualisierungs-Jetzt " ist eine zeitlose Gegenwart, welche ohne jegliche Datumszeit ist. Nur durch das Ergreifen " der Jetztzeit " kommen wir zum Zeitlosen. Genau be-trachtet ist die Zeit Null und die Raumgröße unendlich. Sie wird nie in ihrer Nullzeit sein, weil wir nur im Jetzt leben. Wenn die Geburt ihren Anfang nimmt, muss alle Zeit wegfallen.
III.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen habe ich keine Zeit, bis es fertig
ist. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen werde ich nie fertig und habe trotzdem alle Zeit der Welt.
IV.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird die Zeit von der Uhr bestimmt. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird die Zeit von der Entwicklungs-Prozess-Bewegung bestimmt *.
V.) Auch in der Relativitätstheorie definiert sich die Zeit erstrangig als eine Bewegungsdauer. Die Zeit bewegt sich nicht. Wenn nichts ge- schieht und nur gewartet werden muss, vergeht keine Zeit, da ist auch keine Zeit, aber wenn sich die Ereignisse häufen und viel ge-schieht, läuft einem die Zeit davon und die Zeit kommt einem viel länger vor. So ist das momentane Zeitempfinden immer abhängig von dem gerade Erlebten. Während ein untätiges Warten sich endlos hinziehen kann, da ist eine spannende Aktivität gleicher Zeitlänge im Nu verflogen. Und während nun untätiges Warten rasch in Vergessen- heit gerät, bleibt das freudig Erlebte in lebendiger Erinnerung. Das Zeitmass wird also nicht eigentlich von der Uhr bestimmt, sondern von der Bewegtheit des Objektes und wird durch die Aktivität geschaffen, wie es einstmals Albert Einstein in seiner berühmten Relativitätstheorie feststellte.
VI.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen denkt man ich habe " alle Zeit der Welt " und verschiebt es auf später. Beim Entwicklungs-Kultur-Ler-nen ist " das Jetzt " die beste Zeit, welche wir uns in 10 Jahren zurück wünschen.
VII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen bildet der Unterrichtstag den Menschen. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen entwickelt der Mensch den Tag. Man denkt nicht an die Zeit, sondern in der Zeit.
VIII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen möchte ich möglichst schnell und in kurzer Zeit meinen Bildungs- oder Berufsabschluss erreichen (für eine Qualifikation muss ich mich anstrengen). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt der Reifegrundsatz: " Wer einen hohen Turm bauen will, muss lange beim Fundament verweilen " (Reife wird einem geschenkt)*.
* " Die Dummheit besteht darin, zu einem Ende kommen zu wol-
len "*.
* Gustave Flaubert, französischer Romancier und Schriftsteller.
IX.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen kaufe ich mir einen einen Zeit-
messer (Luxusuhr) als Geldanlage und Spekulationsobjekt. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen lebe ich aus dem Zeitlosen und erlaube mir den Luxus, keine Uhr zu besitzen.
X.) In der geistigen Welt gibt es weder Raum noch Zeit und daher keinen Tod. In der Ewigkeit, weil alle Zeit, kann deshalb auch keine Zeit eingehen. Ewigkeit ist eine Zeit ausserhalb der Zeit.In der nichtlinearen Zeit existieren Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft zur gleichen Zeit im jetzt."Der Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist eine Illusion, wenn auch eine sehr hart- näckige" ( Albert Einstein).Die Zeit ist stillstehend. Deshalb entfällt auch jedes Zeit- gefühl. In der Ewigkeit sind eine Sekunde und zehn- tausend Jahre gleich wahr.Die Ewigkeit ist nicht zeitlos, vielmehr ist sie gleichzeitig zu allen Teilen der Zeit und umgreift alle Zeit. Die zeitlose Existenz ist jenseits aller Kausalität und jeglichen Werdens und Vergehens.
XI.) Siehe auch " Mit Ewigkeit ist keine zeitliche Ausdehnung ge- meint, sondern das Auflösen des zeitlichen Nacheinanders, dass unsere abgeleitete Zeit charakterisiert. Ewigkeit ist keine lange Zeit, sondern handelt es sich um eine Dimension, welche uns vom Zeitdenken ausschliesst "in " Philosophische " Jetzt-Zeit " als Ewigkeit in evolutionäre Allzeitnutzung
- Unsterblichkeitslernen heisst von alt und immer statistisch älter werden, um dann mit verdrängter Angst-Normalität sterben zum Sterben und Tod mit einer aufgeklärten angstlosen Normalität und dem Tod in einer positiven Erwartungshaltung gegenübertreten.
- Unsterblichkeitslernen heisst" Wo du stolperst, da grabe nach einem Schatz " *.
- Unsterblichkeitslernen ist das "stirb und werde". Goethe sagte einmal "so lange du das nicht hast dieses "stirb und werde",bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde".
- Unsterblichkeitslernen hieß bisher, dass ein religiöses Leben als Garantie für ein besseres Ewigkeitsleben galt zu jetzt gilt ein Entwicklungs-Individuations-Leben als Garantie für ein besseres Ewigkeitsleben. Gott galt als die Lösung aller Probleme im Leben (Erkenntniswahrheit) und Gott ist genauso die Lösung aller Probleme auch nach dem Tod (Glaubenswahrheit).
- Unsterblichkeitslernen heisst ein Wissen um den Tod, was dem Leben erst die Tiefe und Ernsthaftigkeit gibt. Erst wenn ich entwicklungsbewusst lebe, kann ich sinnbewusst sterben. Was gibt es nicht schöneres für das zu sterben, für das ich gelebt habe.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet das Todes-Bewusst- seins-Spiegelbild der vorherrschenden religiösen Todes-Zuständigkeits-Tradition und die bisherige würdelose, beklemmende " sich etwas vormachende Trauerkultur " überwinden lernen.
- Unsterblichkeitslernen ist auch für die Skeptiker das überkommene, materialistische Weltbild der Ganz- heitstod-Theorie in Frage stellen lernen, welches sich selbst zum ad absurdum geführt hat*.
* Das was wir mit den gewöhnlichen Augen sehen, sind nur fünf Prozent von sichtbaren Licht. Für 95 % der materiellen Phänomene gibt es keine sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit und die Naturwis-
senschaft kann dazu keine grundsätzlichen Aussagen machen.Der materiellen Wissenschaft aber dienen diese fünf Prozent sichtbare Materie als alleinige Erkenntnisbasis für das Nicht-Weiterleben nach dem Tod. Es wird behauptet alles messen zu können und was nicht messbar ist, das gibt es nicht. Dieser Primitivmaterialismus wurde aber durch das Prinzip des bewussten Geistes schon längst widerlegt.
- Unsterblichkeitslernen heisst nicht nur für die Rente arbeiten und nach dem Arbeitsleben erwartet mich das Sterben, sondern nach dem Arbeitsleben erwartet mich ein neuer Lebensabschnitt für eine unsterbliche Lebens- leistung und einen Lebenssinntod *.
* Weil aller Sinn durch das eigene Leben entwickelt werden muss, kann keine Bildung, kein Staat, kein Arbeitgeber, keine Gesellschaft, kein Priester oder welche Weltanschauung und sonstiger Lebens-
entwurf auch immer einem sagen, wozu man lebt.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet " heute ist die beste aller Zeiten ". Wenn wir einmal zurückblicken, erlebte im 17. Jahrhundert nur etwa mehr als die Hälfte der Menschen ihren zehnten Geburtstag. Da war man noch zu jung, um Sterben zu lernen. Auch hat sich die sta- tistische Lebenserwartung in den letzten 140 Jahren fast verdoppelt und das Leben zu verlängern die Triebkraft jeglicher Zivilisation ist. Darüber hinaus galt und gilt für damals wie heute " Brot vor Geist " und deshalb ist erst heute für die Mehrzahl der Menschen,weil sozialökono- misch abgesichert Unsterblichkeitslernen erst möglich. Was in in jungen Jahre unnatürlich wäre ist aber im gereiften Alter ein notwendiges Muss. Welcher Lebens- längensinn könnte sonst dahinter stecken ? *
* Früher galt nur der Bildungsgeist kultivierend und eine wirtschaft- liche Prosperität war die Voraussetzung und deshalb galt " Brot vor Geist ". Die Kulturepoche der Renaissance z.B. war nur denkbar einerseits durch die politische Freiheit der Städte und andererseits durch den Wohlstand, welcher erst der Handel ermöglichte und private und öffentliche Kunstschöpfungen in Auftrag gegeben werden konnten. Freigeistigkeit und eine ökonomische Autonomie galten ausnahmslos als Kulturvoraussetzung. Wenn aber alles " als Mittel zum Entwicklungs-Individualisierungs-Sinn-Zweck zur Selbstkultivie-
rung " betrachtet wird, dann heisst es nicht mehr nur " Brot vor Geist ", sondern auch " Brot und Entwicklungs-Individualisierungs-Geist " bedingen sich gegenseitig und die kulturelle Entwicklung verlagert sich von aussen nach innen, weil jede Wahrheit kostenlos zu haben und in allem auch im Unvernünftigen, Untugendhaften und Exzes-
siven zu finden ist. Das Gesetz des Leb ens ist der Widerspruch. Die Tugend wird nur in der Verführungsschwachheit vollbracht wird, weil diese zur Entfaltung das Gegenteil bedarf. Das Gute ist erst das Gute und eine Tugend, wenn es vom negativen Pol gereinigt wurde. Wo keine Untugend, da ist auch keine Tugend möglich. Die Untugend ist nur eine verkleidete Tugend. Nur weil ich der Versuchung widerstan-
den habe, bin ich dadurch stärker und tugendhafter daraus hervor gegangen und das Böse wird zum Guten. In der Auseinandersetzungs-Transzendierung wird der Widerspruch erst aufgelöst. Die ge- oder ungenutzen Entwicklungsmöglichkeiten sind nicht davon abhängig,ob es mir wirtschaftlich oder gesundheitlich gut oder schlecht geht, sondern ob ich aus der Not eine Tugend mache als die Verbesse- rung des noch nicht Guten. Der ruhige, widerstandfreie, griechische Geist und der ruhelose, Lebenskrisen behaftete, gotische Geist finden zur Einheit zurück.
- Unsterblichkeitslernen heisst nicht mehr zu fragen wie lange ich leben will, sondern die Frage muss heissen; was muss ich tun, um ewig zu leben. Nicht auf das ewige Leben kommt es an, sondern auf ewige Lebendigkeit. Was kann ich schaffen, was meinen Tod überdauert. Die Frage aller Fragen beim Sterben lernen ist wie viel Ewiges (Bleibendes, Tragendes und Vorbildhaftes in der Zeit geschaffen wurde).
- Unsterblichkeitslernen ist Selbstwerdung und selbst sein lernen. Dadurch wird alles abgestreift, was man nicht selbst ist*.
* I.) Ausser zu gärtnern und zu malen bin ich zu nichts nutze*.
* Claude Monet, Maler.
II.) Ich funktioniere nur in meinem eigenen Universum*.
* Lea Linster,luxemburgische Gastronomin.
- Unsterblichkeitslernen ist das" Carpe Diem" bei Horaz. Es ist die einzige " Selbst-Errettungs-Chance " und " Arche Noah " für jeden Einzelnen.
* Das Individualitätsprinzip bezieht sich auf das persönliche Gottes, verhältnis, weil ich nur als Einzelner und nicht eine Glaubensge- meinschaft am "grossen Gerichtstag" des Todes vor Gott gestellt ist,weil nur der Anerkennung der eigenen Schuld innerhalb der Krise das einzigste Eigentum ist ,dass den Einzelnen begründet ("Karma- konto").Es wird jetzt die innere unverstellte Natur sichtbar.Er wird er nicht gefragt z.B. ob er ein guter Staatsbürger gewesen ist, was die anderen gemacht haben, nach seinem Bekanntheitsgrad, wie viele Tore z.B. als Fußballstar einmal eingenetzt wurden oder wie viele Welthits er/sie gesungen hat, nach seinem Bankkontostand, wie viele Kinder, welche Position, welchen Beruf, Besitz, für was er Zeit und Interesse hatte und wie löblich die Grabrede des Pfarrers war, son- dern Auge in Auge nur nach seinem persönlichen Gottesverhältnis als die ei-gentliche Lebensleistung d.h., ob er sich treu und entwick- lungsehrlich als Wahrheitsliebe geblieben ist, das Bessere und Höhere im Hier und jetzt gewollt,was er für andere getan hat oder hätte tun können als Lebensprüfung, Lebens- sinnaufgabe und geschenkte Lebensdankbarkeit. Nach Meister Eckhart lohnt Gott nicht nach der Größe der Werke, sondern nur, ob sie in Gott vollbracht werden. Gott ist nie ein Allgemeines, sondern immer ein "Du" was als persönliches Heil unvermittelbar bleibt und wirkt nur in der Realität des hier und Jetzt.
- Unsterblichkeitslernen heisst, ich kann nicht der gleiche Gewohnheitsmensch bleiben, wer ich bin und nur das ist es,was es zu begreifen gilt. Das Leben ist auf Wachstum und nicht auf Wiederholung und Beharrung ausgerichtet, was den Menschen erst adelt. Wiederholung als Kreislauf und " alle Jahre wieder " ist ungeschichtlich und entwick- lungslos. Das Signum für Entwicklung ist die Spirale. Der Mensch ist nicht dazu geschaffen worden, wie ein Zirkuspferd in der Manege immer im Kreise herum zu laufen.Das schliesst ggf.einen Berufswechsel, Partner- wechsel,Wohungswechsel,Gewohnheitswechsel etc. mit ein.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen gilt, wenn die Zeit reif ist beginne mit dem Sterben lernen, aber beim Entwick- lungs-Kultur-Lernen beginne ich "Heute im hier und jetzt" mit dem Unsterblichkeitslernen, weil die Zeit dafür reif ist.
- Beim Unsterblichkeitslernen kommt es nicht immer darauf an, dass es gut ausgeht, sondern es kommt nur darauf an, dass es Sinn macht, wie es ausgeht. Dann habe ich alles richtig gemacht*.
* Die Erfahrung des leeren Lebens, das «eigentlich» nichts wert war, gelebt zu werden, macht nicht selten das aus, was man Mitlebens- oder Endlebenskrise nennt.Das Geheimnis des Erfolges ist die Übung. Unsterblichkeitslernen heisst üben, üben und nochmals üben und den "Rosenkranz des Sterben lernens" ständig beten. Wirkliches Talent zum Sterben hat wohl keiner von uns, aber zum Sterben lernen.
- Das Unsterblichkeitslernen hat grosses Gewicht und höchsten Wert und ist entscheidend über den Tod hin- aus.
- Beim Unsterblichkeitslernen wird nicht über die Endlich- keit des Lebens nachgedacht, sondern es wird so gelebt, als wenn wir ewig leben, weil es auch so ist.
- Unsterblichkeitslernen ist erkennen lernen, dass nicht ich Entwicklung mache (Dominationsmacht), sondern die Entwicklung mich macht (Wirkungsmacht) oder wie der Altmeister Goethe es zu sagen pflegte, dass ich nicht schiebe, sondern geschoben werde*.
* Was von uns selbst hervorgeht ist geworden, was von uns gewollt ist, ist gemacht.Wir haben es nicht in der Hand, können es nicht machen sondern müssen es geschene lassen. Jeder Eingriff ist eine Störung. Es kann nichts werden, wo man keine Zeit hat es schwei- gend auszutragen. Das übermässgige Tun und immer selber machen wollen wirkt zerstörerisch.
- Unsterblichkeitslernen ist weniger die Kunst des Möglichen, sondern im Rahmen des Möglichen, wozu ich auch wirklich indivdualisierungsreifebereit bin als eine neue Kulturkategorie, wo ich dem Sterben und Tod in der Auseinandersetzungsbeschäftigung gegenübertrete, ihn in Luft auflöse und im Transzendierungsprozess "Selbstkultur " für ein besseres Leben danach schaffe"*.
* Gemäss der Hypothese, dass das Leben stufenlos weiter geht auf der Entwicklungsstufe, die dem zuletzt erreichten seelisch-geistigen Entwicklungszustand entspricht.
- Unsterblichkeitslernen heisst erst einmal mit dem Entwicklungs-Kultur-Lernen anfangen und alles weitere kommt von selbst (" vom selbst her").
- Unsterblichkeitslernen ist so zu leben, dass man immer mehr gefragt wird.
- Unsterblichkeitslernen gebe ich alle Fragen auf, ausser der einen: " Wer bin ich "?
- Wenn ich die Entwicklungslosigkeit meiner Lebensstatik verändern möchte, wird auch nichts anderes getan als bisher, nur der Lebensblickwinkel ändert sich,weil alles nur in der Entwicklungs-Auseinandersetzungs-Einstellung getan wird, wo jeden Tag gelernt wird, immer nur das Bessere und Höhere für jeden Einzelfall als Entwicklungs- tugend zu wollen. Das genügt. Das ist das Unsterblich- keitslernen als Lebenskunst einer Lebensüberlegenheit der Zukunft*.
* Durch Verschiebung des geistigen Blickwinkels wie bspw. durch den Philosophen Immanuel Kant oder durch den Astronom Nikolaus Kopernikus hat sich die ganze Denkanschauung der Zeit verändert.
- Unsterblichkeitslernen heisst sich die Frage stellen, wenn ich heute stürbe, wie würde ich mein Leben betrachten*.
* Wenn man sein Leben so lebt, dass man bereit ist, jeden Tag zu sterben und danach noch 30, 50 oder 100 Jahre lebt, dann lebt man sein Leben gut.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet, dass ich für das Leben und nicht das Leben für mich da ist.
- Beim Unsterblichkeitslernen gilt, wer den Tod fürchtet, hat aufgehört zu leben.
- Unsterblichkeitslernen ist getragen und geführt von der Autorität anderer, was aber in jungen Jahren nicht anders sein kann aber auf uns selbst zurück geworfen, was im zunehmenden Alter sein muss, weil ich die Nähe meines Todes aus meiner eigenen, höchst individuellen, einsamen Sichtweise erlebe und auf mich selbst zurück- geworfen bin*.
* Bildungs-Kultur-Lernen ist Hilfe in Büchern oder bei anderen Menschen suchen (die hilfreichste Hand ist der Arm anderer und fragen, was andere und der Staat für mich tun können). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist sich selber helfen können und Hilfe sein für die Anderen (die hilfreichste Hand ist die am eigenen Arm und fragen, was ich für die anderen und den Staat tun kann).
- Unsterblichkeitslernen heisst, weil ich z.B. ein religiöser Mensch bin und an ein Weiterleben nach dem Tod, an die leibliche Auferstehung, an die Reinkarnation, an eine Gemeinschaft mit Gott oder sonstige Unsterblichkeits- und Jenseitsvorstellung glaube. Nur das ist noch nicht alleine mit einem tradierten, dünnen, bejahenden Glaubensverständnis abgetan. Sterben lernen geht aber über alle religiösen Glaubensbekenntnisse hinaus, weil jeder einmal sterben wird und sich eine angstlose Spiritualität auch ohne bekennende Religion leben lässt*.
* I.)" Das Reich Gottes ist eine Perle von unschätzbarem Wert, die man sich durch ernsthafte Erforschung und Selbstaufgabe verdienen muss".
II.) Der Begriff Spiritualität darf nicht mit Religion verwechselt wer-den. Ein Drittel der Deutschen z.B. gehört keiner Religionsgemein-
schaft an.
- Unsterblichkeitslernen heisst " Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden d.h., nicht dem Selbstvorwurf am Lebensende sich stellen müssen, warum habe ich mir nie Zeit genommen Sterben zu lernen und den Tod bis zur letzten Minute verdrängt und jetzt auf den Tod zitternd warte anstatt ihn freudig zu erwarten*.
* Das Leben ist an einem vorbei gegangen. Diese Neubewertungs- einsicht im Angesicht des Todes ist frustrierend und ernüchternd zugleich und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden und auch keine Altersmilde zu erwarten ist.
- Unsterblichkeitslernen heisst " Wer weiss denn, ob Le- ben nicht Totsein ist und Totsein Leben "?*
* Euripides, griechischer Dramatiker.
- Unsterblichkeitslernen heisst " Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man auch nicht durch den Tod verlieren"*.
* Johann Wolfgang Goethe, Dichter.
- Unsterblichkeitslernen heisst ;" Glücklich der Mann, der den Hafen (Frieden) erreicht hat und hinter sich ließ das Meer und die Stürme"*.
* Heinrich Heine, deutscher Dichter, Schriftsteller und Journalist.
* Siehe auch Ruhe, Frieden und Freiheit sind aller Unruhebewegung Suchsziel
- " Philosophieren heisst sterben lernen"*.
* Michel des Montaigne, französischer Philosoph.
- Unsterblichkeitslernen bekommt der Tod eine neue Deutung. Er wird nicht mehr als Verhängnis und als unabwendbares Schicksal betrachtet, sondern als Lebensfortsetzung, christlich gedeutet "dass alles Leben nur fortgesetztes Sterben und "österliche Auf- erstehung in der Metaphormose" in einer neuen Lebensform ist, wo ich meine bisherige Steuer-und Rentenversicherungsnummer nicht mehr brauche.
- (Ab)sterben lernen als Unsterblichkeitslernen ist alles Tun in der Absicht, es durch De-und Entmaterialisie- rung zu überwinden.
- Jede gotische Kathedrale ist ein Symbol und voller Allegorien für das Unsterblichkeitslernen. Jeder per- sönliche Entwicklungs-Individualisierungs-Weg geht nur über und durch die gotische Kathedrale, welche eine in Stein gemeißelte Leidensweg-Biografie Christi ist, wo Materie zu Geist wird. Materie wird Geist als " lapis philosophorum, harter Stein wird geschmeidig , die Steinkraft zur wortlosen Weisheit geformt und ist " in Stein gehauenes Gottesgefühl" als Lernprozess-Ausdruck der dynamischen Entwicklung schlechthin ".Es ist manifestierte Mystik voller biblischer Bildsprache, wo das Sichtbare das Unsichtbare widerspiegelt, so lässt sich das euphorisierende Wesen einer gotischen Kathedrale, der Höhepunkt europäischer Baukunst zusammenfassen.
- Unsterblichkeitslernen heisst auch sich selbst nicht von der Vergebung ausschliessen. Die Schuld ist dann ausge- löscht, wenn man sich selbst vergeben hat.
- Je mehr ich sterben lerne, werde ich nicht mehr das Gefühl los, dass die Welt als Probierstein nur für mich da ist, um sie immer mehr zu transzendieren durch De-und Entmaterialisierung überwinden, damit ich freier und nur noch mich selbst werde.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet nicht den Tod ver- drängen, sondern ihn zu bewältigen.
- Unsterblichkeitslernen ist das " amor fati ", das Notwen- dige nicht nur zu ertragen, sondern es auch zu lieben. Je mehr ein Mensch zukunftsbestimmt ist, desto grösser sein Leiden, weil die gestalterischen Kräfte sich abstos- sen.
- Unsterblichkeitslernen" ist an dem Glauben festhal- ten, dass Gott dich nicht fallen lässt. Er hält sein Ver- sprechen"*.
* Rudolf Alexander Schröder, Schriftsteller.
- Unsterblichkeitslernen heisst verstehen lernen " dass die Zeit Gott zu suchen, das Leben ist. Die Zeit, Gott zu finden, ist der Tod. Die Zeit Gott zu besitzen, ist die Ewigkeit*.
* I.) Franz von Sales, Bischof.
II.) Siehe auch "Das Gottesentwicklungsverständnis eines eines Meister Eckhart".
- Unsterblichkeitslernen ist nicht jedermanns Sache (Goethe).
- Unsterblickeitslernen bedeutet,dass ich keine Angst vor dem Sterben habe.Milliarden von Jahren davor war ich auch tot*.
*Mark Twain,amerikanischer Schriftsteller.
- Unsterblichkeitslernen führt zum sicheren Wissen,dass es der Natur schlechthin unmöglich ist, ein Wesen zu zerbrechen, zu schädigen oder irgend wie anzutasten, wofern dieses nicht damit auf einen höheren Wert hinaus will. Gott will die Natur nicht zerstören, sondern vollenden.Es gibt kein Scheitern, was nicht in einem neuen Anfang mündet. Es muss etwas sterben, weil es gedient hat und die Zeit dafür abgelaufen ist, damit ich weiterleben kann*.
*in Textanlehnung an Meister Eckhart
- Beim Unsterblichkeitslernen ist nichts getan, solange noch etwas zu tun bleibt
- " Nicht weniger wichtig als die Vorbereitung auf unseren eigenen Tod ist es anderen zu helfen, Unsterblichkeit zu lernen"*.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet, wer immer ein Ziel vor Augen hat, um das sich zu kämpfen lohnt, der lebt (wirk- lich)*.
* Emil Oesch, Schriftsteller und Verleger.
- Unsterblichkeitslernen heisst nicht wieder " ewige Jugend " als Entwicklungsziel und damit einen neuen Jugendkult auf den Thron zu heben, sondern immer mehr zu " seinem Frieden beim älter werden und im Alter zu gelangen.
- " Unsterblichkeitslernen heisst, dass das ganze Leben ein Kampf des Individuellen mit dem Universum ist " *.
*I.) Christian Friedrich Hebbel, Dramatiker.
II.) Da der Mensch sich per Definition nur durch seine Entwicklung begründet und gerechtfertigt, wird das Leben in dem Maße nur lebendig und ist wahr, wie es sich entwickelt. Der Mensch, der nicht individuell wird, ist nicht wahr und existiert eigentlich nicht wirklich. Wo der Wille der Entwicklungsindividualisierung fehlt, automatisch zur Bringschuld der Entwicklungslosigkeit wird. Nicht in der alltäg- lichen Welt, sondern in der eigenen selbst Geschaffenen ist die wahre Existenz.
- Ich habe Unsterblichkeitslernen gelernt, wenn ein schö- nes Sterben das ganze Leben ehrt*.
* In Textanlehnung an Francesco Petrarca.
- Durch das Unsterblichkeitslernen wächst die Wachheit und die Überzeugung für die Unsterblichkeit.
- Ich habe Unsterblichkeit gelernt, wenn z.B.engste Fa- milienangehörigen gestorben sind, ich nicht ewig nachtrauere und nicht alles Geld der Welt ausgeben würde, wenn der/die Angehörige wieder zurück kommen könnte, sondern dass ich Gottes Wille als das Höhere und Bessere als nächster Entwicklungsschritt akzeptiert habe*.
* I.) Ein wirklich Toter kann nicht aus dem Jenseits in das Diesseits zurückkehren.Sein Geist kann nicht mehr in dem Körper Besitz (z.B. durch Materialisierung) ergreifen, den er durch den irdischen Tod verlassen hat.Das ist ein ehernes Gesetz, von dem es keine Ausnah- men gibt. Sobald sich ein Geist im Jenseits befindet, hat er seine irdische Laufbahn endgültig abgeschlossen.Sein diesseitiges Schicksal ist unwiderruflich entschieden.Er kann nur durch eine erneute menschliche Geburt,wer an die Rekarnation glaubt, wieder auf die Erde zurück kommen.
II.) Siehe auch "Von der traditionellen, zeitwidrigen,mumifizierten Beerdigungs-und Trauer-Erinnerungskultur des Bildungs-Kultur-Lernens zur modernen, gegenwärtigen, evolutio- nären Beerdigungs-und Trauer-Erinnerungskultur des Entwicklungs-Kultur-Lernens. (Vom Trauertag zum Freudentag) in Kulturlernen-40
- Unsterblichkeitslernen bedeutet, dass erst einmal ein Weiter-Leben-Seelen-Daseins-Verständnis geschaffen wird,dass die Welt nur für die Nachwelt geschaffen wurde und alles was geschieht und bedrückt, aller Besitz und Reichtum, jedes Leid und jede Freude durch die "Sterben-Lernen-Brille" betrachtet wird.
- Unsterblichkeitslernen ist von dem alleinigen, wirt- schaftlichen Zukunftsinteresse einer gesicherten Altersversorgung zum genauso wichtigen Zukunfts- interesse seinem Leben mehr Sinn,Wert und Bedeutung nach der Altersversorgung zu verleihen.
- Unsterblichkleitslernen ist alles was getan wird in der Absicht, das Vorhergehende zu überwinden.
- Unsterblichkeitslernen heisst nicht mehr zu fragen wie lange ich leben will, sondern die Frage muss heissen; was muss ich tun, um ewig zu leben.
- Beim Unsterblichkeitslernen erkenne ich, dass nicht der Tod der Sinn des Lebens, sondern das (Entwicklungs-Individualisierungs)leben der Sinn des Todes (Tod des Materiellen durch Dematerialisierungslernen ist und deshalb die Bedeutung des Todes das Leben ist und das Leben durch den Tod vollendet wird.
- Unsterblichkeitslernen ist zu akzeptieren " dass der Tod keine Niederlage,sondern ein Teil des Weiterlebens ist. Alles Leben ist nur fortgesetztes Sterben und "österliche Auferstehung in der Metaphormose" einer neuen Lebensform.
- Unsterblichkeitslernen ist jetzt schon im Diesseits auch jenseitig leben lernen,weil es dieser Zwei-Welten-Dualismus nicht gibt.Aber dieses dualistische und deter- ministische Denken gilt im heutigen, dimensio- nellen, nachquantischen Mikrophysikzeitalter der Beziehungen, der Ganz- und Einheit, weil alles mit allem verbunden, das Kleinste mit dem Grössten, das Nahe-liegenste mit dem Entferntesten,die Toten mit den Lebenden theo- logisch überholt, wahrheitswidrig, überwunden.
- Unsterblichkeitslernen ist das Individualisierungslernen in Gesellschaft und Beruf und will genauso gekonnt und gelernt sein wie das gesellscahftliche Integrations-und Anpassungsleben.
- Kunst gilt als Metapher für die Unsterblichkeit und Un- sterblichkeitslernen als Lebenskunst gilt als Metapher für die Unsterblichkeit*.
* Die Mode gilt als vollendet, wenn man nichts mehr weg lassen (absterben) kann*
* Jil Sander,Modedesignerin.
- Unsterblichkeitslernen heisst individualgeschichtlicher zu werden. Das Lernparadigma für das Bildungs-Kultur-Lernen ist, dass wir nur in dieser Welt leben. Das Lern- paradigma für das Entwicklungs-Kultur-Lernen ist, dass wir nicht nur in dieser Welt leben, sondern auch im Individualgeschichtlichen*.
* Der Mensch ist von der Grundstruktur seiner Wirklichkeit historisch notwendig und steht in der Absolutheit seiner selbst als das Selbst-
verstehen des Menschen in seiner Entwicklungs-Freiheitsbewe-
gung als Geschichtlichkeit. Die bisherige Geschichte ist das Leben
der anonymen Massengesellschaft, aber die Geschichte hat die Ent-
wicklungsgeschichte des Einzelnen als letztes Ziel. Der Mensch
hat eine amphibische Natur und ist gleichzeitig ein geschichtliches Gemeinschaftswesen, aber seiner Bestimmung nach ein individual-
geschichtliches Wesen. Der Einzelne hat keinen Wert ausser im
Dienste seiner individuellen Lebensgeschichte. Nur in der Indivi-
dualgeschichte des Einzelnen und nicht in der Geschichtslosigkeit
der Masse als Vielmensch gibt es einen Fortschritt. Der Staat, eine Gesellschaft als Kollektiv kann sich nicht entwickeln. Entwicklung ist immer individuelle Selbstentwicklung. Kulturen werden
nur von Einzelnen aufgebaut und erneuert.
- Unsterblichkeitslernen heisst für Gläubige ein Bewusst- sein entwickeln, dass ich "aus Gottes Hand mein Leben empfing, unter Gottes Hand mein Leben gestaltete und in Gottes Hand mein Leben zurück gebe"*.
* Aurelius Augustinus, Kirchenlehrer.
- Unsterblichkeitslernen heisst das Wissen, wenn ich einmal die Welt verlasse werde und noch daran schuld bin, dass diese ein wenig durch mich besser und zu einem besseren Ort geworden ist. Dann habe ich etwas hinter- lassen, was der Unsterblich- und Unvergesslichkeit denk- malwürdig ist und die Zeit überdauert*.
*I.) Der Sinn des Lebens besteht oft in den reichen Industrieländern
darin dass, wenn die Erde einmal verlassen wird, diese durch ihn noch reicher geworden ist.
II.) Jeder kennt den verzweifelten Kampf gegen die Vergessenheit, wo z.B. in dem " Vietnam Veterans Memorial " in Washington mehr als
58 000 Namen gefallener und vermisster Soldaten eingraviert sind.
III.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen spielt das Geburtsjahr für die Ein- schulung und nachfolgende Bildungs- und Ausbildungsqualifizie- rungen eine grosse Rolle. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist das Geburtsjahr eine unwichtige Fussnote, weil am Ende des Lebens nur zählt, ob die Welt ein wenig durch mich besser geworden ist und ich auch noch daran schuld war. Nicht die Schulleistungen sind wichtig, sondern die einmalige,unvergängliche Lebensleistung.
- Unter Unsterblichkeitslernen wird nicht der Sterbepro-zess verstanden, denn dieser lässt sich nicht üben, sondern nur der lebenslange Lebens-Entwicklungs-Sinn-Prozess. Sterben lernen ist mit der Gewissheit eines Weiterlebens eine Sinnhaftigkeit für das Leben zu gewinnen. Erst wenn man weiss, wofür man sterben würde, weiss man auch wofür man lebt. Wenn ich meinem Leben seinen Sinn gegeben habe, habe ich dem Sterben auch einen Sinn gegeben, der nicht in Schutt und Asche gelegt werden kann und kein Anlass für einen Erbstreit bietet*.
* Wenn das Ende des Lebens naht denkt niemand daran, dass er noch mehr Geld hätte verdienen können, sondern nur daran, dass er nicht richtig gelebt, die verflossene Zeit egal wie alt er geworden ist, nicht für das Unsterblichkeitslernen genutzt hat und im Leben trotz mate- riellem Überfluss und nichts gefehlt hat, unglücklich war. Das nur alt und älter werden ist noch kein Wert an sich. Erst im Unglück weiss man, wer man wirklich ist.Alleine die Tatsache, dass du eines Tages stirbst, bedeutet nicht, das du jemals (richtig) gelebt hast. Am schlimmsten ist, dass wer stirbt gar nicht weiss, das er nie lebensauf-
tragssinnhaft gelebt oder gar keine Möglichkeit gehabt hat sich selbst zu werden und selbst zu sein, weil nur das Existentielle im Vorder- grund stand und in seiner Lebenswelt nur groß und alt geworden ist, Wertetraditionen und Gewohnheiten aus der Kindheit und Jugend übernommen. Er hat diese nie in Frage gestellt oder überwunden, sondern ist ihnen" wie eine Puppe "gefolgt, aber nie sich selbst ge- worden und nur seine Rolle in der beruflichen, familiären und staats- bürgerlichen vorgeformten Sozialisierungsan- passung ausgefüllt, diese auch im Pensionsalter weiter fortgeführt hat, dieser Lebens- entwurf als gelungen betrachtet wird (wenn er nicht durch eine Lebenskrise zu einem Entwicklungswandel gezwungen wird) und ein Kind des vorherrschenden Systems und der Zeit geblieben ist, obwohl es ein substanzloses, am Leben vorbei gelebtes Leben der Anderen war.
- Unsterblichkeitslernen heisst nicht nur für die Rente arbeiten und nach dem Arbeitsleben erwartet mich das Sterben, sondern nach dem Arbeitsleben erwartet mich ein neuer Lebensabschnitt für eine unsterbliche Lebens- leistung und einen Lebens-Sinn-Tod.
- Unsterblichkeitslernen ist ein Ideal leben für das sich tzu sterben lohnt.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet seinen Lebensweg nochmals als Gewandelter gehen lernen*.
* Der Mensch kann die Spuren seines Weges nicht verwischen, sondern er kann sich von dieser nachwirkenden Wirklichkeit nur dadurch befreien, dass er diesen Weg nochmals als anderer geht.
Der Mensch muss seine Vergangenheit aufarbeiten, indem er sich wandelt und nochmals so leben und handeln, der er einmal sein möchte. Wir sind durch die frühere Unwahrheit gebunden und müssen uns von ihr freimachen. Eine andere Zukunft kann sich nur aus einer anderen Vergangenheit entwickeln. Es ist die schon fast paradoxe Ausgangslage, dass man eine bessere Zukunft nur erwar-
ten kann, indem man ihr erst den Rücken kehrt und sich der Aufarbeitung seiner "Entwicklungs-Individuations-Bringschuld der Entwicklungslosigkeit" des nicht gegangenen Entwicklungswe-
ges widmet, welche tausend Masken trägt. Die Zukunft ist nicht in dem Sinne offen, dass ich vom Standpunkt der Gegenwart nur
planen und mir neue Möglichkeiten erschliessen muss, um damit
die Zukunft zu gestalten, sondern sie ist bereits durch die Ver-
gangenheit vorherbestimmt, abgesteckt, eingegrenzt und vorent-
schieden worden. Wer darüber nach denkt wird erkennen, dass
der Mensch, der die unbewältigte (Schuld)vergangenheit aus-
blendet und nur nach vorne lebt, seine (Planungs)zukunft bereits hinter sich hat.
- Es darf nur vom Unsterblichkeitslernen gesprochen werden, wenn es sich um eine Veränderung " vom Nie- drigen zum Höheren "handelt.
- Unsterblichkeitslernen heisst zu bedenken, wenn einmal " der grosse Gerichtssterbetag " kommen wird und nur dann eine Frage wichtig sein wird, " was hast du für andere getan".
- Unsterblichkeitslernen ist seine Ruhe und Frieden in allem finden, weil die Ruhe, Frieden und aller Lebens-unruhe Suchziel sind und damit alles gelernt wurde, was es als "sterben lernen "zu lernen gibt, weil im Frieden der dualistische Zustand vom Diesseits und Jenseits aufge- hoben ist. Solange ich noch nicht meinen Frieden in allem gefunden habe, solange habe ich noch nicht das Sterbensziel erreicht*.
* I.) Bildungs-Kultur-Lernen ist alle Zeit, alle Kräfte und alle Mittel verwenden, um mehr Geld zu verdienen. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist alle Zeit, alle Kräfte und alle Mittel verwenden, um mehr zum inneren Frieden zu gelangen. Er versteht dann auch den Satz des Kirchenlehrers Augustinus: " Wer seinen Frieden gefunden hat d.h., wer " Gott " geschaut hat (Gott ist identisch mit Frieden), in allem seine Ruhe gefunden hat und immer wieder neu findet, nichts mehr dazu lernen braucht und deshalb alles (Wissen) gelernt hat, was es zu lernen gibt.Siehe weiteren Volltext den Gliederungspunkt "Frieden" in Christentum-frueher-und-heute
II.) "Zu sein, zu leben, das genügt wie der Dichter Friedrich Hölderlin es ausdrückte. Das bedeutet im Sinne von Meister Eckhart im Frieden mit sich selbst sein, was identisch ist mit dem Leben selbst und das genügt. Gott wirkt aus sich selbst heraus. Das Wesen einer Autorität ist immer Ruhe.
III.) " Versöhnt euch wieder, bevor es Abend wird " - Brief an die Epheser 4,26.
IV.) Es beginnt alles mit dem gotischen Lernprinzip und dann beginnt es sich zu beruhigen.
V.) Bildungs-Kultur-Lernen ist mit dem Bildungsabschluss und Verlassen der Schule/Universität zur Ruhe gekommen. Beim Ent- wicklungs-Kultur-Lernen kennt kein Geschöpf Ruhe und Rast, bis es seinen Individualisierungs-Rhythmus gefunden hat.
VI.) Ohne die ruhelosen Feldzüge Karl des Großen gäbe es nicht die Vorstellung vom geeinten, befriedeten Europa*.
* Siehe auch Das Gesetz des Lebens ist ihr Widerspruch
- Eine gute Dauerübung für das Unsterblichkeitsler- nen wird die Auseinandersetzung und ständige Rezitation der über zweihundertfünfzig Aphorismen und Zitate von Meister Eckhart*
*I.) Als Autor stelle die These auf, Meister Eckhart nicht zu kennen, einer Lebenssinnverfehlung gleich kommt und das Leben dann nur ein grosser Irrtum war. Als die Gestalt Eckhart literarisch mir ent-gegen trat, fesselte sie mich mit unwiderstehlicher Gewalt. Er ist eine Schlüsselgestalt der Individuations-Geschichte und mit ihm oder gegen ihn werden die Lebensentscheidungen getroffen, welche den Sinn oder Unsinn unserer Daseinsexistenz ausmachen. Das dunkels-
te Mittelalter hat das hellste (mystische) Licht hervorgebracht.
II.) Meister Eckhart hat das Christentum zu einer Selbsterkenntnis- und Selbstentwicklungsreligion geformt als grosse Konfession, die im Idealfall das kirchliche Lehramt überflüssig macht und die wahren Wurzeln des Christentums freigelegt. Es ist das Abstreifen nicht-in- divi- dueller Religionsweisen als Wirklichkeitsreligion als Zukunft des Christentums. Er hat die äusseren, theologischen Lehren und starren Formen als Meister der scholastischen Begriffskunst mit dem Blick vom religiösen Urgrund transzendiert, um aus aller Lehre das tiefere Innere herauszuholen und in das Innere der Religion vorzustossen als Fundamentaltheologie.
III.) Meister Eckhart hat den religiösen Dualismus Gott im jenseitigen Himmel und der Mensch auf der diesseitigen Erde überwunden, wel- cher erst die " Zwei- Reiche-Lehre " notwendig macht. Religion ist die längst bewiesene und zu überwindende, dualistische Gott-Welt oder Diesseits-Jenseits-Sichtweise, die es aber durch das Verschränktheits- prinzip der Quantenphysik als Interverbundenheit faktisch nicht gibt, miteinander verwoben ist, komplementär zusammengehört und das Spannungsverhältnis des religiösen Diesseits (Realwelt)-Jenseits (Wirklichkeitswelt) Dualismus zum ad absurdum geführt hat, weil Gott im Diesseits jenseitig ist. Gott ist für ihn in jedem Vogel zu finden der singt, in jeder gewonnenen Lebenserfahrung und dass Gott die Welt und alle Dinge um des Menschen willen erschaffen habe, den Menschen jedoch um seiner selbst willen.
IV.) Meister Eckhart, einer der grössten deutschen Denker des Mittel-alters, als höchste theologische Autorität und grösster Vertreter der deutschen Mystik, Siegelbewahrer, Philosoph und religiöses Genie,gilt als " DER " christliche Mystiker schlecht hin, wenn nicht des westli- chen Denkens überhaupt und ist ein Teil der deutschen Kultur.Mystik ist schlechthin Meister Eckhart. Die geschichtlichen Wirkungen, wel- che von ihm ausgegangen sind können kaum zu hoch angeschlagen werden und der Einfluss seiner ausgesprochenen Gedanken bis auf den heutigen Tag andauert. In der Theologie ist er eines der wichtigs- ten Mitglieder, welche die deutsche Reformation vorbereitet haben. Vergleichsweise waren die Reformationsbestrebungen Martin Luthers von der Tiefe und Weite nur ein Mönchgezänk dagegen.
V.) Als Philosoph hat er eine kräftige Saat von Gedanken ausge- streut, hat soviel Neuland in der Seele entdeckt und ist tiefer in die Welt des Unbewusstsein eingedrungen wie jeder Theologie, wie Sigmund Freud oder ein Kriminalist, die in verschiedenen Formen immer wieder im deutschen Geist mächtig geworden sind. Er gibt sich diese Stellung nicht selber, sondern dieses Schicksalslos ist ihm als spezifische Anlage seines geniales Geistes zugefallen.In der geistigen Originalität der Entmystifizierung und damit für jedermann lebbaren Gottesbegriffes liegt das Geheimnis seiner Persönlichkeit, formulierte er eine Erfahrung historischen Ranges und war von keinem seiner früheren Lehrmeister abhängig.
- Unsterblichkeitslernen heisst in der Überzeugung leben" Gott wird mir verzeihen, das ist sein Beruf"*.
* Heinrich Heine (1797-1856) deutscher bekehrter Skeptiker, Spötter, Journalist, Dichter, Erzähler, Romancier auf dem Sterbebett.
- Unsterblichkeitslernen heisst, auch wenn es als als Lernforderung idealistisch klingt, im " Hier, Jetzt und Heute" möglichst immer das Bessere zu wollen, indem ich das Bessere ständig verbessere. Das Leben ist zu kurz für später, für irgendwann,weil ich ja noch so viel Zeit habe*.
* I.) Das gotische Lernprinzip ist die ständige Verbesserung des Besten als das Neuartige zur Differenz zum Alten als ein Optimie- rungs lernen des individuell Besseren. Besser geht immer, weil eine bessere Idee die vorübergehende durch Kritik immer über- winden will. Wenn ich etwas tue, ergibt sich im Tun immer auto- matisch etwas Neues. Die Gotik lebte nur von den ständigen Verbesserungen " im Jetzt und Hier " und erhielt dadurch erst seine Strahl- und Anziehungskraft, was auch das Wesensmerkmal des Entwicklungs-Individualisierungs-Lebenslaufes ist. Die Kathedrale bleibt eine ewige Baustelle, immer im Werden und wird nie voll- endet werden. Es bleibt immer etwas zu tun, was getan wurde, zählt nicht mehr und nichts ist getan, solange es etwas zu gibt und wird nie vollendet werden. Das Ziel weicht ständig zurück und die Genugtuung liegt nur in der ständigen Verbesserung. Die ständige Verbesserung eines jeden Details als Perfektionsidealismus wurde irgendwann zum Markenzeichen der Gotik. Nur so wurde die Gotik zu dem alles überragenden Baustil und es konnte erst die Baustil-
reinheit entstehen. Die Gotik wurde nicht erfunden, sondern hat sich entwickelt. Es ist jene Kraft, die ständig ringt und darauf be- dacht ist, das geschaffene Werk zu einer höchst möglichen Voll-
endung zu führen. Alles was getan wird in der Absicht, das Vor- hergehende zu überwinden. Das gotische Bau(lern)prinzip ist der Strebedrang von dem ständig immer Neuem zu der Verbesserung des Jetzigen und Bestehenden als die individualbessere, vorüber- gehende Wahrheit durch Aufhebung von Schwierigkeiten, Hinder- nissen und beinhaltet auch die Gefahr zum Scheitern. Jede Verbes- serung hat den Keim der Nachverbesserung in sich. Verbesserung bedeutet nicht nur mehr und grösser, sondern einfach nur besser, qualitativer und immer wieder und kennt keine Grenzen und ist sich im Ideal sich überarbeiten bis ins Letzte hinein. Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. Das Maßlose ist das neue Maß, das Grenzenlose die neue Grenze.
II.) Alle sagten, es ist unmöglich. Dann kam einer, der das nichts
wusste und hat es einfach gemacht.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet, dass Vorurteile zu Nachurteilen werden.
- Unsterblichkeitslernen ist auch der Entwicklungs- imperativ " des Stirb und werde" eines Meister Eckhart.
- Jeder Tag bringt so viele Erkenntniseindrücke und die reflektierend zu bearbeiten der Tag nicht ausreicht, was als Unsterblichkeitslernen interpretiert werden kann.
- Beim Unsterblichkeitslernen wird durch De-und Entmaterialsierung (Entsinnlichung), Kultur(Verwesent lichung), gotisches Lernprinzip(Vervollkommnung) und Unsterblichkeitslernen (Entweltlichung) immer mehr zum obersten Lebenswert.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet seine angepasste Komfort-, Gewohnheits-und Meinungszone zu verlassen und sich auf ein Lebensabenteuer mit offenem Ausgang einzulassen. Ein Lebensentwurf, wo nicht öfters alles auf dem Spiel steht, ist nichts wert oder wie Helen Keller sagte; " Das Leben ist ein kühnes Abenteuer oder gar nichts".
- Unsterblichkeitslernen heisst zu wissen, " dass alles lächerlich wird, wenn man an den Tod denkt "*.
* Thomas Bernhard, österreichischer Schriftsteller.
- Beim Unsterblichkeitslernen bestimmt die Langzeitsicht mein Leben, weil das jetzige Leben nicht mehr für das Wichtigste gehalten wird und nur ein geringer Lebens- ausschnitt und nur ein Wimpernschlag vom Gesamtleben darstellt. Dieses lässt mich dann " im Hier und Jetzt " anders leben. Es ist die Idee, welche ich mein Leben verschrieben habe. Das Ars vivendi wird zur Ars morie- ndi. Ich habe meine Lebenszeit genutzt, um mein "Seelchen zu reinigen".
- Unsterblichkeitslernen bedeutet: " Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt ( als lebenslanges Lernen), der lasse sich begraben "*.
* Johann Wolfgang Goethe, Dichter.
- Bedeutet Unsterblichkeitslernen nicht, dass ich abends ein besserer Mensch geworden bin als morgens ?
- Unsterblichkeitslernen ist der lange Weg von der Jugend bis zum Greis anfänglich in der Todes-Angst-Ungewissheit leben, um dann zur angstlosen Weiter-Lebens-Gewissheit zu gelangen.Der Tod wird nicht bis zur letzten Sterbe- minute verdrängt, sondern im gereiften Alter sich ständig damit auseinandergesetzt*.
* Am schlimmsten ist, dass wer stirbt gar nicht weiss, das er nie lebensauftragssinnhaft gelebt,sich mit seinem Leben tätglich aus- einandergesetzt hat, dem Leben oder gar keine Möglichkeit gehabt hat sich selbst zu werden und selbst zu sein, weil nur das Existenti- elle im Vordergrund stand und in seiner Lebenswelt nur groß und alt geworden ist, Wertetraditionen und Gewohnheiten aus der Kindheit und Jugend übernommen. Er hat diese nie in Frage gestellt oder überwunden, sondern ist ihnen" wie eine Puppe "gefolgt, aber nie sich selbst ge worden und nur seine Rolle in der beruflichen, fami- liären und staatsbürgerlichen vorgeformten Sozialisierungsan- passung ausgefüllt, diese auch im Pensionsalter weiter fortgeführt hat, dieser Lebensentwurf als gelungen be- trachtet wird (wenn er nicht durch eine Lebenskrise zu einem Entwicklungswandel ge- zwungen wird) und ein Kind des vorherrschenden Systems und der Zeit geblieben ist, obwohl es ein substanzloses, am Leben vorbei gelebtes Leben der Anderen war. Unsere gesellschaftliche und ökonomische Lebenswerteordnung schreibt eben vor, wie der Einzelne zu sein hat und das auch als normal betrachtet wird.Das Leben ist an einem vorbei gegangen. Diese Neubewertungseinsicht im Angesicht des Todes ist frustrierend und ernüchternd zugleich,
kann nicht mehr rückgängig gemacht werden und auch keine Altersmilde zu erwarten ist. Nach dem Tod gibt es in der Geistwelt auch keine Entwicklung mehr. Wenn das Leben sinnlos war, die Le -bensleistung in "Schutt und Asche" gelegt werden kann und Erbstrei- tigkeiten auseinandersgesetzt ist, dann ist der Tod besonders sinn-
los !
- Unsterblichkeitslernen ist wer an Gott glaubt, am Ende seines Lebens verantwortlich, dass er richtig und fest glauben gelernt hat.Gott will nur,dass man an ihn glaubt*.
* Siehe den Gliederungspunkt "Glauben" in Christentum-frueher-und-heute
- Unsterblichkeitslernen bedeutet von fromm sterben mit den kirchlichen Sterbesakramenten versehen, weil in religiösen Konventionen gelebt zu im tiefen Frieden sterben, weil ich meinem Leben einen Sinn gegeben habe, welcher mein Leben überdauert und für die Nachwelt ein Segen ist.
- Wer einmal mit dem Unsterblichkeitslernen angefangen hat, bekommt keine Gewissensruhe mehr, wenn er nicht damit weiter macht und nie zu Ende gelangt.
- Unsterblichkeitslernen ist der Entwicklungs- Lebens-Mehrwert für danach*.
* Wenn die These zutreffen sollte, dass es im " Totenreich " weder Tun noch Selbsterlösung nach dem Kirchenlehrer Alfons Maria von Liguori gibt, im anderen Leben keine Zeit mehr da ist zu wirken, kein erwarten von Verdiensten, keine Weisheit, keine Chance mehr besteht, Gutes zu tun, keine Gelegenheit mehr gibt, sich zu entwickeln, um sich zu vervollkommnen, denn die Seele verliert ohne die Körperlichkeit die Möglichkeit sich entwickelnd zu verbes sern, weil sie ihres Weltbezuges und den Weltwerkzeugen beraubt ist, dann muss sich jeder die Frage stellen, einerseits wie viel Lebenszeit durch leere, vergängliche Unterhaltungen, Besuch von Veranstaltungen konsumistische Zerstreuungen, vermeint- liche Wichtig keiten,Körperkult, materialis- tische Lebenswertset- zungen und mit der Magenfrage (essen + trinken) vergeudet werden und sich im Tätigkeitstrieb ganz entäussert wird, weil die " Daseins-Jetzt-Frage " und nicht die Lebenssinnfrage des Einzelnen, geschweige ein Weiterleben nach dem Tod nur im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses steht und deshalb die Gefahr besteht, "einen schlechten Tod zu riskieren". Wenn erst beim Sterben deut- lich wird, wo der Tod die letzte Weltwirklichkeit zerschlägt,wie wesenlos die Existenz war, weil diese sich nur auf Äusserlichkeiten begründete, dass ein nur auf diesseitiges, jetziges, tätiges, sinnlich oberflächlich materiell begründetes Kleinkramleben und die Do- minanz des läppischen, vergänglichen Zeitgeistes ohne "sterben gelernt zu haben " sinnlos und lächerlich gewesen, weil nichts substantielles über den Tod hinaus Bleibendes wirklich ge- blieben ist, dann kommt diese kreuzunglückliche Erkenntnis zu spät und auch alles Geld der Welt gibt mir nicht mehr das Privileg, Unsterb- lichkeit zu lernen. Das gelebte Leben, der Alltag, die Ereignisse, die vielen Zertreuungen, meine Termine, meine Verpflichtungen, meine Arbeit,mein Hund und was sonst noch für mich wichtig war, haben mich nicht zur Ruhe kommen lassen und die (Freizeit)ruhe bestand ebenso aus ruhelosen tätigen Erholungstreiben und unter- wegs sein, so dass der Mensch immer in Bewegung bleibt und dieses das wirkliche Leben überwuchert und noch nicht einmal auf die Idee kommt, das alles als wesenlos anzusehen. Mit dem Ab- leben eines Menschen steht sein Schicksal fest und kann nie mehr und nachträglich geändert werden, weil alles Erkennen sich nur mittels der Sinne vollzieht und alles in der Welt nur als Mittel zum Entwicklungs-Individualisierungs-Zweck da war, aber das Unsinn- liche, wesentliche einer De-und Entmaterialisierung nie wirklich erkannt wurde.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen gibt es immer Gründe, Argumente, Entschuldigungen nicht mit dem sterben lernen anzufangen und es zu verschieben. Beim Ent- wicklungs-Kultur-Lernen gibt es immer nur Gründe, Argumente und Wege es trotzdem zu tun und heute damit anzufangen, weil ich nicht weiss, ob es ein das Morgen noch gibt. Unsterblichkeitslernen heisst diesen Vorsatz nicht ewig vertagen und auf einen ferneren Tag verschieben, bis es zu spät ist. Der Fehler dabei ist, dass man denkt, man hätte noch genug Zeit sich damit zu beschäftigen, aber das Jetzt ist die Zeit, die wir uns in fünf oder zehn Jahren zurück wünschen. Indem man das Leben verschiebt, eilt es vorüber. Wenn nicht jetzt und heute, dann gibt es kein später mehr ? Das Leben ist zu kurz für später und irgendwann.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet Kindheitsträume weiter zu verfolgen (jeder wollte einmal ein Held oder eine Prinzessin sein), für die sich zu leben und zu sterben lohnt.
- Unsterblichkeitslernen wird als natürlicher Lebens-Lern-Prozess gar nicht bewusst interpretierend wahrgenom- men, weil es kein Bewusstsein vom Leben und Tod als ein Bewusstsein von " etwas " gibt. Es gibt nur Dingtbewusst- sein und das Leben wie der Tod werden gar nicht be- wusst wahrgenommen.Die Bewusstseinswende für das Sterben ist erst dann gegeben, wenn es zum Bildungs- und Entwicklungs-Gegenstands-Bewusstsein wird. Die Zeitgeistreife als nächster Schritt ist dann erst gegeben bei persönlichem Interesse, bei Lebendrucknotwendig- keit, bei einer gesellschaftlichen Enttabuisierung, durch eine Gesetzespflicht und wenn es dann zur angstlosen Lebensnormalität gehört, was wieso schon jeder im nach- hinein immer gewusst hatte.
- Unsterblichkeitslernen heisst wie ich es mir auf dem Sterbebette wünschen werde, gelebt zu haben.
- Unsterblichkeitslernen ist nur beim vollem Bewusstsein möglich. Wer länger krank ist, will erst einmal gesund werden und ins Leben zurück, was ganz selbstverständ- lich ist und Unsterblichkeitslernen eher für die Zeit davor war oder erst danach wieder in Frage kommt.
- Während ich dachte, leben zu lernen, lernte ich das Unsterblich- keitslernen " *.
* Leonardo da Vinci.
- Beim Unsterblichkeitslernen nehme ich jede Chance wahr meine Probleme zu lösen, weil ich diese, ungelös-ten Probleme danach ("Leben zwei") auch weiter habe, wenn ich gestorben bin und in der Geistwelt keine Weiterentwicklung möglich ist, weil die polare Spannung zur Dingwelt fehlt*.
* Die innere (Geist)welt ist nur reine Information. Daher kann sie aus sich heraus nichts Neues schaffen. Eine Weiterentwicklung in der inneren Welt kann nur über den Umweg des Informationsaustau- sches der materiellen, sinnlichen Welt als Erkenntnismittel zum Entwicklungs- Individualisierungs-Zweck geschaffen werden und die vielen schönen Dinge und aller Besitz, welcher nach dem Tod wertlos geworden sind, haben ihren eigentlichen Entwicklungs-Individuali- sierungs-Sinn durch die De-und Entmaterialisierung im Unsterblich- keitslernen bekommen. Der Geist braucht die Beziehung mit der materiellen Welt als polare Spannung, die erst in den sinnlichen Entwicklungs-Lebens-Widerspruchs-Reizen des praktischen Alltags- weltlebens gegeben ist.Deshalb muss der Sinn des Lebens im diessei- tigen Erdenleben geschaffen werden.
- Unsterblichkeitslernen ist der Lebensreifeprozessweg von alles selber machen und immer mehr haben wollen zu geschehen lassen und immer mehr streben wollen, weil nicht der Mensch die Entwicklung macht, sondern die Entwicklung den Menschen.
- Unsterblichkeitslernen heisst dem Leben vertrauen lernen, dass dieses immer " Pro " für einen ist und " die DNA"(Erbinformation) eines jeden Einzelnen kennt, weil das Leben mir näher ist als ich mir selber*.
* Durch Evolution in der persönlichen Entwicklung wird sich erst Gott selbst, kommt zum Bewusstsein seiner selbst und denkt und erkennt sich selbst und wird erst Mensch. Jedes Menschenleid ist ein Gott- erleiden im Sinne von mehr Gott(Selbst)werdung. Das Leiden des Menschen ist gleichzeitig das Leiden Gottes als Passion, wo Gott sich selbst erlöst. Gott muss Mensch werden, um selbst sein und selbst werden zu können. Gott wirkt und ich werde. Wäre ich nicht, wäre Gott nicht Gott und er braucht mich, dass er sich werden kann.In Wahrheit macht nicht der Schöpfer, sondern das Geschöpf den Schöpfer. Es ist die" Fruito Dei",die Liebe zum Selbstzweck wo Gott sich selbst wird. Seine Gottheit hängt davon ab, dass er wirken muss. Das Einzelleben ist die Offenbarung Gottes als Gegenwartserfahrung. Gott ist Mensch geworden, damit ich als derselbe Gott geboren würde. Das Göttliche wird in jedem Leben einzeln. Das Werden Gottes ist kein Entschluss Gottes, sondern mit dem Wesen des Lebens mit- gesetzt,weil Gott das Leben selbst ist. Gottesliebe und Selbster- kenntnis hängen zusammen. Wer über Gott nachdenkt, denkt über sich selbst nach. Der Mensch ist immer so jung oder so alt wie Gott und wie der Mensch so ist sein Gott.Durch mein Leben bin ich Gott unmittelbar. Wo Entwicklung ist da ist auch Gott und wo Gott nicht ist, ist das Leben nicht in Ordnung (entwicklungskonform). Wie der Mensch Gott braucht um nicht zu vergehen (Vitalprinzip), braucht ebenso das Göttliche den Menschen, um wahrhaft und zur Wirk- lichkeit zu werden und zu sein. Deshalb ist Gott mir näher, als ich (" mein Ego ") mir selber bin. Entwicklung ist die wechselseitige Erschliessung von Mensch und Gott, Theologie und Anthropologie zugleich und das Evolutionsverständnis des Jesuiten, Paläontologen, Anthropologen und Philosophen Pierre Teilhard de Chardin.
- Unsterblichkeitslernen ist sich treu bleiben im Verbes- serung-Veränderungs- Lernen und wenn der Tod kommt fällt dieser mir auch nicht schwer, weil dieser auch nur eine Verbesserungs-Veränderung ist. Das Leben wird nur transformiert als Wandlung der Daseinsform, was eigentlich in jedem Entwicklungs-Lebensprozess statt- findet (Metaphormose).
- Unsterblichkeitslernen heisst " Wer stirbt, bevor er stirbt, stirbt nicht, wenn er stirbt". Nicht beim Sterben wird erst gestorben, sondern das ganze Leben ist ein einziger Sterbeprozess*.
*Abraham a Sancta Clara (1644-1709) österreichischer katholischer Augustinermönch, Prediger, Schriftsteller
- Unsterblichkeitslernen heisst: " Wer seine Seele vernach- lässigt, betrügt sich um den Sinn des Lebens ". Da allein die Seele eine Zukunft über den Tod hinaus hat, kommt es nur auf ihre Förderung und ihr Wohlergehen an. Wenn das Leben sinnlos ist, ist der Tod besonders sinnlos*.
* Denn der Satz: Was hülfe es dem Menschen, so dass er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele, dürfte wahrscheinlich dann zu den Binsenweisheiten der Kinder gehören und nicht mehr zu den seltenen und ausserordentlichen Wahr- heiten gerechnet werden.Seele wird hier im Sinne von Meister Eckhart interpretiert. "Was ist Leben ? Gott ist das Leben".
- Wer Unsterblichkeitslernen lernt, lebt im Diesseits jenseitig.
- Beim Unsterblichkeitslernen richte ich mein Leben auf Ewiges aus und deshalb sehe ich gelassen dem Sterben entgegen.
- Unsterblichkeitslernen macht Sinn, weil das Leben unsterblich ist und keiner aus der " Unsterblichkeits-nummer" herauskommt.
- Nicht weil die Gesellschaft den Tod verdrängt und nicht mit dem Problem des Sterbens fertig wird müssen wir sterben lernen, sondern weil es unsere menschliche Natur und der Sinn allen Lebens ist.Das Leben ist zielgerichtet dahin zurückzukehren, wo wir einst hergekommen sind* .
* Es ist auch der weitsichtige Theologievisionentwurf des Pierre Teilhard de Chardin,dass die gesamte Geschichte des Universums ein Prozess der Spiritualisierung und dass die gesamte Schöpfung wieder eine Zurückentwicklung als Heilsplan zu Gott ist und des- halb Gott die Mitte der Geschichte darstellt.
- Unsterblichkeitslernen heißt " Während ich dachte, leben zu lernen, lernte ich das Sterben " *. Beim Sterben lernen erkenne ich, dass nicht der Tod der Sinn des Le- bens ist, sondern das Leben der Sinn des Todes ist (Tod des Materiellen)*.
* I.) Leonardo da Vinci.
II.) Leben lernen ist die erste Lebensphase des Auslebens, des Erle-
bens, des Besitzstrebens und des Habens. Zuerst muss ich etwas haben um es geben und überwinden zu können. Die Angst vor dem Sterben ist immer die Angst alles zu verlieren (Leben ohne Sinn).
Jetzt beginnt die zweite Lebensphase das Sterben lernens " des Habens als hätte man nicht "durch die Überwindungs-Transzen- dierung und die Angst vor dem Sterben alles zu verlieren ist bedeu-
tungslos geworden. Mit dem Sterben lernen beginn erst das Leben lernen, weil dieses dadurch seinen Sinn bekommt.
- Unsterblichkeitslernen ist im Diesseits für ein besseses und menschenwürdigeres Weiterleben im Jenseits.
- Unsterblichkeitslernen kennt nur den Unruhe, aber nicht eine Ruhestand.
- Unsterblichkeitslernen ist zu glauben, dass es im Grunde genommen kein Zurück mehr gibt und ich da "hindurch muss", weil der Mensch geschaffen wurde weiter zu gehen, um neue Wege zu erforschen.
- Unsterblichkeitslernen ist alltägliches Entwicklungs- lernen und dieses findet sich z.B.:
- im Wirkkraftfeld eines Entwicklervorbildes
wieder, welches das Gotische Lernprinzip und die evolutionaere, säkulare Nachfolge-Christi auf meinen Individuations-Entwicklungs-Lebensweg wiederspiegelt.
IV.) Es sind die Lebensumstände, welche mich bilden, weiterent-
wickeln und nicht zur Ruhe kommen lassen, weil nur die Ruhe (Frie-
den) als Einigung aller Bewegungsunruhe Lernzieleinheit als archi-
medischer Punkt ist, von dem aus alles gesteuert und bewegt wird. Lebenslanges Lernen bedeutet, dass jeder Tag, der kein Entwick-
lungs-Individualisierungs-(lern)tag, ein verlorener Lebenstag ist. "
Das Jetzt " ist der Zeitkern, der Zeitsinn, die Einmaligkeit und die Ewigkeit des Augenblicks als nächster Individuations-Entwicklungs-Lernschritt und ist lebenslanges Lernen in Hoch-und Reinkultur.
Diese Notwendigkeit des selbstgesteuerten, lebenslangen Lernens entwertet die bisherige Monopolstellung der Schule als primäre Bildungsanstalt.
- Unsterblichkeitslernen lernen heisst im Selbstverständ- nis leben, dass jeder höchst persönlich seinen eigenen Tod alleine zu sterben hat, welche die letzte Weltwirk- lichkeit zerschlägt und für diesen Lebensmoment ist kein (palliativer) Arzt, Pfarrer, Versicherung, Familienange- höriger oder sonst wer auch immer zuständig und kann mir nur ein Gramm weiterhelfen,weil noch keiner meinen (Sterbe)weg gegangen ist.
- Unsterblichkeitslernen heisst nicht wie Sterbliche denken, weil wir sterblich sind, sondern wie Unsterbliche leben.
- Unsterblichkeitslernen ist sich nicht mehr die Frage stellen, wie viel Rente habe ich in meinem Alter zu erwarten,sondern welches Weiterleben nach dem Tode habe ich zu erwarten?
- Unsterblichkeitslernen ist Licht in die Welt und für andere bringen*.
* Es ist das der metaphysische Lichtsinn der gotischen Kathedrale
- Durch das Unsterblichkeitslernen vor dem Tode lebe ich erst danach richtig.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet seinen Lebensweg nochmals als Gewandelter gehen lernen*.
* Der Mensch kann die Spuren seines Weges nicht verwischen, sondern er kann sich von dieser nachwirkenden Wirklichkeit nur dadurch befreien, dass er diesen Weg nochmals als anderer geht.Der Mensch muss seine Vergangenheit aufarbeiten, indem er sich wandelt und nochmals so leben und handeln, der er einmal sein möchte. Wir sind durch die frühere Unwahrheit gebunden und müssen uns von ihr freimachen. Eine andere Zukunft kann sich nur aus einer anderen Vergangenheit entwickeln. Es ist die schon fast paradoxe Ausgangslage, dass man eine bessere Zukunft nur erwarten kann, indem man ihr erst den Rücken kehrt und sich der Aufar- beitung seiner "Entwicklungs-Individuations-Bringschuld der Entwick- lungslosigkeit" des nicht gegangenen Entwicklungsweges widmet, welche tausend Masken trägt. Die Zukunft ist nicht in dem Sinne offen, dass ich vom Standpunkt der Gegenwart nur planen und mir neue Möglichkeiten erschliessen muss, um damit die Zukunft zu gestalten, sondern sie ist be- reits durch die Vergangenheit vorherbestimmt, abgesteckt, eingegrenzt und vorentschieden worden. Wer darüber nach denkt wird erkennen,
dass der Mensch, der die unbewältigte (Schuld)vergangenheit aus-
blendet und nur nach vorne lebt, seine (Planungs)zukunft bereits hinter sich hat.
- Ich habe Unsterblichkeitslernen gelernt, wenn ich in meiner Todesstunde nichts bereuen muss.
- Unsterblichkeitslernen ist den Tod als Teil des Lebens akzeptieren lernen und sich ständig daran erinnern, dass der Tod zur Lebensnormalität dazu gehört,damit das Leben weiter geht.
- Unsterblichkeitslernen wird auch nichts anderes getan als bisher, nur in der Entwicklungs-Individuations-Ein-stellung, wo jeden Tag gelernt wird, den Entwicklungsbe-griff zum Handlungsbegriff durch permanente Entwick- lungswertsetzung als Mittel zum Zweck in allem werden zu lassen. Der Lebensblickwinkel ändert sich und es wird einfach nur der Sinn und Wert in allem hinterfragt*.
* Siehe auch den Gliederungspunkt "Die Entwicklungsfortschritte werden erst " in der stillen Stunde " in der Tagesreflexion sichtbar gemacht in evolutionäre Allzeit-Jetzt-Nutzung
- Unsterblichkeitslernen heisst seine Lebenspartner- schaft zu einer Seelenbeziehung entwickeln, weil das Leben stufenlos auf der Entwicklungsstufe, dem sozialen Umfeld und Beziehungsgefüge weiter geht, die dem zuletzt erreichten seelisch-geistigen Entwicklungszu- stand entspricht. Der Diesseits-Jenseits-Dualismus ist im nicht-linearen, raum- und zeitlosen Bereich aufgehoben und deshalb ist naturgesetzmässig der " Jenseitsweg " als Lebens-und Beziehungsfortsetzung festgelegt.Siehe Textfortsetzung in*
* Von der traditionellen, zeitwidrigen,mumifizierten Beedigungs-und Trauer-Erinnerungskultur des Bildungs-Kultur-Lernens zur modernen, gegenwärtigen, evolutio- nären Beerdigungs-und Trauer-Erinnerungs- kultur des Entwicklungs-Kultur-Lernens. (Vom Trauertag zum Freudentag)in Kulturlernen-40
- Der Mensch ist ein hybrides Wesen. Unsterblichkeits- lernen ist nach aussen ein normierter Gesellschafts- mensch und nach innen ein evolutionärer Einzelmensch zugleich sein.
- Unsterblichkeitslernen ist letzten Endes auf alles allmählich zu verzichten, was man noch nicht selbst geworden ist und die Lebensspaltung damit aufgeho- ben wird oder wie
- Unsterblichkeitslernen ist von der faulen Altersruhe zum unruhigen Altersfrieden.
- Ich bin jetzt 75 Jahre alt und stelle mir die quälende Frage,was habe ich bis jetzt überhaupt für die Unsterb-lichkeit getan.
- Beim Unsterblichkeitslernen ist Schicksal Jugend.
- Unsterblichkeitslernen ist ein philosophisches Leben als die Vorbereitung auf den (scheinbaren) Tod.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet,dass das Leben schön ist, aber von einfach war nie die Rede.
- Das Leben wird ein Märchen, dessen " Happy End" wir mit dem Unsterblichkeitslernen schreiben.
- Unsterblichkeitslernen heisst Ziele haben bis zum letzten Atemzug, weil erst Ziele die Lebensspannung aufrecht erhalten und das Bessere und Höhere im Hier und jetzt symbolisieren.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet "denke an das Ende des Lebens" und dieses Bedenken ist die Motivation zum Lebensumdenken.
- Für das Unsterblichkeitslernen brauche ich mir keine weitere Auszeit zu nehmen, sondern nur der Lebens- blickwinkel zur Welt hat sich verändert,was alt gute Rezeptur betrachtet wird.
- Unsterblichkeitslernen ist nicht über seine Verhältnisse zu sterben.
- Unsterblichkeitslernen ist verstehen lernen, dass das Leben und der Tod nichts anderes sind als unterschied- liche Bewusstseinszustände, da Diesseits und Jenseits nicht getrennt sind.
- Unsterblichkeitslernen heisst egal wie prominent jemand ist, in wie viel Filmen er mitgespielt hat, wie schön er singt, wie viel Fußballtore er in der höchsten Liga eingenetzt hat, welches Präsidentenamt er inne hatte und wie viel Vermögen er besitzt, das alles ist ein bedeutungsloses Nichts und leeres Stroh wie Martin Luther zu sagen pflegte gegenüber dem Sterben lernen. Wenn der Mensch stirbt ist er einsam und alleine. Jeder Mensch erlebt die Nähe des Todes aus seiner eigenen, höchst individuellen, einsamen Sichtweise und ist auf sich selbst zurück geworfen und es ist die gewaltigste Bewusstseinsauseinandersetzung des Menschen*.
* Wer stirbt, da interessiert kein Ruhm, Macht, Geld, keine Zuschauer
mehr und was die Medien geschrieben haben. Es gibt kein Pfeifen im Walde, keine Zeit mehr zum Fragen und Lernen und nichts auf der Welt kann mir nur ein Gramm weiter helfen. Der Einzelne kann nur seinen Weg ganz alleine beschreiten, " schwimmen oder unterge-
hen ", " zerbrechen oder aufbrechen" und hoffen bis zum Schluss
auf ein Wunder und sich überraschen lassen oder wie es im Franz Werfel Zitat heisst; wenn alle Wege verstellt sind, bleibt nur noch
er nach oben. Dinge, die wir nicht ändern können sind dann genau
die Dinge, welche uns verändern." Wir verbringen unser ganzes
Leben mit hoffen und hoffen noch, wenn wir sterben", wie es der französische Philosoph Voltaire konnotierte. Wenn nichts mehr bleibt, auf was ich bauen kann, dann entdecke ich " Gott "als das eigentliche Fundament des Lebens. Wir können der eigentlichen Innenwelt nicht ausweichen, weder im Leben noch im Tod. Es ist
auch in Anlehnung an Franz Kafkas Wort, dass ein Punkt erreicht
ist, an dem es keine Rückkehr an dem weiterzumachen gilt.
Unsterblichkeitslernen heisst einfach nicht an Sterben und den Tod denken, wie es der Philosoph Voltaire empfahl, weil diese Vokabeln erst dadurch vitalisiert, existent und zur Wirklichkeit werden, aber keine Wirk- lichkeit zugebilligt wird.
- Unsterblichkeitslernen heisst nichts im Leben be- reuen,ausser nicht genug das Höhere und Bessere gewollt zu haben.
- Unsterblichkeitslernen ist nicht von der jetzigen Gegen- wart unmittelbar wie wir es gewohnt sind nach vorne weiter, weil "das Vorne" von der Vergangenheit schuld- mässig vorbelegt und deshalb vorbestimmt ist. Eine andere Zukunft kann sich nur aus einer anderen Ver- gangenheit entwickeln. Die Zukunft ist nicht in dem Sinne offen, dass ich vom Standpunkt der Gegenwart nur planen und mir neue Möglichkeiten erschliessen muss, um damit die Zukunft zu gestalten, sondern sie ist be- reits durch die Vergangenheit abgesteckt, eingegrenzt und vorentschieden worden. Dem Menschen kann in Zukunft nur das begegnen, was er früher war. Er kann sich nicht heute einfach wandeln zu einem Anderen und Besseren, der er sein möchte, und ignoriert die Aufarbei- tung seiner entwicklungslosen, aufgestauten Vergangen- heitsschuld. Die Vergangenheit muss erst bereinigt werden, damit eine bessere Zukunft entstehen kann.
- In der Gesellschaft seinen Platz gefunden, seinen Verant- wortlichkeiten nachgekommen, ein guter Staatsbürger gewesen zu sein und im Altenheim versorgt zu werden bilden nur die Rahmenbedingungen zum Unsterblich- keitslernen, aber es ist noch nichts gelernt und der Einzelfall entscheidet, ob noch dieses sinnvoll ist.
- Ich habe Unsterblichkeitslernen, wenn ich mit mathema- tischer Sicherheit weiss, dass das Leben unsterblich ist.
- Unsterblichkeitslernen ist vom Ziel her leben lernen und sein Zeitmaß über das Diesseits erweitern.
- Unsterblichkeitslernen heisst je mehr ich den Tod im Leben überwinde durch Absterben (Überwindung) des vergänglichen weltlichen, je mehr habe ich Anteil am Leben, was nicht sterben kann und unvergänglich ist.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet, wer Gott als Lebens- mittelpunkt gefunden hat, dessen Lebenssinnfrage ist gelöst und hat alles gelernt, was es zu lernen gibt. Alles andere ist zweitrangig, weil ohne Sinn alles keinen Sinn macht.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet seinen Lebensweg als Gewandelter gehen lernen.
- Unsterblichkeitslernen ist zur Erkenntnis reifen, wenn ich einmal tot bin dann ist all mein Besitz und mein ganzes Geld einfach lächerlich und alles löst sich in Luft auf.
- Ich habe Unsterblichkeit gelernt, wenn mir meine Sterb- lichkeit bewusst geworden ist.
- Unsterblichkeitslernen ist Lebenssinnerbe,der Weg vom materiellen Besitzstandserbe zum geistigen Entwick- lungserbe.
- In jungen Jahren ist "haben wollen" und Besitzstands- mehrung" naturgemäss und noch keine De-und Entma- terialisierung möglich.Erst in den reiferen Jahren, wo ich mich u.a. über mein Vermögen definiere ist Unsterb- lichkeitslernen nötig aber nur reifebedingt-782 möglich.
- Unsterblichkeitslernen beginnt nicht erst im hohen Alter vor dem Ableben, sondern schon in jungen Jahren Entwicklungsstufen-phasen reifegemäss ,wo ein Interesse und Verständnisbewusstsein für " wovon und wie ich lebe zu warum und wofür ich lebe, vom überleben in der Welt zum Weiterleben nach dem Tod " geschaffen wird*.
Exkurs:
Lebensentwicklungsphasen
- Das erste Lebensdrittel dient der Sozialisierungsanpas- sung, Rollenfindung, dem Aus-und Erleben ( als " Nicht-Selbst-Sein-erwachsener werden").
- Das zweite Lebensdrittel dient der Lebenskonsolidierung, der Vermögensbildung als Voraussetzung für " Reife- und Transzendierungszeit " ( " zum selbst-Werde-Sein - Erwachsener sein ").
- Für das letzte Lebensdrittel gilt, je mehr ich mich dem Grabe nähere, umso mehr (" werde ich und bin mich selbst- Entwick- lungsentwachsener werde")*.
* Erwachsen sein und das Lebensalter implementiert noch keine Entwicklungsreife. Es bedeutet meistens auch wohlhabend und
abgesichert sein. Deshalb können Erwachsene sich nicht selber
treu bleiben, weil sie keinen Grund sehen, sich zu verändern." Ein satter Gaul springt nicht mehr gerne über Hürden".
Wertewandel
- Weltanschaulich neutrales Leben (Gesetze und gesellschaftliche Werte).
- Weltanschaulich positioniertes Leben (Bildungsideen und Kulturwerte).
- Weltanschaulich erschaffendes Individualleben (philosophische, religiöse und Entwicklungswerte).
Erkenntnisebenen
Religions-Entwicklungsstufen
- Die Freiheiten werden der Religion untergeordnet.
- Die Religion wird den Freiheiten untergeordnet (und endet meistens damit als dogmatische, geistige Norm).
- In der Freiheit wird die Religion erst entdeckt und " zurück errungen " als höchste Entwicklungsstufe der Religion in der seelischen Erregtheit*.
*Siehe Beispielfortsetzung in Entwicklungsstufen und Entwicklungsphasen in Kulturlernen-58
- Unsterblichkeitslernen bedeutet, dass die anderen vor uns sterben und nur vor uns vorausgegangen sind und wir todsicher nachkommen werden.
- Beim Unsterblichkeitslernen werde ich nicht jeden Tag älter und dem Grabe einen Tag näher, sondern jeder Tag ist näher am Leben, welcher mir fehlen würde.
- Unsterblichkeitslernen lernen heisst, was kann ich heute noch Besseres und Gutes tun, weil ich nicht weiss. ob ich morgen noch lebe und die gestrige Möglichkeitschance nicht genutzt habe.
- Unsterblichkeitslernen heisst das Spiel des immer mehr anstatt genug nicht mehr mitzuspielen. Ein z.B. noch grösseres Haus, die zweite Frau, die dritte Million, ein Auto mit 600 Pferdestärken. Wenn es genug ist zum Leben, brauchen wir diesen Ballast als Unfreiheit und Unfrieden nicht mehr und wenn ich sterbe, ist wieso all dieses nur für "die lachenden Erben",welche darauf warten .
- Die Lebensverlaufsrichtung des Unsterblichkeitslernens ist eingeboren. Die individuelle Situation ist einmalig und beinhaltet objektive Momente. Jeder ist zur Originalität verurteilt. Wo der Wille der Entwicklungsindividuali- sierung fehlt, automatisch zu einer angehäuften Schuld einer Entwicklungslosigkeit wird. Noch nicht geboren, habe ich meinen Entwicklungs-Individualisierungsweg schon bejaht. Die nicht irrende, individuelle Lebens- richtung als Entwicklungslernprogramm und Lebensindi- vidualordnung sind eingeboren und es ist der Lebens- formkraftwille als das kategorische " Individual-Logos" des entwicklungsschöpferischen Bauplan-Lebensprinzips der Unverwechselbarkeit, Einzigartigkeit und Notwen- digkeit.
- Unsterblichkeitslernen verändert das Wissen und die Angst über den Tod und dieses wirkt sich auf die Lebensführung im "Hier und Jetzt" überall aus*
* Gott ist ein Gott der Gegenwart, wie er dich findet so nimmt er dich und sieht nicht an was du gewesen bist, sondern was du jetzt bist. Wenn der Mensch sich von der Sünde gänzlich abwendet, so tut Gott, als wenn er nie in Sünde gefallen wäre " in Meister-Eckhart.Beim Unsterblichkeitslernen ist wer an Gott glaubt, am Ende seines Lebens verantwortlich, dass er richtig und fest glauben gelernt und zu sei- nem Frieden gefunden hat. Wenn die letzte Wirklichkeit Gott ist, dann ist der Tod weniger Zerstörung, sondern mehr eine Metaphormose; also nicht Minderung, sondern Vollendung. Wo religiöser Glaube vorherrscht, hat der Tod im Christentum keine Macht*.
* Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird der Glaube nur als christliches Kulturerbe religiös verstanden oder basiert auf Lücken in unserem Wissen über die Welt. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird der Glaube zu einem objektiven Begriff, selbst Kultur und wird die kirchliche Frömmigkeit genommen. Der Glauben wird als eine (neutrale) Grundkraft verstanden und liegt in der Lebenshaftigkeit der Entwicklungsidee beschlossen. Er gehört zum Grundwesen des Menschen, was nicht durch Wissen ersetzt werden kann. Der Glaube ist nicht an Gott und an eine Offenbarung glauben, sondern ein ganzes Leben umgreifendes heilendes und befreiendes Widerfahren, was dem Mensch zuteil wird als anthropologisch fundiertes Glau-
bensverständnis. Es ist die völlig unreligiöse Glaubensinterpre-
tation der Quantentheorie, dass sich die Materie entsprechend meines Bewusstseins und meiner Überzeugung verhält (Glaubens- offenheit) und zur Wirklichkeit wird. Geist beherrscht die Materie oder der Glaube ist stärker als die Umstände und Widerstände und setzt etwas in Gang. Textfortsetzung den Gliederungspunkt "Glauben und Vertrauen" in Christentum-frueher-und-heute
- Beim Unsterblichkeitslernen müssen die Sorgen um das tägliche Brot (Rechnungen) einher gehen mit den Sorgen, nicht genug seiner Entwicklungs-Individualisierungs-Bringschuld für das Leben danach nicht nachgekommen zu sein.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet von fromm sterben mit den kirchlichen Sterbesakramenten versehen, weil in religiösen Konventionen gelebt zu im tiefen Frieden sterben, weil ich meinem Leben einen Sinn gegeben habe, welcher mein Leben überdauert.
- Unsterblichkeitslernen heisst nicht Leiden vermeiden wollen, sondern jedem Leiden und jeder Krise seinen Sinn geben. Es ist der Weg nicht das Leiden zu bekämpfen und abzuwehren, sondern um des Leidens willens durch das Leid hindurch gehen, um ihm gegenüberzustehen und es dann durch Überwindung transzendieren zu können.Wer sein Leiden leidet, überwindet sein Leiden.Das Leiden ist wahrhaftig eine Offenbarung.Man erkennt Dinge, die man nie zuvor erkannt hatte*.
* Oscar Wilde, Schriftsteller.
* I.) Im Leiden liegt der grösste Segen. Du irrst wenn, du etwas anders suchst als Drangsal. Es ist die letzte Tiefe, um daraus alles zu begrün-
den und zu gestalten. Ohne Leiden kann der Mensch nicht zum Heile
gelangen. Nur über Armut, Entbehrung und Leiden ging bisher der
Weg aller Religionen ins Göttliche. Erst das Leiden hat der Mensch-
heit das Gefühl der Religion, den Gedanken eines Gottes erschaffen. Mystische Erfahrung ist ohne den Durchgang von Leiden nicht zu erreichen. Durch Leiden geschieht im Menschen erst etwas wirklich und verwandelt ihn.Es ist der Ort, wo Himmel und Erde zusammen- fallen.Wo gelitten wurde ist eine heilige Zeit.
II.) Der Mensch richtet sich zugrunde, damit Gott entstehe.Das Kreuz gilt als Chiffre für das Leiden Christi und sollte mit Gold verziert werden, weil es nicht mehr zu steigern ist.Es wird auch als Passions- mystik, Schmelztigel und Prägestock Gottes bezeichnet. Es leidet nur die Seele, welche von Gott überformt wird. Gott offenbart sich dem Menschen immer erst am Abgrund und jede Verzweiflung seliger macht.
III.) Nach dem Philosophen Friedrich Nietzsche wirkt veredelnd nur jeder Schmerz, den zu überwinden, wir Kraft besitzen. Es war für
ihn nicht der Tribut, den man zahlen muss um das Tor der ewigen Seeligkeit zu öffnen. Der Schmerz war für ihn eine Macht, mit diesem man sich furchtlos mit allen möglichen Therapien auseinandersetzen muss, um ihn zu überwinden. Leiden war für ihn eine Schule der Weisheit. Wer viel gelitten hat, weiss mehr als die Weisesten wissen können. Seinem Siechtum verdankte er mehr als seiner Gesundheit. Alle seine Krankheiten waren Stimulanz zum mehr erleben und ent- deckte das Leben gleichsam neu. Es ist das " amor fati ", das Notwen-
dige nicht nur zu ertragen, sondern auch zu lieben. Je mehr ein Mensch zukunftsbestimmt ist, je grösser sein Leiden, weil die ge-
stalterischen Kräfte sich abstossen.Es ist der Sinn und Wert allen Leidens.
- Unsterblichkeitslernen ist ein unumstössliches Natur- gesetz, um weiterleben zu können.
- Vor dem Unsterblichkeitslernen wird alle Zeit und alle Mittel verwendet um mehr Geld zu verdienen, während beim Unsterblichkeitslernen alle Zeit und alle Möglich- keiten dienen, um zum inneren Frieden durch die Über- windungs-Transzendierung zu gelangen Siehe Textfort- setzung Nr.403 in Kulturlernen-10
- Am Ziel des Unsterblichkeitslernens angelangt ist man erst,wenn das Weiterleben nach dem Tod nicht nur eine Sache des Glaubens, sondern zum sicheren Wissens wird und sich auf den Tod als strahlender Neubeginn freut als die Vollendung des Lebens.
- Unsterblichkeitslernen heisst der menschlichen Logik vertrauen. weil die Sichtweise der dualistischen Ganz- heitstod-Theorie, dass jeder einmal endgültig abtreten und sterben muss, ein logischer Irrtumsschluss ist, weil es nach Adam Riese für das Leben keinen Gegensatz geben kann und deshalb der Mensch sein Sterben überlebt. Deshalb gilt solange der Mensch lebt, solange ist er unsterblich.
- Unsterblichkeitslernen ist die ständige Verbesserung des Besten als (Selbst)veränderung im hier und jetzt lernen*.
* I.) Bildungs-Kultur-Lernen ist Korrektur- und Verbesserungsler- nen, weil es formal ungenau, technisch fehlerhaft, unvollständig recherchiert wurde, orthografisch unkorrekt, mathematisch oder sachlich falsch oder wissen- schaftlich überholt ist. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist Korrektur- und Verbesserungslernen, weil es
nicht individuell entwicklungslebenskonform ist, nur das derzeitig Beste weiter zu verbessern gilt und dieses das Neue ist. Nur das Bessere zu wollen genügt. Das Gotische Lernprinzip ist die stän-
dige Verbesserung des Besten als Optimierungslernen und besser geht immer, weil eine bessere Idee die vorübergehende als Kritik immer überwinden will. Das gotische-Lernprinzip ohne ideologi-
schen Ballast als welterobernde Macht, welches der Menschheit einen neuen Begriff vom Leben schenkt. Alles was zu mehr Indivi-
dualisierungs-Wahrheit, Kultur und " Gottentwicklung" führt, wird
als wertvollster Schatz der Menschheit betrachtet. Die Entwick-
lungsattribute des gotischen Lernprinzips ist die Zukunft aller und von allem.
II.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen gilt es das bisher Bestmögliche zu lernen. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt es das Bestmögliche
in der Entwicklung erst entstehen zu lassen, indem ich das Unmög-
liche immer wieder versuche. Auch wenn ich die Real-Vollkommen-
heits-Idealisierung nie erreichen werde, darf ich nicht aufhören es
zu versuchen, als das Bessere zu wollen. Alle sagten das ist unmög-
lich und dann kam einer, der das nicht wusste und hat es gemacht.
- Ich habe Unsterblichkeit gelernt, wenn ich in der Sterbestunde nicht "kniefällig" um Lebensverlängerung bitte.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet erkenntnissalopp gesagt, das keiner mehr aus der " Unsterblichkeits-Lebens-Nummer" heraus kommt.
- Unsterblichkeitslernen ist die Macht erkennen, die im Heute (jetzt) steckt und das Bessere zu wollen genügt.
- Unsterblichkeitslernen ist jeden Tag zu einem neuen Reifezeitpunkt Nr.782 für irgend etwas zu gelangen.
- Unsterblichkeitslernen ist immer an das Ende denken und an die Uneinbringlichkeit der verflossenen Zeit.
- Unsterblichkeitslernen ist Gewissens-Frieden als ein Lebensgrund-Sicherheitsgefühl lernen*.
*" Wenn unser Wille Gottes Wille wird, das ist gut. Wenn aber Gottes Wille (Gewissen) unser Wille wird, dass ist das Allerbeste "*.
* Meister Eckhart
- Der Tod hält mich wach, hat der Künstler Joseph Beuys einmal gesagt, was als Unsterblichkeitslernen inter- pretiert werden kann.
- Unsterblichkeitslernen hat wenig mit einer Patienten- vorsorgeung zu tun, weil dieses bei vollem Bewusstsein im prallen fortgeschrittenen Alter erfolgt und nicht kurz vor dem Sterben.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet, dass jeder errungene Entwicklungs-Individuations-Wahrheitswert " tausend mal, um in metaphorischer Anlehnung an Meister Eckhart zu sagen mehr wert ist, als die ganze Welt ", weil dieser bleibend, während alles weltliche nur vergänglich und vorübergehend ist*.
*I.) Bildungs-Kultur-Lernen ist die Wahrheit lernen, welche in der
Welt gilt. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist, was in der Welt wahr ist,
zu entwickeln gilt.
II.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen mag es gut sein die Wahrheit nachzubilden. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist es viel, viel bes-
ser die individuelle Wahrheit zu erfinden, weil die Wahrheit nie allgemeiner Natur, sondern immer nur persönlich ist.
III.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen höre ich jeden Tag tausend Wahr-
heiten für die die Zeit noch nicht reif ist. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen begegnen mir jeden Morgen beim Aufstehen tausend Wahrheiten, wozu die Zeit reif ist*.
*" Der Mensch schreitet nicht vom Irrtum zur Wahrheit, sondern von Wahrheit zu Wahrheit, von einer niedrigeren zur höheren Wahrheit*
* Swami Vivekananda, hinduistischer Mönch und Gelehrter.
IV.) Hätte bspw. Vincent van Gogh nicht seine individuelle, emp-
fundene Wahrheit gemalt, sondern wäre wie ursprünglich aus der Geldnot heraus geplant" Verkaufsmaler" geworden, wären seine Bilder heute vergessen.
- Unsterblichkeitslernen ist seinen Entwicklungs-Indivi-dualisierungs-Lebens-Prozessweg in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi gehen lernen, im Lebenslauf seine Lektionen lernen und Irrtumser- fahrungen sammeln zu dürfen*.
* I.) Wer seinen Entwicklungslebensweg gefunden hat, der sucht keinen anderen und er sucht auch nicht mehr. Ausser dem eige-
nen Weg gibt es keine andere Wahl und alles andere bleibt ein Irrweg. Alles ausser dem eigenen Lebensrhythmus als Lebensweg ist Unruhe, Unfrieden und alles was einen von seinem Entwick-
lungsweg ablenken will, sind Prüfungen, um eine widerstands-
resistentere, entwicklungsrisikofreundlichere Individualität und mehr Lebensvertrauen zu entwickeln, um zur Ruhe zu kommen, weil diese aller Entwicklungssuchbewegung Ziel ist.
II.) Bildungs-Kultur-Lernen ist statisch (lernabgeschlossen) und will vor Irrtum bewahren. Der Irrtum ist eigentlich nicht vorgesehen. Die intellektuelle Konstitution und die Logik der Erkenntnisweisen kennen nur die intellektuelle Richtigkeit. Sie will vor Irrtum schüt-
zen, weil Irrtum " falsche und dumme Wege sind " als Unfreiheit
der Patronisierung und Recht behalten. Entwicklungs-Kultur-Ler-
nen dagegen ist dynamisch (lernoffen) und der Irrtum gilt als un-
vorsehbares, notwendiges Lebenswegkorrektiv. Der Irrtum ist
von der Entwicklungszielursache zu verstehen und kann nur durch den Irrtum selbst aufgeklärt werden. Ein neuer Irrtum ist mir
lieber als alle Bildungsgewissheit als vermeintliche Sicherheit
und nicht jeder Irrtum ist gleich Ketzerei. Es gilt die Angst zu irren
als der grösste Irrtum. Es ist die Freiheit zu haben Irrtümer zu be-
gehen und sich " empor zu irren. "Dazu gehört der Irrtum, dass die Corona-Pandemie alleine mit einer umfassenden Impfaktion zu besiegen und nur eine reine wissenschaftliche (staatliche) Ange-legenheit ist und der Einzelne aussen vor bleibt.
III.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen übernehme ich Verantwortung für das gelernte Wissen, meinen schulischen- und beruflichen Werdegang und die soziale Integration. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen übernehme ich Verantwortung für meinen Individualisie- rungs-Irrtums-Werdegang und mein Leben.
- Unsterblichkeitslernen ist zu akzeptieren " dass der Tod keine Niederlage ist. Er ist Teil des Lebens. Er ist ein Ereignis, dass erlebt werden muss und ich durch muss "*. Denn wer seine Sterblichkeit zu akzeptieren vermag, ist grösser als der Tod. Nicht nur im Sterben ist der Mensch einzelnen, sondern auch beim Sterben lernen.
* Teilhard de Chardin, Paläontologe.
> Beim Unsterblichkeitslernen ist:
- das Suchen wichtiger als das Gefunden haben.
- die spürbare Lebensunmittelbarkeit ehrlicher als die abstrakte Vermittlung.
- das Wissen wofür (was ich einmal sein werde) wichtiger als das Wissen wovon (was ich weiss, nachschlagen kann und bin).
- das Gelehrte und Gepredigte, weil eben studiert, gegen- über dem, der das Gelehrte durch den Entwicklungs- prozess als Vorbild transzendiert hat, alles " nur leeres Stroh " ist.
- das es nicht auf Wahrheit,Tugend, Moral, Werte und Wissen ankommt, weil das höchste Gut und die Entwick- lungsreife sich nicht damit erreichen lässt, sondern um die Befolgung des Entwicklungs-Individuations-Gewis-sens und dadurch alles erreicht wird.
- dass jede Bildungsinvestition und gut gemeinte Ratschläge gegenüber der geschenkten Individualisie- rungsreife-Nr.782 gegenüber ein Nichts sind.
- dass es nur auf zeitlose, tragende und ewige, individuelle Wahrheiten und nicht auf Zeit-und funktionierende Wahrheiten ankommt.
- dass, wenn das Leben seinen Sinn(auftrag) nicht be- kommt, alles Gelernte und Besitzende umsonst gewesen war*
* Deshalb darf für diese Zielerreichung kein Problem zu schwierig, keine Entschuldigung zu billig, kein Preis zu hoch, kein Vorteil zu verlockend, kein Ego so wichtig, kein Weg zu lang, kein Frust zu gross, keine Motivation zu niedrig, kein Widerstand zu heftig, keine Niederlage dauerhaft, kein körperliches Leiden ein Hindernis, kein Konsumverzicht ein Opfer, kein gesellschaftlicher Nachteil ein Grund, ich immer der alleinige Schuldige, keine Zeit zu lang und kein Streit zu schwer sein. " Wer das tut, der hat er soviel getan wie der Papst in Rom und noch viel, viel mehr ". Wenn das Leben nicht individuell gelingt, weil nur der Einzelne wirklich ist dann waren jeder Lebens- entwurf, alle Wissenschaft, alle Bildung, alle Religion, alle Gesetze, aller Wohlstand, alle gesellschaftlichen Werte und Erfolge wie z.B. Familie, Beruf, Besitz, Heimat, Gesund heit, Freiheit, Sicher- heit, Bekanntheitsgrad, ein langes Leben, alle Bemühungen und erbrachte Lebensleistung, alles Gelernte, alle Lebensziele und alle Zeit der Welt eigentlich sinnlos und falsch und damit am Leben vorbei gelebt und hat nicht selbst gelebt.
- dass es letztes Endes nur auf ein evolutionäres Lebens- lauf-, individuationsgeschichtliches-, Allzeitnutzungs-, Gottesverständnis im Sinne vom Meister Eckhart ankommt.
- dass der einzelne Mensch in seine Entwicklung hineinge- stellt ist, die ihn nicht zur Ruhe kommen lässt, weil Ruhe und Frieden aller Unruhebewegung Suchziel bleibt.Wer zu seinem Frieden gelangt ist hat alles Weltwissen ge- lernt,was es zu lernen gibt.
- dass eine Individuations-Bringschuld der Entwicklungs- losigkeit nicht ignoriert werden kann.
- dass, wenn der Mensch am Ende seines Lebens Rechen- schaft abgeben und nur die Frage beantworten muss, ob er sich entwicklungs-individualisierungs-ehrlich geblie- ben ist,
- dass die Entwicklungswerte, Entwicklungseigenschaften, Entwicklungsattribute und Entwicklungstugenden nicht gelernt werden müssen, sondern bei Entwicklungsreife naturgemäss sich die Entwicklungsschlüsselmerkmale ausbilden und als gotisches Lernprinzip aus sich selbst heraus wirken.
- dass das gotische Lernprinzip (Tiefe, Zeitlosigkeit mit Transzendenz) als das Entwicklungs-Kultur-Lernen und nicht das Bildungslernprinzip (Breite,Zeitgeistigkeit und ohne Transzendenz) als das Bildungs-Kultur-Lernen das Lernen der Zukunft ist.
- Durch das Unsterblichkeitslernen kann der Tod nur endgültig überwunden werden, wenn der Mensch während des Lebens immer mehr lernt sich als Geist" von der materiellen Ebene durch die De-und Entmaterialisie- rung zu lösen, was erst einmal illusionär erscheint, aber durch lebenslanges üben als Kultur-Lernen sollte man es nicht unversucht lassen.
- Unsterblichkeitslernen ist Gott-werde-lernen. Nach Meister Eckhart ist Leben ist eine Erscheinung Gottes und Gott ist das Leben selbst. Wäre ich nicht, wäre Gott nicht. Gott braucht mich, dass er sich selber werden kann. Gott ist mir nä her als ich mir selber bin. In Wahrheit macht nicht der Schöpfer, sondern das Geschöpf den Schöpfer. Das Werden Gottes ist kein Entschluss Gottes, sondern mit seinem Wesen mitgesetzt.
- Die Pädagogik des Unsterblichkeitslernen ist das Ent- wicklungs- und nicht das schulische Bildungslernen. Das Lernparadigma für das Bildungs-Kultur-Lernens ist, dass wir nur in dieser Welt leben (kurzsichtig). Das Lernpara- digma für das Entwicklungs-Kultur-Lernens ist, dass wir nicht nur in dieser Welt leben, sondern auch danach weiterleben (weitsichtig). Deshalb sorgt das Bildungs-Kultur-Lernen dafür, dass die Schule und das Leben gelingt, aber Entwicklungs-Kultur-Lernen sorgt dafür, dass das Leben danach gelingt. Bei einer( religiösen oder säkularen ) Schulbildung wird nur der Schein vermittelt (Kenntnis), aber nicht die Sache selbst (Erkenntnis)*.
*I.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen ruht der Geist, wenn er es gelernt hat. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen muss der Geist es immer wieder neu erobern.
II.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen kostet mich jede Erkenntnis eine Schulstunde oder weniger. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen kostet mich z.B. die Erkenntnis des Unsterblichkeitslernens als "zu spät erkannt" unter Umständen mein ganzes Leben.
III.) Der Bildungskulturlernbegriff ein überholtes duales, determi-
nistisches, partielles Lernverständnis ist und sich vollzieht sich in dualistischen, deduktiven, zeitgeistigen Bildungslernkategorien in blutleeren Begrif fen. Der Entwicklungskulturlernbegriff ist ein zeitloses, nicht-duales, indeterministisches und ganzheitliches Lernverständnis und vollzieht sich in universellen, induktiven, zeitlosen Entwicklungslernkategorien und die Begriffe sind mit Leib und Leben geschrieben.
IV.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen kann der Mensch trotz Schulung und Belehrung nicht gut sein, auch wenn er will. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird der Mensch bei Entwicklungsreife automatisch besser auch ohne zu wollen.
V.) Bildungs-Kultur-Lernen ist eine vorgegebene, aber für den Ein-
zelnen fremdbestimmte Form des Lernens und des Lerntransfers (statischer Bildungsgestaltungswille als Formwirklichkeit der Schule). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen entdeckt jeder die eigene Form des Lernens und des Lerntransfers. Nichtindividuelle Lernformen werden in der Lebens-Prozess-Auseinandersetzung in Nichtform aufgelöst, wo das Gestaltlose nach Formwirklichkeit ringt und daraus entwickeln sich die individuellen Lerntranszendierungsformen. Es ist das Stre-
ben hinter die Form zu gelangen (dynamischer Entwicklungsgestal-
tungswille als Formwirklichkeit des Lebens).
VI.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist der Lernprozess der Schule
eine verlässliche Lebensstabilität aufzubauen (feste Standpunkte
als Lebensanormalität). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist der Lernprozess des Lebens eine Lebensinstabilität aufzubauen (leben- dige Schwebepunkte als Lebensnormalität).
VII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen sind die Lernziele statisch, in sich geschlossen und auf ein Ziel und Zweck gerichtet. Sobald dieses erreicht ist, ist der Prozess des Lernens abgeschlossen (amtliche Lehrplan der Schule). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen sind die Lernziele offen und zweckfrei, weil diese Entwicklungslernziele sich erst entfalten und sich selbst Maßstäbe setzen. Alles Lebendige
trägt ihr Ziel und Sinn in sich. Der Vorgang der Entwicklung hat kein Ziel ausserhalb seiner selbst und ist sein eigenes Ziel. Das Ziel ist nichts und die Entwicklungsbe- wegung ist alles. Ein Ziel vor Augen zu haben bleibt nur halbfertiges Denken, weil die Nichterreichung des Ziels das eigentliche Ziel erst aufzeigt. Eine Evolutionsbe- gründung verzichtet weit gehend auf eine Zielbestimmung (teleologischer Lehrplan des Lebens).
VIII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen brauchen wir zuerst fremde Belehrung und Gesetze bis wir selber erkennen, was richtig und wichtig ist. Die Bildung geht der Entwicklung voran, weist darauf hin, bleibt unabgeschlossen und eröffnet den nächsten Entwicklungs-
schritt. Die Bildungsexistenz geht der Entwicklungsessenz immer voraus. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen bedingen erst viele Bil-
dungen die Entwicklung, damit eine Entwicklungs-Individualisie-
rungs-Reife eintritt. Die Bildungsreife wäre erst einmal Entwick-
lungsstoffverfrühung und ist Entwicklungsinkubationszeit für die Entwicklungsreife. Grundlagen sind immer Voraussetzung für et-
was Neues. Erst wo eine Bildungssubstanz vorhanden ist, kann
sie durch die höhere Entwicklung transzendiert werden. Um (Ent-
wicklungs)künstler zu werden muss man erst (Bildungs)kritiker sein.
IX.) Bildungs-Kultur-Lernen ist eine akademisierte Bildung, wo fast nichts erlebt, aber von der fast alles beschrieben wird (intellektu-
elles Bildungsziel). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist, wo fast alles er-
lebt wurde und die Lebensschwere ertragen werden musste, bis es beschrieben werden konnte (evolutionäres Vorbildziel).
X.) Wenn jemand studiert hat denkt man beim Bildungs-Kultur-Lernen an das Bildungs-Universitäts-Niveau (es zählt nur das Damals z.B. von 1970 bis 1974). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen zählt nur das Tages-Niveau ( " das Bessere und Höhere im Hier und Jetzt zu wollen").
XI.) Bildungs- Kultur-Lernen ist mit dem Bildungsabschluss zur Ruhe gekommen (alles richtig gemacht). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist nach dem Bildungsabschluss erst richtig anfangen (mit sich ständig im Streit liegen,weil Ruhe als Suchunruhe Ziel bleibt.).
XII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen sagt mir ein bekanntes Buch nichts Neues. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist, wenn ich es mache,
was im Buch steht, alles neu.
XIII.) Zum Bildungs-Kultur-Lernen gehört auch Staatsbürger-Tugenden lernen. Zum Entwicklungs-Kultur-Lernen gehört in der Hauptsache Entwicklungs-Individuations-Tugenden lernen.
XIV.) Bildungs- Kultur-Lernen ist die niedrigste Möglichkeit des Menschen (Bildungsschulpflicht als das Erste der menschlichen Existenz). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist die höchste Möglichkeit
des Menschen (Individuations-Friedens-Bringschuld einer Entwick- lungslosigkeit) als das Letzte der menschlichen Existenz)
XV.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist die Realität des Menschen ist seine Bild-samkeit (Bildungsgrad). Beim Entwicklungs-Kultur-Ler-
nen ist die Wirklichkeit des Menschen ist seine Entwicklungsfähig-
keit (Entwicklungsreife).
XVI.) Bildungs-Kultur-Lernen geht bei Mißständen auf die Strasse. Entwicklungs-Kultur-Lernen bessert bei Mißständen nur bei sich selbst nach.
XVII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen will ich Intelligenter, wissender und klüger werden. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen will ich besser, selbstehrlicher und entwicklungsindividueller werden.
XVIII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen habe ich mit dem Bildungs-
und Berufsabschluss das Ende des Bildungslernens erreicht. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt, wenn er glaubt, er sei am Ende, der fängt er erst richtig an.
XIX.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen heisst es " macht euch die Erde
untertan ". Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen heisst es " lasst wachsen, was ich euch gegeben habe ".
XX.) Bildungs-Kultur-Lernen findet in Schulklassen statt (Bildungs-
typen). Entwicklungs-Kultur-Lernen erfolgt auf den Entwicklungsstufen (Entwicklungsindividuen).
XXI.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen sind der Maßstab für die Qualität, den Wert und die Grösse des Lehrers, wenn er die Lernziele erreicht hat und die Schüler in die nächste, höhere Klasse versetzt worden sind (pädagogische Qualifikation als niedriger Lehrgeist). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen sind u.a. der Maßstab für die Qualität, den Wert und die Grösse des Lehrers, inwieweit er bei seinen Schü-
lern " Kindheits-und Jugendideale wachrufen und einen Entwick-
lungsgeist entzünden kann (Begeisterung als idealstiftende Qualifi-
kation und höherer Lehrgeist).
XXII.) Der Bildungskulturlernprozess beruht auf der Kraft des In-
tellekts (Grundakt der Bildungslernkognition). Der Entwicklungs- kulturlernprozess beruht auf der Kraft der Überwindung (Grundakt des Lebens).
XXIII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist man stolz wenn man einen akademischen Grad erreicht hat (Klug ist der, der sagen kann, er
hat studiert). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen hat man erst einen Namen, wenn man keinen Wert mehr auf seinen Titel legt (Klug sei der, der sagen kann, er habe nichts als sich selbst studiert)*.
* Ein akademischer Bildungsabschluss ist noch keine Gewähr, dass auch das Leben gelingt.
XXIII.) Bildungs-Kultur-Lernen ist über Sachverhalte und Dinge
lernen (Wissenslernen). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist durch die Sachverhalte und Dinge hindurch lernen (Transzendierungsler-
nen).
XXIV.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen gilt wohlerzogen sein ist heuzutage in der Gesellschaft von grossem Vorteil, weil dieses
gute Bildungs- und berufliche Möglichkeiten erschliesst (linearer, undialektischer Lebensweg). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt wohlerzogen sein ist heutzutage von grossem Nachteil, weil es einen von so vielem ausschliesst (unlinearer-dialektischer Lebensweg)*.
* In Anlehnung an Oscar Wilde, irischer Schriftsteller.
XXV.) Bildungs-Kultur-Lernen erfolgt durch viele Schulfächer die
beim Einzelnen sich grosser Beliebtheit erfreuen oder ein Schul-
gräuel sind. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist bei Entwicklungs-
reife alles zuwider, was Entwicklung nicht selber ist und habe auch keine andere Wahl als nur Entwicklung.
XXVI.) Dem Bildungs-Kultur-Lernen liegt ein Bildungsauftrag zugrun-
de dem vorherrschenden Wertesystem zu dienen. Dem Entwick-
lungs-Kultur-Lernen liegt ein innerer Lebensauftrag inne dem eingeborenen Leitbild eines Individualisierungs-Lebens zu dienen *.
* 1.) Der Individualismus ist das herrschende Grundlebensprinzip
der Welt. Die Individualität ist die begriffliche Fassung des Lebens
und der Einzelne ist nur wahr, wenn er individuiert. Die nicht
irrende, individuelle Lebensrichtung als Entwicklungslernpro-
gramm und Lebensindividualordnung sind eingeboren und es ist
der Lebensformkraftwille als das kategorische " Individual-Logos "
des entwicklungsschöpferischen Bauplan-Lebensprinzips der Unverwechselbarkeit, Einzigartigkeit und Notwendigkeit.
2.) Individualisierung geschieht im Entwicklungslebensprozess im " Hier und Jetzt " in jeder Lebenssituation lebenslang ,was als Ent-
wicklungs-Individualisierungs-Weg bezeichnet wird. Individualisie-
rungsstreben ist im allerletzten die Entfaltung nach dem individu-
ellen Eigengesetz als Individuations-Bringschuld einer Entwicklungs-Iosigkeit und jeder ist zur (Gewissens)-Originalität verurteilt. Wo
der Wille der Entwicklungsindividualisierung fehlt, automatisch zu einer angehäuften Schuld einer Entwicklungslosigkeit wird, was der heutige Makel aller Lebensentitäten ist und dieses Schuldempfin-
den (noch) keinen gesellschaftlichen und sanktionierten Wert dar-
stellt.
XXVII.) Beim Bildungs- Kultur-Lernen ist ein Schulwechsel oder sogar Schulabbruch möglich. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gibt es beim Reifezeitpunkt kein zurück mehr, sondern nur ein weitergehen und den Punkt es zu erreichen gilt.
XXVIII.) Bildungs-Kultur-Lernen konzentriert sich auf anlagenge-mässe Bildungsfächer. Der innersten Neigung des Entwicklungs-Kultur-Lernen kommt kein geeignetes Lernfach entgegen.
XXIX.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird diskutiert warum es nicht gemacht wird. Es gibt es immer Gründe, Argumente, Entschuldi-gungen dieses und jenes nicht zu tun. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird diskutiert, wie die Dinge ermöglicht werden und Wege gibt, es trotzdem zu tun. Alle sagten es geht nicht und da kam einer, der das nicht wusste und hat es gemacht.
XXX.) Bildungs-Kultur-Lernen ist ohne Lebensspannung. Beim Ent-wicklungs-Kultur-Lernen machen die Lebensspannungen das Leben spannend.
XXXI.) Bildungs-Kultur-Lernen gilt als erster Schritt des Weges zur Zivilisierung. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist der nächste Schritt als der Weg zur Kultivierung.
XXXII.) Bildungs-Kultur-Lernen ist sich deshalb mit Bildung zu beschäftigen, weil von dieser eine ständige Selbstbestätigung aus-geht. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist sich mit Entwicklung be-schäftigen als ein ständiges " gegen-sich-selbst " behaupten müssen.
XXXIII.) Bildungs-Kultur-Lernen ist sich schulen an grossen Taten, grossen Leistungen, grossen Kulturschöpfungen und grossen Gedanken anderer. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt " die meisten grossen Taten, die meisten grossen Gedanken habeneinen belächelnswerten Anfang "*.
* Albert Camus, französischer Schriftsteller und Philosoph
XXXIV.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen will die Schule den Menschen lehren und die Lehrer wollen unterrichten, was sie wissen sollen (offizielle Lehrmeinung und persönlich empfundener Lernzwang). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen will das Leben den Menschen belehren, was er wissen und tun muss (individuelle Lebens-Krisenführungs-Druck-Erziehung und Lernfreiwilligkeit).
XXXV.) Bildungs-Kultur-Lernen steht für die Bildungsinstitution, für Tradition und Konvention. Entwicklungs-Kultur-Lernen steht für
das gotische Lernprinzip für eine Auffassung, wenn etwas Neues
mit elementarer Kraft zutage tritt. Es ist ein Lebensgrundgefühl,
was immer gegenwärtig ist, wenn etwas Neues mit urweltlicher
Kraft zutage tritt. Spätestens wenn wir sterben ,fragen wir uns, was war die ganze Bildung wert und dumm sterben muss.
XXXVI.) Bildung-Kultur-Lernen ist von einem höheren Bildungsni-
veau, welches als die Zukunft der Gesellschaft angesehen, ange-
strebt und unreflektiert behauptet wird (Bildungs(lern)gesell-
schaft). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist von einem höheren Ent-
wicklungsniveau, welches als Zukunft der Gesellschaft angesehen und angestrebt wird (Entwicklungs-Individualisierungs (lebens)ge-
sellschaft).
XXXVII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist durch Lernanstrengung
" z.B. Vokabeln pauken oder für die Prüfung büffeln" " bis es in das Bildungsfleisch und Bildungsblut übergeht " (lernkünstlich). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt überlernen und anders lernen " bis
es durch Transzendierung zur zweiten Natur und zu eigenem Fleisch und Blut wird " geworden ist (lebensauthentisch).
XXXVIII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen gilt, was denkbar ist, ist auch machbar. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt, was vorstellbar ist, ist auch machbar.
XXXIX.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen interessiere ich mich z.B. nur für die Naturwissenschaften und für die Ferien. Beim Entwicklungs- Kultur-Lernen interessiere ich mich in erster Linie nur für meine Individualisierungs-Entwicklung.
XL.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen gilt die Auseinandersetzung mit der Sache als Lernen. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird die Ausein- an dersetzung mit der Sache zur neuen Entwicklungsursache.
XLI.) Beim Bildungs- Kultur-Lernen gibt es Schulnoten z.B. für eine gute oder schlechte Mathematikarbeit. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gebe ich mir bei der Tagesreflexion eine Schulnote für einen guten oder weniger guten Entwicklungstag.
XLII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen bekomme ich oder suche ich die Aufgaben ausserhalb von mir. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gebe ich mir selbst und entwickele die Aufgaben aus den vorliegenden Aufgaben, weil ich mir selbst die Aufgabe bin.
XLIII.) Bildungs-Kultur-Lernen ist die Lern- und Wissensschule im Lehrgebäude als die gesicherte Altbildung als ungebildete Seite in uns. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist die Entwicklungs- und Le-bensschule im Lebensraum als die ungesicherte Neubildung als unentwickelte Seite in uns.
XLIV.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen war ich mehrfach immatrikuliert und habe einen anerkannten Bildungsabschluss von drei Eliteuni-
versitäten aufzuweisen. Das Forschungsobjekt ist das Verstandes-
ego des Bildungsweges (indirekte, sekundäre Quellen). Beim Ent-
wicklungs-Kultur-Lernen habe ich mich ohne anerkannten Stu-
dienabschluss autodidaktisch auf vielen Arbeitsstellen, an goti-
schen Kathedralen, Schriftstellern und meinen Lebenskrisen ge-
schult. Das Forschungsobjekt ist das Entwicklungsselbst des Ent-
wicklungsweges (direkte, primäre Quellen).
XLV.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen optimieren wir uns für etwas,
was für den Einzelnen keine Zukunft hat. Beim Entwicklungs-Kul-
tur-Lernen optimieren wird uns für etwas, was die Zukunft des Einzelnen ist.
XLVI.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen schreibe ich etwas, das sich zu lesen lohnt z.B. meine (Sport)biografie). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen lebe ich ein Leben, über das es sich zu schreiben lohnt (z.B. biografisches (Vorbild)leben).
XLVII.) Mit dem Bildungs-Kultur-Lernen verbindet man z.B. als Lernort ein Schulungszentrum als physisches Gebäude. Mit dem Entwick-lungs-Kultur-Lernen verbindet man z.B. als Lernort das Lebenspro-zesszentrum als psychisches Parallelwelt-Gebäude.
XLVIII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen darf ich lehren, wenn ich fach- lich gelehrt und wissend bin. Ein junger Philosophieprofessor mit 29 Jahren ist denkbar. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen darf ich erst lehren, wenn ich ungelehrt und Vorbild bin und das ist erst in reiferen Jahren möglich.
XLIX.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen haben die Kinder kaum noch Zeit zum Spielen und durch die Vorschule wird das Erwachsen werden mit der Kindheit bezahlt. Damit wird die Entwicklungskluft immer
grösser (Förderwillen). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen bleibe ich
so lange ein Kind wie es geht, weil diese Zeit für die zukünftige Entwicklung am wichtigsten ist. Je länger die Kindheit gedauert hat, desto entwicklungsbedeutungsvoller wird das Leben danach und " das Spielen ist mehr als nur Kinderkram" (Entwicklungs-Logos-Willen).
L.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen spielen Musikbegabte schon in jungen Kinderjahren Bach am Klavier. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen spiele ich in jungen Kinderjahren am (Fluss)bach hinter meinem Elternhaus *.
* 1.) Johann Sebastian Bach, Komponist.
2.) Der Kinderspielplatz ist mindestens genauso wichtig wie z.B. die Goethe-Schule. " Hier wurde die Schlacht von Waterloo geschlagen, sagte Arthur Wellesley, 1 Duke of Wellington/Militärführer", als er seinen Spielplatz von Eton besichtigte.
3 .)" Das Spiel ist die höchste Form der Forschung (Entwicklung) " *.
* Albert Einstein.
LI.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen bin ich ein guter Schüler wenn ich
in den jeweiligen Bildungsfächern gute Schulnoten bekommen ha-
ben. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist es ein Kompliment, wenn man " Träumerle" genannt wird, weil es sich noch nicht überall herumgesprochen hat, dass nur Träumer die Welt verändern.
LII.) Bildungs-Kultur-Lernen besteht aus Bildungsfächer. Entwick-lungs-Kultur-Lernen besteht aus der Individuations-Bringschuld einer Entwicklungslosigkeit.
LIII.) Bildungs-Kultur-Lernen ist Orientierung und Organisation nach festgelegtem (Schul)plan. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist ständiger Planwechsel, Umorientierung, Neuorganisation und von einem Irrtum zum nächsten Irrtum.
LIV.) Bildungs-Kultur-Lernen hat einen Arbeitsplan, welcher Punkt
für Punkt abgearbeitet wird. Entwicklungs-Kultur-Lernen hat einen Arbeitsplan, welcher Punkt für Punkt nochmals ständig verbessert, bevor er abgearbeitet wird.
LV.) Bildungs-Kultur-Lernen wird geplant und es gibt Musterschüler und ein Klassenprimus (sehr gute Schulleistung). Entwicklungs-Kultur-Lernen geschieht ungeplant und es gibt Schulversager, Sitzenbleiber und Schulabbrecher wo noch keiner ahnte, aus welchem Holz diese geschnitzt waren (Weltklasse Lebensleistung)*.
*1.) Die digitalen Medien haben die Gesellschaft demokratischer, freier wissender und selbstbewusster gemacht. In der Anonymität des Internets entfällt jegliche Hierarchie, der Einzelne ist selbstkri-
tischer und in der Computerwelt (Blockeinträge, Meinungsaus-
tausch in sozialen Netzwerken, Webseiten, E-Books, digitalisierte Printtexte, online-Zeitungen, Webshops, Digitalgeschäft, Foren, Nachrichtenapplikationen, Videos etc.) ist der Mensch unbewertet sich selbst, anerkannt und der persönliche Lackmustest für seine Fähigkeiten. Das Internet z.B. stellt die Dominationsmacht der Zu-
hörbildung immer mehr in Frage, weil es auf die autodidaktische Selbstvermittlung ankommt. Die Didaktik des fremdorganisierten Lernens wird zur Autodidaktik des selbstorganisierten Lernens und die Belehrung wird zur Erkenntnis. Erst als Autodidakt wird man unbewertet, unabhängig, freigeistig, vor Autoritätsgläubigkeit be-
wahrt, ist auch nicht vom schnellen Erfolg abhängig und vertraut mehr dem recherchierten Laienwissen und je grösser die Besu-
cheranzahl, desto anerkannter. Autodidaktisch wird im Ent-
wicklungssinne des gotischen-Lernprinzips als evolutionäre All-
zeitnutzung verstanden. Es zählt nur die Aussage: " Klug sei, wer sagen kann, ich habe nichts, als mich studiert " und die grösste Klugheit ist um der Sache willen sich selbst, seinen Vorteil und
seine " Ichpflege" vergessen und " egoistisch sein für andere".
2.) Das digitale Zeitalter hat bspw.eine praktische, virtuelle ökono-
mische, technische Bildungs- Berufs-, Kommunikations- und Kultur-
dimension und eine noch viel tiefere, transzendierende Lebens-Entwicklungs-Dimension z.B. vergleichbar mit der Erfindung der Buchdruckerkunst konnten erst Martin Luthers reformatorische Ideen eine Verbreitung finden und zu einer Bewegung werden. Die weltweite Vernetzung erlaubt es, was als eine höhere technische Entwicklungsstufe der Ideenverbreitung weltweit eingestuft wird, dass z.B. ein heute noch Unbekannter, aus einfachen Verhältnissen wie " ein Phönix aus der Asche empor steigt ", im gesellschaftlichen Mittelpunkt steht und Verantwortung für andere übernommen
hat, den bisher niemand auf der Rechnung hatte. Keiner ahnte,
aus welchem Holz der ehemalige, geistige verkannte Schulversager und Schulabbrecher, Bildungsverkannter und Berufsabbrecher ge- schnitzt war und nun alle mit sich zieht, weil ein "digitaler und analoger Idealist "Genie der Selbstevolution", nicht Anerkannter,
Unbekannter und nur sich selbst Bekannter, eine Entwicklungs-
natur, von den Eltern nur als Träumer titulierter und " stilles, ver-
borgenes Vorbild " bspw. " im Leseraum Internet " schweigend in
einem Block, in sozialen Medien oder auf der eigenen Webseite das
Wort er griffen hat in Anlehnung an den Philosophen Friedrich Nietz-
sche dass, wenn Schweiger reden, die Welt den Atem anhält. Die ehemaligen Lehrer, Vorgesetzte und Kollegen, weil alle überwachsen, werden zu "demütigen Schülern " und es wird eine Ehre sein ihn zu kennen und ein Vorbild darstellt für alle. Erst die Verkanntheit und fehlende Anerkennung bilden die grösste Motivation, nach innen und seinen eigenen Weg zu gehen. Es hat sich noch immer nicht überall
herum gesprochen,dass bisher nur " Tag-Träumer " die Welt verän-
dert haben und verändern, die im vorherrschenden Reich nicht wahrgenommen werden und ihr eigenes Reich für alle erschaffen. Alle, die eine Schulklasse wiederholen müssen, werden eines Tages alle anderen überholen*.
*1.)Ein Vorbild ist auch immer eine Autorität und diese steht im Dienste von etwas, das mehr und höher ist, als sie selber und gleicht geheimnisvollen Macht. Unsere Autoritäten bspw. Lehrer, Richter, Politiker, Pfarrer, Unternehmer, Sportler, Schriftsteller, Professoren, Prominente, Medien sind selbst einer Autorität unterworfen und von ihr abhängig, weil ihre gesamte Existenz darauf ausgerichtet ist. Weil die echte Autorität immer nur eine ganze und nie eine partielle in ihrem Fachgebiet ist, bleibt diese gespalten und nur eine Autorität auf ihrem Fachgebiet, welche nie das Ganze darstellt und diese Ge-
spaltenheit dem Menschen auch gar nicht bewusst ist. Deshalb fehlt die Kraft der Vorbildnachahmung und der Glanz einer wirklichen Autorität. Sie verleiht keinem mehr Ruhe, Sicherheit, Geborgenheit und keiner fühlt sich von ihr angesprochen und bestätigt. Deshalb sind unsere Autoritäten und Vorbilder leer geworden und beliebig austauschbar.Ihre Belehrungsworte und Vorbildbeispiele sind auch vorbildlos und können ihre erzieherische moralische Vorbildaufgabe nicht mehr erfüllen. Sie besitzen nicht mehr die Kraft zur Einsicht, der Verwandlung und Nachahmung und sind zu einem "zahnlosen Papiertiger" geworden. Sie dringen deshalb nicht mehr in die " tieferen Seelenschichten des (interverbundenen) Menschen vor, welche Menschen begeistern und einen neuen " Sturm- und Drang " auslösen. Beim Vorbild wird das Wort aus "dem Logos" als der Kraft des schöpferischen Entwicklungsvermögens gesprochen. Die Klarheit und Kraft des Wortes ist dort am grössten,wo es aus der Tiefe der Existenz und vom "Entwicklungs-Individualisierungsgewissen" heraus gesprochen wird. Diese Gewissenswahrheit entzieht sich den Kate-
gorien des Bewusstseins und ihr Wert wird daran gemessen, in wie- weit diese die Kraft hat, andere ins Gewissen zu reden, um ihren Standpunkt zu verlassen Das Wort ist immer konkret, Ding, Fleisch, lösend, nachahmend, schaffend, helfend, gesundmachend und befreiend. Je mehr es Zahl oder Meinung wird, desto kraftloser wird es. Die Entwicklungs-Lebenssprache ist Verkörperung des Lebens- geistes und die Worte sind vorbildhaft und kraftvoll, weil sie entwick- lungsgemäss im Leben errungen und dadurch "Fleisch" worden sind*.
2.) Bei der Politik z.B. geht es um die Mehrheit und nicht um die Wahr- heit. Politiker wollen mit Versprechungen an die Macht, obwohl der Uneigennützigste der Machtvollste ist. Politiker sagen,wie sie alles besser machen wollen, aber echte Führung bessert nur bei sich nach.
Politiker werden gewählt, während bei Vorbildern es genügt, dass sie nur da sind.Wer gewählt wurde, ist durch die Mehrheit legi- timiert, wird aber nie als Vorbild anerkannt sein,weil die Motivation seiner Ego-Macht-Natur entspringt.
3.) Eine Vorbildautorität ist immer mit Askese, Leiden, Kritik, Schwei-
gen und einer zeitweisen gesellschaftlichen Singularisierung und Nomadisierung des eigenen, gegangenen Entwicklungsweges verbunden, der aber nur durch dieses begründet und erhalten wer-
den kann. Veränderungen und Verbesserungen lassen sich nicht ausdenken oder durch Appelle an die Vernunft erreichen, sondern nur durch das,was wir durch die Selbstentwicklung geworden sind. Die Nachahmungskraft wird erst durch die Vorbildfunktion weiter- gegeben. Die Vorbildfunktion ist ein Ereignis im Bereich des Geistes, was entscheidend ist für die Menschheitsentwicklung und säkulare Weltgeltung hat. Der Geist ist immer so grösser gewesen, je macht- loser er war und die Macht umso stärker, je geistloser sie war.Das ist das polare Spannungsgesetz, zwischen Geist und Macht. Wenn die (Macht)autorität der Kirche nicht mit der moralischen (Vorbild)au- torität gekoppelt ist, ist der Stuhl des Amtsinhabers wurmstichig*.
* " Was leben will, muss dienen. Was herrschen will, lebt nicht lange".
* Hermann Hesse, deutsch-schweitzerischer Dichter und Schrift- steller".
4.) Von den vielen prominenten, gesellschaftlichen Grössen und
Helden wie Politiker, Schauspieler, Sportler, Sänger,Adelige,Kirchen- vertreter,Unternehmenssprecher etc. als Identifikations-und Inte- grationsfiguren für den vorherrschenden System-Zeit-Geist und Vertreter der alten Werte zu den unbekannten, gesellschaftlichen Entwicklungsgrössen als "die stillen im Lande" und Entwicklungs- helden ohne Podest als Identikations-und Integrationsfiguren für das jetzige (Vorbild)entwicklungszeitalter und den neuen Entwicklungs- Individualisierungswerten.
5.) Der zukünftige Entwicklungsweg des Menschen führt nicht von der Gegenwart unmittelbar wie wir es gewohnt sind nach vorne weiter, weil "das Vorne" von der Vergangenheit schuldmässig vorbelegt und deshalb vorbestimmt ist. Eine andere Zukunft kann sich nur aus einer anderen Vergangenheit wo jeder Stein umgelegt wird, entwickeln. Die Zukunft ist nicht in dem Sinne offen, dass ich vom Standpunkt der Gegenwart nur planen und mir neue Möglichkeiten erschliessen muss, um damit die Zukunft zu gestalten, sondern sie ist bereits durch die Vergangenheit abgesteckt, eingegrenzt und vorentschieden worden. Dem Menschen kann in Zukunft nur das begegnen, was er früher war. Er kann sich nicht heute einfach wandeln zu einem Ande- ren und Besseren, der er sein möchte, und ignoriert die Aufarbeitung seiner entwicklungslosen, aufgestauten Vergangenheitsschuld. Die Vergangenheit muss erst bereinigt werden, damit eine bessere Zukunft entstehen kann. Bevor es zur Wandlung kommt muss " der Weg des Rausches, der Lebens- krisen,der Zerstörung und der Ver- zweiflung"gegangen werden, weil sich der Mensch von der Gegen- wartsexistenz sich erst zu lösen vermag, wenn er die Vergangenheit seiner Existenz,welche in die Zukunft hinaus als lebendige Wirklich- keit nachwirkend ist, diese auch erkennt, akzeptiert und durch die Auseinandersetzung mit ihr sich damit in der Entwicklungsüber- windung davon gelöst hat. Es ist die schon fast paradoxe Situation, dass man eine bessere Zukunft nur erwarten kann, indem man ihr erst den Rücken zuwendet und sich der Aufarbeitung seiner" Ent-wicklungs-Bring-Individualisierungs-Schuld-Vergangenheit" widmet.
6.) Von den vielen Weltverbesserer und Welterretter (auch Orga- nisationen), die öffentlich um eine bessere Gesellschafts-und Weltordnung diskutieren und auf die Strasse gehen (Veränderung durch laute,öffentliche Protestmärsche) zu den Weltverbesserern und Welterrettern als "die Stillen im Lande",welche um eine persön-liche Selbstverbesserung alltäglich ringen (Selbstveränderung als lei-ser,unspektakulärer Entwicklungsprotest).
7.) Es kann weiterhin nicht oft genug wiederholt werden, dass es unwichtig ist was die neuesten Nachrichten sind, was andere sagen und tun, wie prominent jemand ist, Mißstände zu kritisieren sondern nur was ich tue. Es geschieht zwar viel in der Welt und um uns herum, aber in Wahrheit geschieht alles nur in mir.Die Welt ist nicht das Schwierige, sondern das Schwierige bin ich selbst Es ist der Weg von der Verwandlung der Welt, um diese in der Aussenwelt z.B. eine Krise bspw. durch Reformen, Technik, Schutzmassnahmen und viel Geld zu verbessern und retten zu wollen und der Andere der Schuldige ist
und der Mensch will und kann bleiben wie er ist zur Verwandlung
des Menschen in seiner Innenwelt, wo der Mensch sich im Ent- wicklungs-Individualisierungs-Prozess wandelt, weil dieses das Ganze darstellt und dieses der einzige Punkt ist, wo in der Welt wirklich etwas geschieht und deshalb ist er " der Nabel der Welt ", macht den Unterschied aus, ist das Besondere, braucht nichts zu beweisen und beneidet niemanden mehr. Sobald wir uns mit den anderen verglei- chen hört die Zufriedenheit meistens schon auf.So wir wir sind, ist die Welt.Die Probleme des Einzelnen sind so komplex und gewaltig, ge- nauso gross wie die Probleme der Welt sind. Jeder Mensch ist sein eigenes Universum und bewegt sich dem geistigen Weltzentrum
parallel.Wer seinen Mittelpunkt gefunden hat, wird zum Mittelpunkt für die Anderen.Aber was ich geworden bin und weiter noch werde, bin ich nur aus mir selbst geworden und es waren nicht andere Menschen und keine Bildungs- erlebnisse, welche mich geformt
oder andere Förderer, welche mich weitergebracht haben, sondern es ist das Ergebnis eines individuellen Entwicklungsstrebens. Jeder Entwicklungs-Lebensweg, weil er noch von niemanden gegangen wurde, ist immer autobio- grafisch, autodidaktisch und bildungs- dialektisch angelegt. Die Erscheinung des Menschen sagt mehr aus
als sein Beruf. Der besondere Mensch wird erspürt, gefühlt, füllt den Raum mit seinem Dasein. Früher habe ich gesucht, gewollt,bin nach- gereist und jetzt werde ich gesucht, gewollt und zu mir gereist. Obwohl ich nie im Vordergrund stehen will, aber wo ich spreche, stehe ich automatisch im Licht des Interesses. Was Wert hat, macht sich selten und gerät in den Hintergrund. Er genügt sich nur noch selbst sein,will nicht mehr sein und nur (da)sein. Alles was man nicht selbst ist, fehlt die Stoßkraft, ist Verwässerung und Schwächung. Auch bekannte Namen und gesellschaftliche Positionen interessieren mich nicht mehr.Der bekannte Mensch ist selten einzigartig.Wenn man nichts darstellt fällt es schwer zu schweigen, aber wenn man etwas darstellt ist einem nichts lieber, als zu schweigen.Gut lebt der, der im Verborgenen lebt. Es erwartet keiner etwas von mir, sondern ich erwarte nur etwas von mir. Nur wer sich zum Helden macht, hält sich persönlich für eine Niete. Er will beneidet werden, dass er sich nicht so elend vorkommt*.
*I.) Trivia: Spyridon Louis (griechisch Σπυρίδων Λούης, Rufname auch Spyros;) war ein griechischer Langstreckenläufer und der erste Sieger des eigens für die Olympischen Spiele 1896 in Athen kreierten Mara- thonlaufs.Er galt als Nationalheld, konnte nicht lesen und schreiben, aber im Herzen verkörperte er die Sehnsucht der Bevölkerung.Wenn er etwas sagte, "das klang fast wie Gotteswort".
II.) Bildungs-Kultur-Lernen ist der abstrakte, geistige, verstandesmäs- sige Lernprozess, ohne dass bei mir und mit mir wirklich etwas geschieht (die Welt dreht sich). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist der lebensexistenzielle Lernprozess, wo jeden Tag bei und mit mir etwas geschieht (die Welt dreht sich um mich).
8.) Entwicklung kann nur seine befreiende Kraft entfalten, wo der
einzelne Mensch seiner Entwicklungsschuld der Entwicklungslosigkeit
begegnet. Die Individualisierung der Entwicklungsschuld bei Entwick-
lungsreife (Krisen, Unfrieden, Lebensdruck,schlechtem Gewissen) ist ein unverzichtbarer Entwicklungsbestandteil und betrifft immer nur den Einzelnen als Entfaltung nach dem individuellen Eigengesetz und liegt in der Auseinandersetzungs-Entwicklungsprozess-Bringschuld Schuld-Überwindung.Die Entwicklungsschuld ist eine Schuld ohne Schuldgefühle und ohne gesetzliche Bestrafung, wird erst beim Le-
bensdruck als Entwicklungsreife erkannt und diese Erkenntnis hat etwas Verpflichtendes und Befreiendes und nichts schuldhaft Belas-
tendes. Entwicklungsschuld kann auch nicht aufrechnet, sondern nur vergeben werden (beim Zeitpunkt der Reife). Entwicklung kennt dann keine Entschuldigungen, Gründe, Ausreden,Rechtsanwälte, Fingerzeig auf andere und mildernde Umstände mehr, sondern nur die Fest- stellung, das ich noch nicht alles getan habe,was ich tun kann und der einzige Schuldige bin. Die Schuld besteht immer nur darin,das Ent-wicklungsbessere jetzt nicht zu wollen und die Entwicklungszeichen
ignoriere,indem ich bleiben möchte,wie ich bin und druch die Ver- drängung mich entwicklungslos verhalte.Die Wunden der Vergangen- heit werden nur geheilt durch eine Entwicklungslebenszukunft.Es ist das Entwicklungs-Zeitnutzungs-Jetzt-Lernen, wenn der Tag nicht entwicklungsgemäss genutzt wurde,ein verlorener Tag gewesen ist,was im Allgemeinbewusstsein noch nicht verankert ist. Es ist
jeder Augenblick als eine Möglichkeit zur Wirklichkeit werden zu
lassen und das,was jeder Augenblick von einem erwartet.Es ist die Selbstverpflichtung der Individualitätsentwicklung als Entpersön-
lichung,indem ich das in mir individuell Einzigartige und Einmalige entwickle, bis ich lebensauthentisch und nur noch mich selber bin.
Es ist die Unart nicht die Schuld bei anderen zu suchen, weil jede persönliche Krise auf Wandlung zielt d.h.,das nicht der Andere, sondern ich der einzige Schuldige bin. Die Entwicklungsschuld als Gewissensschuld ist das Einzige,was den Menschen begründet und ist sein persönliches Entwicklungspotential, aber auch seine Einzigartig-
keit. Deshalb reicht es nicht aus und befreit nicht"von der Last der Selbstwerdung" nur ein guter, stromlinienförmiger,angepasster Gesellschafts-und gesetzestreuer Staatsbürger und "ein frommer Sonntagskirchgänger" zu sein.
LVI.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen gelte ich als klug, wenn ich über andere und über anderes Bescheid weiss. Es ist die gebildete Seite des Menschen, welches höchstes (gesellschaftliches) Glück verheisst.
Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen bin ich unglücklich und zerrissen, wenn ich über mich Bescheid weiss. Es ist nach Johann Wolfgang Goethe nur die ungebildete Seite an uns, von der wir her glücklich werden.
LVII.) Bildungs-Kultur-Lernen ist angelernt, Beruf gelernt, Bibel aus-
wendig gelernt, Buchhaltung gelernt und lebenslang etwas gelernt, ohne dass das Lernen etwas im Leben bewirkt hat. Das Leben ist an einem vorbeigegangen. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen durch-
schaue ich erst im Entwicklungs-Individualisierungs-Transzendie -
ungs-Prozess den Wert, die Wahrheit und die persönliche Bedeu-
tung des Gelernten, was sich auf mein Leben auswirkt und lebe bewusst durch die evolutionäre Allzeitnutzung erst richtig *.
* Siehe auch evolutionäre Allzeit-Jetzt-Nutzung
LVIII.) Bildungs-Kultur-Lernen ist der Bildungs- und Erziehungs-
plan des Staates und schreibt dem Leben vor wie es zu sein hat. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist der spontane Lebensplan des Menschen wie das Leben ist *.
*" Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen ", Blaise Pascal, französischer Mathematiker, Physiker und Philosoph.
LIX.) Siehe > 1700 weitere Beispiele in Vom Bildungs-Kultur-Lernen zum Entwicklungs-Kultur-Lernen
- Unsterblichkeitslernen ist die Vorbereitung für eine grosse, lange Reise in das "gelobte Land". Wenn ich in ein anderes Land auswandere, dafür ist auch viel Vorbe- reitung erforderlich.
- Beim Unsterblichkeitslernen erkenne ich,dass nicht der Tod der Sinn des Lebens, sondern das (Entwicklungs-Individualisierungs)leben der Sinn des Todes (Tod des Materiellen) ist und deshalb die Bedeutung des Todes das Leben ist und das Leben durch den Tod vollendet wird.
* Die Tugend wird nur in der Verführungsschwachheit vollbracht, weil diese zur Entfaltung das Gegenteil bedarf. Das Gute ist erst das Gute und eine Tugend, wenn es vom negativen Pol gereinigt wurde. Wo keine Untugend, da ist auch keine Tugend möglich. Die Untugend ist nur eine verkleidete Tugend. Nur weil ich der Ver- suchung widerstanden habe,bin ich dadurch stärker und tugendhafter daraus hervor gegangen und das Böse wird zum Guten.
> Mit dem Unsterblichkeitslernen erwächst eine Lebens-Vertrauens-Sicherheit, dass
- der Tod ist kein Feind, sondern mein Freund ist.
- der Tod erst einmal das Niedrige im Leben ist, um zum Höchsten zu gelangen.
- der Tod wesenlos ist, um zum Wesenhaften zu gelangen.
- der Tod erst einmal als ein Unglück gesehen wird, um zum Glück zu gelangen.
- der Tod Unwissenheit des Menschen ist, um zur vollen Gewissheit zu gelangen.
- der Tod als Dunkles, Bedrohliches und notwendiges Übel betrachtet wird, um zum hellsten Licht, grössten Liebe und zum höchsten Segen zu gelangen.
- der Tod das Leben begrenzt, um zum Unbegrenzten zu gelangen.
- der Tod eine Lebensunsicherheit darstellt, um zur absoluten Lebenssicherheit zu gelangen.
- der Tod ein Lebenskrisenrand darstellt, um zum Lebens- goldrand zu gelangen.
- dass nicht der Tod der Sinn des Lebens ist, sondern das Leben ist der Sinn des Todes (Tod des Materiellen).
- dass es in der geistigen Welt weder Raum noch Zeit gibt und daher auch keinen Tod. Wir verlassen nur unseren materiellen Körper, aber bleiben uns gleich. Die Sterb- lichkeit wird nur mit der Unsterblichkeit vertauscht und deshalb ist der Sterblichkeitsglaube ohne Zweifel ein Irrglaube.
- die Langzeitsicht mein Leben bestimmt, weil das jetzige Leben nicht mehr für das Wichtigste gehalten wird, weil alles dem ewigen geschichtlichen Gesetz des Vergehens und Werdens unterliegt.
- der Tod als Lebensundankbarkeit empfunden wird, um danach umso dankbarer zu werden.
- der Tod als überflüssiger Unwert betrachtet wird, um zum wirklichen Lebenswert zu gelangen.
- der Tod als Wandel definiert wird, um zum Unwandel- baren zu gelangen. Deshalb ist sterben lernen ist sich treu bleiben im Veränderungslernen und wenn der Tod kommt fällt dieser mir auch nicht schwer, weil dieser auch nur eine Veränderung ist.
- der Tod als Beschränktheit des Lebens betrachtet wird, um zum unbeschränkten (ewigen) Leben zu gelangen.
- Unsterblichkeitslernen ist Entwicklungslernen als Kultur-Lernen und dieses besteht aus den Entwicklungs-Eigenschafts-Individualisierungs-Tugenden des Gotischen Lernprinzips 1-4 und des gotischen Lernprinzips 5-17.
- Unsterblichkeitslernen ist das Gotische Lernprinzip , welches der Lebensformwille als Individual-Logos zu lernen ist. Es ist der Pulsschlag des Lebens als lebens- identisches Lernprinzip, was jeder kategorisch in sich trägt, schon vor der Geburt bejaht wurde und die Zukunft aller und von allem ist*.
* I.) Der Geist der Gotik und der Geist der Entwicklung durchdringen sich gegenseitig. Die gotischen Kathedralenlernprinzipien sind das, was jeder Mensch seit seiner Geburt in sich trägt. Sie stellen den Be-
ginn und das Ende der immanenten Entwicklungs-Eigenschafts-Ziel-
richtung in Form der Zwei-Stufen-Methode dar. Die Metaphysik der Formensprache der Gotik als Kathedralbauprinzipien sind Entwick-
lungsschlüsselmerkmale und identisch mit den universellen Ent-
wicklungseigenschaften, Entwicklungsattributen, Entwicklungs-
werten und Entwicklungstugenden als die Formen- und Univer-
salsprache der Lebensentwicklung ( " Das Christentum hat eigent-
lich keine eigene Sprache "). Die Vielfalt der gotischen Formen be-
sitzen eine religiöse Symbolkraft und " aus der Entwicklungsbrille " betrachtet eine Entwicklungs(symbol)kraft als ein Spiegelbild von zeitlosen, lebendigen und lebensgültigen Eigenschaftsmerkmale
der Entwicklung als entwicklungsindividualisierender, bildender Logos sinn. Es ist der Lebenswille und die Ideengeistesmacht, ein mächtiges, urweltliches, unbekanntes Lebensgefühl, der einst elementar in die gotischen Formen gelegt wurde und diese Wil-
lenskraft ergreift jeden " gotischen Menschen "und reisst ihn mit
und der hohe Münsterturm zwingt den Blick automatisch nach
oben zum Himmel als symbolische Nähe zu " Gott ". Es ist ein Ele-
mentardrang als ein ewiger Kampf zwischen Unruhe und Ruhe, zwischen Rausch und Besonnenheit, zwischen Unzufriedenheit und Zufriedenheit, zwischen Ungeduld und Geduld und ist ein Lebens-
grundgefühl, was immer in allen Kulturen gegenwärtig ist, wenn etwas Neues mit urweltlicher Kraft zutage tritt. Die gotische Ka-
thedrale als Mittel zur religiösen Erfahrung wird zum Mittel ei-
ner Entwicklungs-Individualisierungs-Erfahrung als unkonventio-
neller, eigentlich unreligiöser Zugang zum Christentum, weil der Gottesbegriff identisch mit dem Entwicklungsbegriff nach Meister Eckhart ist (je mehr Entwicklung desto mehr Gott). Gott ist Frieden
und die gotische Kathedrale steht für den Entwicklungs-Auseinander-
setzungsweg, um zu seinem Frieden zu gelangen, weil Ruhe,Frieden und Freiheit aller Lebensunruhe Suchziel sind.
II.)" Es wird eine Zeit kommen, wo das gotische Lernprinzip jedem ärztlich verordnet wird "*.
* Quelle unbekannt.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet danken lernen. Jede Generation kann und muss der jeweiligen vorhergehen- den Aufbaugeneration danken, danken und nochmals beten, denen wir tief in der Schuld stehen, weil diese erst die Auseinandersetzungsreife als Privileg durch ihre Le- bensleistung und ihr Erbe für" das Sterben lernen" ge- schaffen und ermöglicht und damit auch ihrem Leben einen weiteren Sinn und für die zukünftigen Sterbege- nerationen den Humusboden gelegt haben. Die Toten sind eigentlich unterbewertet und nicht umsonst gestorben*.
* I.) Aus einer Gedenkansprache bezüglich des 75. Jahrestages der
Landung der Alliierten in der Normandie: " Die haben für unsere Lebensweise und unsere Zukunft gekämpft und sind gestorben.
Wir haben unsere Freiheit unseren Vätern und Urgrossvätern zu verdanken, denen wir tief in der Schuld stehen ".
II.) Jeder kennt den verzweifelten Kampf gegen die Vergessenheit,
wo z.B. in dem " Vietnam Veterans Memorial " in Washington mehr als 58 000 Namen gefallener und vermisster Soldaten eingraviert sind.
III.) " Wenn die Menschheit weiter kommt, sind die Millionen von Toten der vergangenen Kriege nicht umsonst gewesen und diese waren Martyrer". Ein Mensch, der sich über Jahre selber auf Leben und Tod eingesetzt hat (Frontgeneration), hat eine gewaltige, über-
menschliche Leistung vollbracht. Diese Leistung liegt anderswo begründet und der zivile, erlernte Beruf wird zu einer belanglosen Nebenbeschäftigung.
IV.) Es ist möglich, dass die Weltgeschichte immer Blutzeugen braucht
als Mahnung, um den jetzigen Generationen und der übrigen Welt
das " nie wieder" bewusst zu machen. So betrachtet haben die Grä -ber und Trümmer ihren Sinn behalten.
V.) " Was immer ein freier und unbefangener Geist souverän berührt, wird neu für eine in überlebten Vorstellungen befangene Welt. Kein Gedanke der Menschheit, wenn der über die Vernunft hinaus ge-
trieben verliert auf die Dauer seine schöpferische Macht. Nie lässt sich die geborene Kraft einer Idee, eines Werkes auf Dauer verbergen und verschliessen. Deshalb ist der stärkste Mann ist immer der Mann eines einzigen Gedankens. Denn alles was an Lebenstat-, Willens- und Glaubenskraft, an Intelligenz und Idealismus, Empathie, finanziellen Mitteln, an Nervenanspannung und Opferbereitschaft darin inves-
tiert und aufgespeichert hat, entwickelt eine Eigendynamik und erzeugt eine Wucht, der selten die Welt widersteht. Die Idee ent-
springt nicht aus dem intellektuellen Reich des Denkgeistes, son-
dern aus dem überintellektuellen schöpferischen und wirklich-
keitserschaffenden geistlichen Reich. Ein lebendiger Gedanke will
nie bei einem einzigen sterblichen Menschen leben und vergehen.
Er will Raum, Welt und Freiheit. Immer kommt darum bei jedem Denker die Stunde, dass seine Lebensidee von innen nach aussen drängt wie ein Kind aus dem Mutterleibe und wie eine Frucht aus
der Schale *".
* In inhaltlicher Textanlehnung an Stefan Zweig, österreichischer Schriftsteller.
VI.) Immanenz und Transzendenz als Einheit und in der Ganzheit sind aufeinander bezogen und nicht von einander zu trennen als die bei-
den lebensambivalenten Pole eines Spannungsfeldes, in das der Mensch gestellt ist. Deshalb findet alles, was in den Tiefen des menschlichen Wesens geschieht, seinen kosmischen Ausdruck im Himmel. Was sich im Menschen offenbart, findet zugleich seine Offenbarung im Himmel als ein interverbundenes, für die Entwick-
lung der Menschheit, ein geschichtliches Geistgeschehnis von sä-
kularer Bedeutung.
- Unsterblichkeitslernen bedeutet in der Entwicklungs- spitze auch wenn es hyperbolisch klingt selbst ein Genie der Selbstevolution zu werden, wo Bleibendes und Ewiges geschaffen wird*.
* Auch wenn bspw. das Leben vieler Genies und Künstler von kurzer Dauer war (z.B. Vincent van Gogh (37),Mozart (35), Elvis Presley (42),Amy Winehouse (37), haben diese in ihrem Leben Sinnspuren hinterlassen oder sogar zeitloses und Bleibendes geschaffen. Aber auch gibt es viele Beispiele, wo die Lebenssinnleistung erst im ho- hen Alter geschaffen wurde (Georg Bernard Shaw 94 Jahre, Im- manuel Kant 80 Jahre oder einfach nur " Lis Kirkby hat ihren " Doktor " im zarten Alter von 92 Jahren gemacht ").
- Unsterblichkeitslernen wird auch als ein lebenslanger Todeskampf bezeichnet und als biblisches, geistliches Schwert um (weltliches) abzuschneiden, was De-und Entmaterialisierung bedeutet (geistiger,spiritueller) Reichtum ergibt sich nur, wo ich etwas aufgebe). Die Frucht vom Loslassen der Vergänglichkeit ist die Geburt von einer neuen Unvergänglichkeit. Jede Überwindung ist Trennung für etwas Besseres und Höheres. Jedes Opfer macht heiliger und der Verlust wird zu einem Gewinn. Deshalb verdient allem Vergangenen nur Mitleid. Es muss etwas sterben, damit ich weiterleben kann. Je weniger Anhaf- tung bedeutet, desto leichter fällt das Sterben, weil man an immer weniger hängt.
> Vorsorge für das Leben nach dem Tod wird einmal so selbstverständlich werden wie die heutige Altersvorsorge schon in jungen Jahren. Es wird eine Zeit kommen, dass " Unsterblichkeitslernen " genauso notwendig sein wird wie heute rechnen und schreiben lernen und die dunkle Keller- und Agoniezeit der Verdrängung und Unwissen- heit vorbei ist und nur noch mit dem Kopf geschüttelt wird, wer das Sterben lernen nicht für ernst nimmt. Eine palliative Sterbebegleitung ist kein Ersatz für das lebens- lange Sterben lernen und ist nur eine segensreiche Hilfe für die Lebensendphase. Der Tod ist zeitlos und wird niemals unmodern.Wer sterben lernt, wer sich entwickelt, was jedem unab- dingbar aufgeben ist unabhängig von der Reininkarna- tionstheorie oder wer religiös gläubig fest an die Idee der Unsterblichkeit seiner individuellen Existenz glaubt oder was die moderne Sterbeforschung oder ande- re Begleitwissenschaften sagen oder welche " pro-con- tra Argumentation " auch immer, ist auf jedenfall immer auf der todsicheren Sterbeseite.Das wichtigste beim " Un- sterblichkeitslernen" ist den ersten Schritt zu tun und dieser lebenslange Lernprozess in meiner Alltagswelt seinen Platz nicht wenn dann, sondern jetzt oder nie eingeräumt bekommt und zum wichtigsten "Google-Suchbegriff wird. Das Umdenken muss zu einem allmäh- lichen Umkehren werden.
> Die Welt, welche uns umgibt, lehrt uns nicht sterben zu lernen. Sie lehrt uns auch nicht richtig zu leben, sondern nur mit dem Leben zurecht zu kommen und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, ein guter Staatsbürger zu sein und möglichst viel Geld zu haben. Es geht immer nur darum
immer mehr zu machen, mehr zu haben und sich auszu- leben. Deshalb ist eine hehre, klug gebaut Lehre von Nöten, welche jeden einfängt sterben zu lernen, der an ein Weiterleben nach dem Tod zweifelt. Wer glaubt sterben gelernt zu haben, wenn er
- einhundert mikrophysikalische, mathematische Formeln kennt, welche beweisen, dass das Leben auf Fortsetzung programmiert und nicht nur einer Osterbotschaft ist,
- einhundert unzweifelhafte Erlebnis- und Erfahrungs- berichte parapsychologischer Erscheinungen gelesen hat,
- sich mit einhundert Sterbenarrative der modernen Ster-be-und Nahtodforschung auseinandergesetzt hat, wel che zu den gleichen Schlussfolgerungen für Gläubige, Ungläubige Belehrbare und Unbelehrbare gelangt sind,
- die einhundert " Bestseller " in der Kategorie " Was wir heute über das Jenseits wissen" gelesen hat,
- einhundert Vorträge besucht hat, wo Mystiker, Philoso- phen, Parapsyologen, Theologen Ärzte und Wissen- schaftler glaubhaft und nachweislich bestätigen, dass es ein Weiterleben für die Seele nach dem Tod gibt (geben muss),
- alle derzeitigen Videos und Dokumentationen über diese Thematik kenne, dann
ist die Angst vor dem Sterben immer noch nicht ausgeräumt, weil er zwar (halb)wissend ist, aber nicht Sterben( als Leben) gelernt hat. Fragen des Jenseits sind unwichtig und nur
sinnlose Papierkrümelei, sondern es kommt in erster Linie auf die Diesseits-Lebens-Sinn-Bewältigung der Individuali-
sierung an. Unsterblichkeitslernen kann nicht gelehrt werden, sondern muss ein Leben lang geübt werden, weil bisher keiner meinen Entwicklungsindividualisierungs-Weg gegangen ist, trifft auch das Gelehrte für mich im Einzelfall nicht zu. Das Leben kann nicht erlesen und durch Aufzäh-lung von Zitaten gelingen, sondern es muss gelebt werden durch abtragen der Bringschuld einer Entwicklungs-Indi-
viduationslosigkeit. Die Behauptungsthese z.B. das Leben
ist unsterblich und nicht tot zu kriegen ist lässt sich nicht rational verstehen oder intellektuell widerlegen, sondern kann erst einmal nur geglaubt oder nicht geglaubt werden. Erst wenn ich sterben gelernt, d.h. leben gelernt habe,
weiss es dann mit mathematischer Sicherheit und Quell-
wasserklarheit und würde diese Erfahrungsbehauptung jederzeit auch mit unterschreiben. Diese Wissenheit erfolgt nicht durch viel lesen, zuhören und zuschauen, sondern ist das Ergebnis eines lang andauernden Lebens-Erkenntnis-Ver-
trauens-Prozesses. Wenn ich meinen Frieden Nr.403
durch Unsterblichkeitslernen gefunden habe, dann sehe ich erst mit einem Röntgenblick, dass das Leben nicht tot zu kriegen ist. Nur das ist es, was es beim Unsterblichkeits- lernen zu begreifen gilt*.
* I.) Textwiederholungen im Essay und das Resümee sind beabsich-
tigte Reflektions- und Rezitationsübungen, weil alleine mit dem Lesen und Verstehen der modernen Sterbekultur dieses noch nicht zum klaren Lebensgrundgefühlswissen eines Erkenntnisverhältnisses
zum Sterben und Tod geworden ist.
II.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen bin ich Zuhörer in einem 60-mi-
nütigen Vortrag, welcher von einer Fachautorität und einem " Star-Redner " gehalten wird oder ich schaue mir ein 45-minütiges Video
im Internet an. Obwohl jeder Satz wert ist sich diesen aufzuschrei-
ben und persönlich darüber zu reflektieren, wird dieser unter "der Flut der Worte begraben " und verpufft. Ich habe gar keine Zeit da-
rüber nachzudenken. Wenn der Vortrag oder das Video zu Ende ist,
ist auch fast alles wieder vergessen. Es war nur eine fruchtlose Unterhaltung. Das Entwicklungs-Kultur-Lernen dagegen erfolgt zu Hause, indem die vielen für mich guten mitgeschriebenen Anre-
gungen entsprechend meinem Reife- und Auseinandersetzungs-Bereitschaftsgrad reflektiere und jetzt erst zur individuellen Ent-
faltungsgeltung kommen.
III.) Bildungs-Kultur-Lernen ist konfliktfreies Bildungsprozesslernen und erfolgt aus einer untätigen Lern- und passiven " Zuhörer-Kon-
sum-Lernhaltung " heraus (Lernbewegung in der Ruhe). Entwick-
lungs-Kultur-Lernen erfolgt in der Lebensauseinandersetzung als Entwicklungs-Transformations-Prozesslernen aus einer tätigen Lernhaltung heraus (Lernbewegung in der Unruhe).
IV.) Bildungs-Kultur-Lernen ist der abstrakte, geistige, verstandes-
mässige Lernprozess, ohne dass bei mir und mit mir wirklich
etwas geschieht. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist der lebensexis-
tenzielle Lernprozess, wo jeden Tag bei und mit mir etwas geschieht.
V.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen studiert man Bücher. Beim Entwick-lungs-Kultur-Lernen studiert man sein Leben.
VI.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist das vergessene Gelernte in der Regel unwiederbringlich aus dem Bildungsbesitz verloren (kannte und hatte ich). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen geht das Gelernte durch den Entwick- lungs-Transzendierungs-Prozess erst in den bleibenden Entwicklungsbesitz über (bin und werde ich).
VII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen werden Ratschläge vom Lehrer immer weitergegeben, weil es das einzige ist, was man damit machen kann. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird versucht, bei Entwicklungsreife die Ratschläge zu individualisieren und in die Tat umzusetzen.
VIII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen will der Lehrer, dass man ihm glaubt. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen führt der Lehrer den Schüler zu den eigenen Erfahrungen.
IX.) Beim Bildungslernen kommen und gehen Gedanken und verflüch-
tigen sich. Beim Entwicklungslernen kommen Gedanken und werden, bevor sie gehen, reflektiert.
X.) Bildungs-Kultur-Lernen ist in die Bildungsschule fahren, um durch " laute Lehrmeister " zu lernen und die Aus-,Fort und Weiterbildung ist anerkannt (die Lauten im Lande). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist die " Ringschule des Lebens ", um als " stiller Lebensmeister " zu lernen und bleibe als Entwickler unerkannt (die Stillen im Lande).
XI.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen werden den Gedanken der Anderen gefolgt, aber fremde Gedanken " brennen nicht ". Es sind Gedan-
ken die man niederschreibt (bildungsgemässes Begriffsdenken). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist seinen eigenen Gedanken folgen
und an grossen Gedanken anderer sich empor arbeiten. Es ist " die Glut des jungen Denkens ", die einen treibt (entwicklungsgemäßes Entwicklungsdenken).
> Die Botschaft lautet, als Einzelner kann ich nicht so blei-
ben, wie ich bin und sein möchte oder freie Kinder zu schaffen wird die wichtigste Aufgabe des 21. Jahrhundert sein. Nur wer sich entfaltet, bewirkt gutes oder Entwick-lungs-Individualisierung nicht zu tun ist schlimmer, als et-was Schlechtes zu tun "*.
* I.) Es ist auch die Feststellung des französischen Schriftstellers Victor Hugo, dass nichts auf der Welt so mächtig ist, wie eine (Ent-
wicklungs)idee, deren Zeit gekommen ist. Viele Spruchweisheiten verkünden auch, dass es gefährlich ist die Wahrheit zu sagen, deren Zeit noch nicht gekommen ist, weil eine andere, bequemere (Un)wahrheit Regiment führt, weil ich so bleiben kann wie ich bin.
II.) Die Individualität ist die begriffliche Fassung des Lebens ".Nur durch die Entwicklung begründet und definiert sich jedes Indivi-
duum. Wer nicht individuell wird existiert eigentlich nicht und hat seinen Lebensdasein verfehlt. Nur in seiner Art heraus kann sich
der Einzelne Mensch durch Entwicklung sich vervollkommnen
(ohne wirklich vollkommen werden zu können) und jeder ist zu Originalität verurteilt. Das ist seine Rechtfertigung, seine Sinnbe-
stimmung und nur darauf kommt es an, dass die menschliche Ein-
zelentwicklung weitergeht. Der Einzelne hat keinen Wert ausser im Dienste seiner individuellen Lebensgeschichte. Weil nur der Ein-
zelne ein Gewissen hat, das Kollektiv gewissenlos ist, steht das
Einzel ge wissen höher, als jeder gesellschaftlicher Konformismus.
Der Wert und der Lebenssinn des Menschen besteht darin, wie
viel er bei der kulturellen Entwicklung Anteil hat und nicht nur
bspw. seine Arbeits-, Kauf-, Steuer- und Quotenkraft, sein Besitz, seine Popularität und seine gesellschaftliche Stellung.
III.) Der gesellschaftliche Zustand ist der Zustand Einzelner, die Entwicklung gewagt haben und wagen, weil der gesellschaftliche, angepasste Mensch wenig kulturfähig ist. Eine Gesellschaft lebt
nur von denen, welche sich entwickeln und bewusst an ihrer Indi-
vidualisierung arbeiten. Deshalb ruht alle Hoffnung auf dem Ein-
zelnen, wenn die Politik handlungsschwach, die Gesellschaft
orientierungslos, ein Werteverfall beklagt wird, moralische Auto-
ritäten fehlen und Krisen das Land durchschütteln. Der Entwickler
ist unersetzbar und weil das wertvollste Mitglied, " das Salz der Gesellschaft " und deshalb " systemrelevant ". Er ist es, der die An-
deren durch " sein-anders-sein " weiterbringt. Entwickler machen
den Unterschied aus, weil es die Anderen schon gibt. Einer muss
es zuerst gedacht und getan haben. Durch ihn wird die Welt zu
einem besseren Ort.
IV.) Unsere Zivilisationskultur legt ohne Selbstbestimmung fest, wie
wir als Individuum sein müssen. Wer in der Gesellschaft seinen Platz gefunden hat und mit seinem geplanten Lebensentwurf zur Ruhe gekommen ist, kann sich nur noch schwer dem Kraftfelddruck der gesellschaftlichen Masse entziehen und hat auch keine Zeit und Inte-
resse für derartige unbequeme Entwicklungsanstrengungen, persön-
liche Entwicklungsfragen, um sterben zu lernen. Aber alleine nur in
der Gleichschaltung und Anpassungssozialisierung eines Konsens-
bürgers und in der Einhaltung der Staatsbürger-, gesellschaftlichen und privaten Verpflichtungen als auch nach einem Verhaltensko-
dex allgemeingültiger, gesellschaftlicher Werte ( " macht man oder macht es nicht " ) erschöpft sich die persönliche Entwicklungsver-
antwortung (als Individuations-Bringschuld einer Entwicklungs-
losigkeit) des einzelnen Menschen nicht. Opportunismus ist kein wirklich ernst zunehmender Lebensentwurf. Das Leben muss
erst einmal scheitern, wenn es gelingen soll und das bleibt die höchste Individualisierungshürde *.
* Es wird eine Zeit kommen, wo die Individualisierungsentwicklung eine Bürgertugend ist und Entwicklungsresistente als Unbelehrbare gelten. Es wird dann nur mit dem Kopf geschüttelt, wenn sie ihre Entwicklung nicht für ernst nehmen und dafür auch sanktioniert werden.
V.) Wir stehen auf der Vergangenheit und hängen dem Glanz des "nicht mehr “ nach und verdrängen damit die aufgestauten Ent-
wicklungs-Individualisierungs-Notwendigkeiten. Wir leben in einer untergegangenen, vergangenheitsorientierten Weltund versuchen eine abgelebte, entwicklungslose, sterbende Epoche zu mumifizie-
ren, indem wir rückwärtsgewandt versuchen ein neues Gleichgewicht wieder herzustellen, ohne die Dynamik der Gegenwart in die Zu-
kunftsdimension mit einzubeziehen. Das Beharrende, Gewohnte
und Bewahrende befindet sich immer im Nachteil gegen über dem Vernünftigen, Notwendigen, Dynamischen und dem entwicklungs-
notwendigen Konformen. Wir orientieren uns immer noch an Wer-
ten und Verhaltensweisen, die allgemein anerkannt auch wenn sie nutzlos und sinnlos geworden sind. Immense materielle Werte und Scheinsicherheiten sind auf Kosten von Entwicklungswerten ge-
schaffen worden, was jetzt zur Schieflage und Krise geworden ist.
Die Maßstäbe, worauf es im Leben ankommt, diesem seinen Sinn geben und was wirklich als lebenstragend anzusehen ist, sind ver-
loren gegangen aber das Maßlose hat immer noch in die Katastrophe geführt.
* " Es ist ein Punkt erreicht, an dem es keine Rückkehr an dem weiter- zu- machen gilt (Franz Kafka) ".
VI.) Es kann weiterhin nicht oft genug wiederholt werden, dass es unwichtig ist was die neuesten Nachrichten sind, was andere sagen und tun, wie prominent jemand ist, Mißstände zu kritisieren sondern nur was ich tue. Es geschieht zwar viel in der Welt und um uns herum, aber in Wahrheit geschieht alles nur in mir.Die Welt ist nicht das Schwierige, sondern das Schwierige bin ich selbst Es ist der Weg von der Verwandlung der Welt, um diese in der Aussenwelt z.B. eine Krise bspw. durch Reformen, Technik, Schutzmassnahmen und viel Geld zu verbessern und retten zu wollen und der Andere der Schuldige ist
und der Mensch will und kann bleiben wie er ist zur Verwandlung
des Menschen in seiner Innenwelt, wo der Mensch sich im Ent- wicklungs-Individualisierungs-Prozess wandelt, weil dieses das Ganze darstellt und dieses der einzige Punkt ist, wo in der Welt wirklich etwas geschieht und deshalb ist er " der Nabel der Welt ", macht den Unterschied aus, ist das Besondere, braucht nichts zu beweisen und beneidet niemanden mehr. So wie wir sind, ist die Welt.Bildungs- Kultur-Lernen geht bei Fehlentwicklungen und Unzufriedenheit auf die Straße, verweist auf die Bildungsmißstände und will für die Verbesserung der Bedingungen aufmerksam machen. Entwicklungs- Kultur-Lernen geht bei Fehlentwicklungen und Unzufriedenheit nach innen und sucht den Schuldigen als Ursache bei sich selbst, um die Bedingungen zu verbessern. Der Strassenprotest wird als kollektivis-
tischer Irrtum betrachtet, weil sich das Ganze nicht verändern kann, sondern nur der Einzelne.Die Probleme des Einzelnen sind so komplex und gewaltig, genauso gross wie die Probleme der Welt sind. Jeder Mensch ist sein eigenes Universum und bewegt sich dem geistigen Weltzentrum parallel.Wer seinen Mittel- punkt gefunden hat, wird zum Mittelpunkt für die Anderen.Aber was ich geworden bin und weiter noch werde, bin ich nur aus mir selbst geworden und es waren nicht andere Menschen und keine Bildungs- erlebnisse, welche mich geformt oder andere Förderer, welche mich weitergebracht haben, sondern es ist das Ergebnis eines individuellen Entwicklungsstrebens. Jeder Entwicklungs-Lebensweg immer, weil er noch von niemanden gegangen wurde, ist autobiografisch, autodidaktisch und bildungs- dialektisch angelegt. Die Erscheinung des Menschen sagt mehr aus
als sein Beruf. Der besondere Mensch wird erspürt, gefühlt, füllt den Raum mit seinem Dasein. Früher habe ich gesucht, gewollt und jetzt werde ich gesucht und gewollt. Obwohl ich nie im Vordergrund stehen will, aber wo ich spreche, stehe ich auto- matisch im Licht des Interesses. Was Wert hat, macht sich selten und gerät in den Hintergrund. Er genügt sich nur noch selbst sein,will nicht mehr sein und nur (da)sein. Wenn man nichts darstellt fällt es schwer zu schweigen, aber wenn man etwas darstellt ist einem nichts lieber, als zu schweigen.Gut lebt der, der im Verborgenen lebt. Der Weise fragt nicht, ob man ihn auch ehrt. Nur er allein bestimmt seinen Wert. Es erwartet keiner etwas von mir, sondern ich erwarte nur etwas von mir. Nur wer sich zum Helden macht, hält sich per-sönlich für eine Niete. Er will beneidet werden, dass er sich nicht so elend vorkommt*.
* Lerne alles kennen. aber selbst bleibe unbekannt*.
* Gnostischer Spruch
* Unter einer einzigen Schädeldecke und in einem einzigen Herzen geschieht mehr als auf allen Schlachtfeldern, auf allen Konferenzen und durch alle Revolutionen.
VII.) Es geht nicht mehr um die Wandlung der gesellschaftlichen For-
men, sondern um eine Wandlung des Menschen selber. Jede Le-
benskrise trägt keine Wirklichkeit in sich, weil sie sich immer im Innern des Menschen abspielt und deshalb von Reformen von ausserhalb nicht zu beheben ist. Nur was von innen kommt lebt wirklich. Dem gesicherten Bewusstsein der angeeigneten Umwelt
ist eine Problemlösung nicht möglich, weil die Krise das noch Er-
kannte und Erfasste darstellt. Die Tatsächlichkeit liegt vornehm-
lich innerhalb des Lebens und nicht ihm gegenüber. Der exis-
tentielle Lebenskampf nach aussen enthebt und entlastet ihn, mit sich selbst zu kämpfen. einer vermag über das hinaus zu wirken,
was er nicht selber in sich hat. Wir verändern und verbessern
als Orientierungsvakuum die Welt nicht mit dem was wir beruflich machen, sagen und schreiben, sondern nur durch das, was wir durch den gegangenen Vorbild-Entwicklungs-Lebensweg geworden oder nicht geworden sind. Wenn ich etwas mache, was ich nicht wirklich bin, das ist Verwässerung. Es fehlt das " Herzblut " als Stosskraft und ist eigentlich nur eine flüchtige Erfahrung mehr*.
VIII.) Eigentlich wollen die Menschen sich nicht verändern, sondern nur wissen, wie und dass es bald wie bisher weiter geht. Aber sie übersehen, dass es nur weitergeht, wenn der Mensch sich verändert sonst führt das zu einer Versteinerung der Situation. Weil dieses der archimedische Punkt und die " prima causa " ist, von dem alles ausgeht und weil das begriffen werden muss, wird diesem elemen- taren Sachverhalt in den nachstehenden Textausführungen beson- dere Aufmerksamkeit geschenkt. Der zukünftige Entwicklungsweg des Menschen führt nicht von der Gegenwart unmittelbar wie wir es gewohnt sind nach vorne weiter, weil "das Vorne" von der Vergangen- heit schuldmässig vorbelegt und deshalb vorbestimmt ist. Eine andere Zukunft kann sich nur aus einer anderen Vergangenheit entwickeln. Die Zukunft ist nicht in dem Sinne offen, dass ich vom Standpunkt der Gegenwart nur planen und mir neue Möglichkeiten erschliessen muss, um damit die Zukunft zu gestalten, sondern sie ist bereits durch die Vergangenheit abgesteckt, eingegrenzt und vor- entschieden worden. Dem Menschen kann in Zukunft nur das begegnen, was er früher war. Er kann sich nicht heute einfach wandeln zu einem Anderen und Besseren, der er sein möchte, und ignoriert die Aufarbeitung seiner entwicklungslosen, aufgestauten Vergangenheitsschuld. Die Ver- gangenheit muss erst bereinigt werden, damit eine bessere Zukunft entstehen kann. Bevor es zur Wandlung kommt muss " der Weg des Rausches, der Lebenskrisen und der Verzweiflung"gegangen werden, weil sich der Mensch von
der Gegenwartsexistenz sich erst zu lösen vermag, wenn er die Vergangenheit seiner Existenz,welche in die Zukunft hinaus als lebendige Wirklichkeit nachwirkend ist, diese auch erkennt, ak- zeptiert und durch die Auseinandersetzung mit ihr sich damit in der Entwicklungsüberwindung davon gelöst hat. Weil es zum Besseren in der Transzendierung durch Überwindung gedient hat, ist die Entwicklungsschuld gesühnt. Deshalb helfen Reformen oder eine Vernunftseinsicht wenig. Entwicklung vorwärts geht nur über Entwicklung zurück. Unbestritten gilt; wenn jetzt ein Mensch "gut" ist, ist er so gut, als wenn er nie "schlecht" gewesen wäre. Es ist
die schon fast paradoxe Ausgangslage, dass man eine bessere Zukunft nur erwarten kann, indem man ihr erst den Rücken kehrt und sich der Aufarbeitung seiner "Bringschuld einer Entwicklungs-Individua- lisierungslosigkeit des nicht gegangenen Entwicklungsweges widmet, welche " tausend Masken " trägt.Wer darüber nach denkt wird er- kennen, dass der Mensch, der die unbewältigte (Schuld)vergangen- heit ausblendet und nur nach vorne lebt,seine (Planungs)zukunft bereits hinter sich hat.
IX.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist der Mensch, was die Erziehung und Bildung aus ihm machen (Immanuel Kant-Philosoph). Was aus dem Mensch geworden ist, ist das Ergebnis der Biologie, der Psycho-
logie, der Pädagogik und der Soziologie anderer Wissenschaften.
Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist der Mensch, was er aus sich selbst heraus macht. Was ich geworden bin und weiter noch werde, bin ich nur aus mir selbst geworden und es waren nicht andere Menschen und keine Bildungserlebnisse, welche mich geformt oder Sponsoren, welche mich weitergebracht haben sondern das Ergeb-
nis eines individuellen Entwicklungsstrebens, da jeder Entwicklungs-Lebensweg immer, weil noch von niemanden gegangen, autobio-
grafisch, autodidaktisch und bildungsdialektisch angelegt ist. Beim Entwicklungslernen vergleiche ich mich mit niemanden, weil jeder Mensch ein einmaliges Genie ist und ich mir selbst Vorbild, Weg
und Ziel bin. Es wird das Richtige, Grosse, Bessere und Höhere in
der Gegenwart nur bei sich selbst gesucht und entwickelt und aus-
ser dem persönlichen Lebensrhythmus interessiert einen irgend-
wann nichts anderes mehr. In der äusseren Welt bin ich erst ein-
mal ein Nichts, aber in der inneren Welt ein Genie der Selbstevo-
lution. Was ich habe, haben viele andere auch, doch was ich bin,
ist kein anderer. Ich bemühe mich immer mehr selbst zu werden
und selbst zu sein, weil es die Anderen ja schon gibt. Bisher schaute ich nur auf die anderen, weil ich das Gefühl hatte minderwertig zu sein.Ein Original ist bekanntlich mehr wert als eine Kopie oder wie der französische Schriftsteller François-René de Chateaubriand einmal sagte: " Ich möchte nur Chateaubriand werden oder nichts ". Gerade jetzt, wo er den Menschen in sich zu erkennen beginnt, er- kennen die Anderen auch seinen Wert.
X.) Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört zu werden darin erfüllt sich die profunde Prophezeiung in Anlehnung an den Lyriker Friedrich Hölderlin: Was ich bin, gemacht, gelernt, studiert, geleistet habe, meinte, plante, wollte und was ich besitze ist nichts und Ego (Spal-
tung und nur Teile), aber was ich suche, erkannt habe, schaffe, nicht wollte, nicht plante und auch einmal sein werde, das ist alles und egoistisch für andere. Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört zu werden. (Aufhebung der Spaltung und das Ganze, wenn ich für alle
da bin).Ich bin mich selbst, mehr kann ich nicht sein, denn wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört zu werden. Wenn ich Arzt, Quanten-
physiker oder Baggerfahrer bin, aber das sind viele andere auch
und das ist kein Alleinstellungsmerkmal. " Was ich einmal wollte
war immer Lebensunruhe und was ich nicht wollte, war Frieden
und der richtige Weg. Die Vision des Werdenden ist mächtiger als
die Bestandsaufnahme des Gewesenen. Es ist auch Albert Einsteins Anmerkung ; " Ich habe keine besondere Begabung, sondern ich
bin nur leidenschaftlich neugierig ". Es ist die produktive Unzufrie-
denheit als der spannungshafte Bezug zum Ganzen, welcher mich in Lauf hält.
XI.) Der umgangssprachliche Begriff der " Selbstverwirklichung " ist mit Recht negativ belegt, weil diese meistens auf Kosten anderer
und ohne Erfolgsaussichten angelegt ist. Individualisierung im Berufs- und Gesellschaftsleben oder wo sonst der Mensch noch steht ist etwas völlig anderes, weil sich das Leben seinen Weg sucht der schon vor der Geburt bejaht wurde und bei Individualisierungsreife ich nicht anders kann. Ich bin dann nur " egoistisch für andere ". Was früher nur weltfremd als idealistisch wahrgenommen wurde, wird durch die zunehmende Entwicklungs-Individualisierung zur lebens-
realistischen Einzelwirklichkeit. Hinter dem alten und heute noch publizierten Idealismusbegriff verbirgt sich nur die unproduktive Schwäche des Jeweiligen das nächstliegende nicht zu tun als ein jugendlicher Schwarmgeist, der in Übersteigerungen denkt,weil er sich noch nicht selbst eins geworden ist. Der neue Idealismusbe-
griff trägt sich selbst aus einem tiefen, entwicklungsreifen Vollen-
dungswillen durch permanente Entwicklungswertsetzung, um in
der Entwicklungsbewegung der Lebensveränderung Stabilität zu finden. Er trägt seinen Wert selbst, trägt seinen Grund allein in sich und genügt sich selbst. Es ist eine durch sich selbst und " vom-
selbst-her " vollendende Ideal-Substanzierung als Selbst-Werde-
drang des nächsten Entwicklungsschrittes. Ein Ideal wird "chemisch rein "nie zu erreichen sein, aber es wird nie aufgehört, es zu ver-
suchen. Dieses Ideal wird auch nie in eine Begriffsform gefasst oder von anderen gefordert.
XII.) Medienstars, welche ich beneidet habe, wollen jetzt ein Auto-
gramm von mir. Könige, Politiker, Milliardäre, Kardinäle, Sportwa-
genfahrer, Politiker, Unternehmer, Olympiasieger, Influen-
cer gibt es viele, aber nur einen, der so einzigartig ist, wie ich bin.
Ich bin angekommen, bevor die anderen überhaupt aufgebrochen
sind. Die Unersetzlichkeit hat Vorbildgrösse, wenn sie objektiven Charakter gewinnt d.h., für alle dann gültig ist. Es ist von jeder will etwas Besonderes sein, am Besonderen teilhaben und wer prominent ist, ist etwas Besonderes. Weil wir nichts sind, suchen, bewundern wir, ahmen wir nach, vergleichen uns mit anderen und lassen uns von anderen aus der Ruhe bringen zum " weil ich mich selbst werde und bin, bin das Besondere und mache den Unterschied aus, was mir auch gleichgültig ist. Ich empfinde mich nicht als besonderer Mensch, weil ich eben so bin. Durch immer mehr Selbstähnlichkeit neutralisieren wir die Fremdartigkeit und jeder Personenkult werden mir Kräfte,
die an andere weg gegeben waren, werden wieder an mich zurück-
geführt und transformiert von bekannt, prominent, sehen und gesehen werden erst einmal zu unbekannt, unerkannt, nur sich
selbst bekannt, innerlich gross und ein stilles Vorbild im Lande. Es
ist selbst alles kennen lernen, aber möglichst unbekannt bleiben. Obwohl ich nie im Vordergrund stehen will, aber wo ich spreche, stehe ich automatisch im Licht des Interesses. Mit der Zeit braucht man sich nicht mehr an eine Situation anpassen,weil man sie ja
selbst geschaffen hat.Ich suche dann nicht mehr Zukunft, sondern
ich bin die Zukunft. In jeder Möglichkeit bin ich einzeln. Das führt auch zur Erkenntnis, dass es nichts Selteneres auf der Erde gibt, als einen wirklichen Menschen*
* Könige, Politiker, Intellektuelle, Reiche gibt es viele, aber es gibt nur einen Beethoven, einen Napoleon Bonaparte und nur einer wie ich bin.
XIII.) Von den neuesten Nachrichten im Internet, welche in kurzen Zeitabständen aktualisiert werden als das nächst Bessere und wel-
che deshalb so begehrt und interessant sind, weil mein persönliches Leben entwicklungslos und alltagsnormal ist, ich systemisch das Leben anderer in einer passiven Erwartungshaltung lebe und nur
eine " unbedeutende Ein- und Alltagserscheinung der Zeit bin " (Leben der anderen ohne Sinn) zu den neuesten Nachrichten, die deshalb uninteressant sind, weil nur die Verbesserung " des Bestehenden und Jetzigen ", als das Entwicklungs-Individualisierungs-Bessere und wirk- lich Neue ist " und ich eine Ausnahme- erscheinung der Zeit bin (eigenes Leben bekommt jeden Tag seinen Sinn). Am südlichen Mainufer in Frankfurt am Main steht der " Ich-Denkmal-Sockel " von Hans Johann Georg Traxler (deutscher Maler, Cartoonist und Kinder- buchautor) entworfen und von jedem benutzt werden kann, um sich darauf fotografieren zu lassen mit dem Kommentar; " Jeder Mensch ist einzigartig ".Einzigartig zu sein ist mehr als perfekt, attraktiv, sportlich und reich zu sein.
XIV.) Für die heutige Generation dienen als Vorbilder überwiegend Schauspieler, Sportler, Filmgrössen, Stars (Siehe auch z.B. Wikepedia " Söhne und Töchter einer Stadt "), die Millionen Euro verdienen, deren Leben öffentlich ist, aber wirkliches Leben nur vortäuschen. Dann auch Unternehmer, Politiker, Künstler, Menschen mit sozialem Enga-
gement und sonstige Prominenz. Prominent ist erst einmal nur äus-
serlich, medial, oberflächlich, mit Ego behaftet behaftet, aber nur selten vorbildhaftes, wegweisendes und nachzuahmendes. Die
Sphäre " der Schönen und Reichen " wird beherrscht vom Augen-
blick und ihr Schicksal ist die Vergänglichkeit. Diese (leeren) Vorbil-
der sind Kinder ihrer Wertezeit und ihrer Charakterschwächen, aber meistens nicht wahrheits- und lebenskrisenfest. Sie tauchen z.B. nach ihrer Sportlerkarriere unter, verschwinden aus den Medien oder
stolpern über ihre Lebensverfehlungen, sind danach nicht mehr tragbar und als Charaktervorbild tauglich. Man muss erst einmal in den Dingen gestanden und von den Dingen umgeben sein, bis man ihnen nur noch gegenübersteht und dieses ist erst nur möglich,
wenn Bodenständigkeit mit Verwurzeltheit ein Geschwisterpaar bilden und das Reifealter hinzukommt. Die Bewunderung für diese Menschen bleibt bestehen, aber der (Vorbild)respekt ist verloren gegangen. Darüber hinaus lenkt der Starkult vom eigenen Leben
ab, weil ich nur " das Besondere bin. Ich stehe im Rampenlicht,
aber man erkennt mich nicht.
XV.) Eine Gesellschaft wird sich nie als Kulturvolk begreifen, sondern Kultur hat nur der Einzelne. Kultur ist das Ergebnis der Entwicklungs-
auseinandersetzung des Einzelnen. Weil nur der Einzelne ein Gewis- sen hat, das Kollektiv gewissenlos ist, steht das Einzelgewissen höher,
als jeder gesellschaftlicher Konformismus. Die Gesellschaft ist aber
nicht fähig aus sich heraus sich zu wandeln, der Gesellschafts-
mensch ist wenig entwicklungsfähig und nicht der wirkliche Mensch, sondern nur der sich entwickelnde Einzelne ist wirklich und die tra-
gende Kraft unserer Gesellschaft und gibt die Werderichtung mit
seinen Entwicklungsimpulsen an. Der Entwickler ist unersetzbar und
weil das wertvollste Mitglied, " das Salz der Gesellschaft " und des-
halb " systemrelevant ". Er ist es, der die Anderen durch " sein-an-
ders-sein " weiterbringt. Entwickler machen den Unterschied aus, weil es die Anderen schon gibt. Einer muss es zuerst gedacht und getan haben. Durch ihn wird die Welt zu einem besseren Ort.
XVI.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen gilt, wer nichts darstellt, dem fällt
es schwer zu schweigen. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt, wer etwas darstellt, dem ist nichts lieber als das Schweigen.
XVII.) Bildungs-Kultur-Lernen ist ein Mensch der Bildung zu werden
( zu sein, wie andere wollen). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist ein Mensch seiner Individualisierungsentwicklung zu werden ( zu sein
wie mein " Selbst " will).
XVIII.) Für das Bildungstur-Lernen gilt, alle die eine Schulklasse wiederholen müssen, werden eines Tagges die Andewren überholen.
XIX.) Der Bildungsidealismus des Bildungslernens will die Dinge,
Um- und Zustände verändern. Der Entwicklungsrealismus des Entwicklungslernens vertritt die Meinung, dass der Einzelne die Welt nicht verändern kann, sondern nur sich. Es sind die Dinge, Um- und Zustände, die wir nicht ändern können, aber uns.
XX.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen gelten gesellschaftlich " die
besten Köpfe des Landes ", welche auf einer renommierten und teuren Elite-Universität studiert haben. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gelten die " besten Köpfe des Landes ", welche das gewor-
den sind und noch werden, was sie aus sich selbst geworden sind.
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